Die Geschichte des Space Shuttles - Höhen und Tiefen

Die Geschichte des Space Shuttles geht auf das Jahr der Mondlandung, also 1969 zurück. Dort wurden erste Konzepte für ein wiederverwendbares Raumschiff entwickelt. Die eigentliche Entwicklung des endgültigen Konzeptes begann aber erst 1972. Danach folgten Flugtests Ende der Siebziger mit der "Enterprise", dem ersten, nicht weltraumtauglichen Prototypen. Erst 1981 wurde der erste Weltraumflug mit der "Columbia" durchgeführt. In den folgenden 30 Jahren wurden mit den fünf Raumfähren (Columbia, Challenger, Discovery, Atlantis und Endeavour) über 100 Missionen durchgeführt. Innerhalb dieser Zeit gab es aber zwei tragische Unglücke: Im Jahr 1986 verunglückte die Challenger beim Start; 2003 wurde die Columbia beim Wiedereintritt in die Atmosphäre zerstört. Bei beiden Unglücken kam die gesamte Crew ums Leben.

Im Juli 2011 fand der letzte Flug eines Space-Shuttles statt. Seitdem ist die USA nicht mehr in der Lage, bemannte Raumflüge durchzuführen. Missionen zur ISS werden heute ausschließlich mit russischen Sojus-Kapseln durchgeführt.

Die Besonderheiten des Space-Shuttles - Wiederverwendbarkeit, Gleitlandung und die Nutzlast

Das Space-Shuttle ist das komplexeste Raumfahrzeug in der Geschichte der Menschheit. Es hat einige Besonderheiten, das es so einzigartig machen. Zuerst einmal ist es zu großen Teilen wiederverwendbar. Nicht nur der Orbiter als Kernstück des Spaceshuttles, auch die sogenannten Boosterraketen lassen sich bei einer neuen Mission wieder verwenden. Außerdem ist es das einzige Weltraumfahrzeug, das nicht nur eine sehr große Crew von bis zu acht Mann, sondern auch noch eine Nutzlast von knapp 25 Tonnen transportieren konnte. Erst dadurch wurden viele weitere Missionen wie die internationale Raumstation oder das Hubble-Teleskop möglich. Und nicht zuletzt ist die Art der Landung einzigartig: Das Space-Shuttle ist das einzige Raumfahrzeug das wie ein normales Flugzeug landen konnte.

Gründe für die Kostenexplosion - Die Wiederverwendbarkeit ist eine der Hauptfaktoren

Ein Hauptgrund für die Einstellung des Shuttleprogramms ohne weiterentwickelten Nachfolger ist die Tatsache, dass die Kosten für den Betrieb der Raumfahrzeuge extrem hoch war. Je nachdem, was man alles in die Kosten einberechnet, werden die Kosten für eine Mission mit bis zu einer Milliarde US-Dollar beziffert. Ursprünglich war nur ein Bruchteil dieses Betrages kalkuliert worden.

Einen großen Anteil der Kostenexplosion ist dem Grundkonzept der Wiederverwendbarkeit des Raumtransporters zuzuschreiben. Nach jeder Mission mussten sehr umfangreiche Wartungsmaßnahmen durchgeführt werden. Spätestens nach der Columbia-Katastophe wurden diese Maßnahmen noch einmal verschärft, um die Sicherheit für die Astronauten zu verbessern. Außerdem sind die Fixkosten für das Shuttleprogramm sehr hoch gewesen und es konnten weniger Flüge durchgeführt werden als usprünglich geplant. Dadurch steigen die Kosten pro Mission noch einmal.

Wie geht es jetzt weiter?

Die NASA entwickelt im Moment das MPCV (Multi Purpose Crew Vehicle), das jedoch wieder eher den klassischen Raumkapseln wie den Apollo- und Sojus-Raumkapseln ähnelt. Das System ist deutlich weniger komplex und daher günstiger und trotzdem sicherer. Dafür steht auch weniger Nutzlast zur Verfügung und auch die Crew schrumpft auf maximal vier Astronauten zusammen. Dafür sollen die Kosten für Entwicklung und Betrieb auch deutlich niedriger liegen. Für große Nutzlasten stehen ohnehin inzwischen viele unbemannte Systeme zur Verfügung. Das Raumschiff soll bis Ende 2016 fertiggestellt sein.

Desweiteren fördert die NASA mit dem sogenannten "Commercial Crew Delevopment"-Programm die Entwicklung einer bemannten Raumfährer durch Privatfirmen. Daran beteiligt sind unter anderem der Boeing-Konzern und die US-Firma SpaceX. Das Raumschiff "Dragon" von SpaceX führt als unbemannte Version inzwischen schon erfolgreich Versorgungsmissionen zur ISS durch. Die ersten bemannten Missionen sollen 2015 durchgeführt werden.

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