Wie ein Regenbogen entsteht

Bei der Brechung des Lichts an einem Wassertropfen spaltet sich das im Ganzen weiße Licht in verschiedene Farben. Sowohl beim Eintreten als auch beim Austreten aus dem Wassertropfen findet diese Spaltung statt. Durch diese Abspaltung des Lichts auf vielen solcher Regentropfen erscheint der Regenbogen in bis zu sechs Farben: Rot, orange, gelb, grün, blau und violett. Jede Farbe wird dabei unterschiedlich gebrochen, da sie eine andere Wellenlänge hat als die anderen Farben. Der Vorgang der Lichtbrechung kann auch mehrmals hintereinander erfolgen, so dass unter Umständen Mehrfachbögen sichtbar sind. Bei der zweiten Reflektion erscheinen die Farben dann in umgekehrter Folge. Um einen Regenbogen in der Natur sehen zu können, muss sich die Sonne hinter Dir befinden und vor Dir eben die Stelle, an der es zuvor geregnet hat bzw. wo die Luft feucht ist. Genauer gesagt siehst Du ihn, wenn Du in einem Winkel von weniger als 42° im Verhältnis zu den einfallenden Sonnenstrahlen auf ihn blickst (51° im Falle eines zweiten Regenbogens). Eigentlich ist der Regenbogen rund. Da aus unserer irdischen Perspektive aber der Horizont dazwischen liegt, sehen wir am Himmel nur einen Teil davon, also maximal einen Halbkreis.

4 Experimente, um Regenbögen selbst zu erzeugen

Grundsätzlich brauchst Du zum Selbermachen eines Regenbogens nur diese Dinge: Wasser, Licht, eventuell eine Fläche, auf die das gebrochene Licht projiziert wird, und Deine eigene Sehkraft. Die Utensilien für das Experiment findest Du normalerweise in Deinem Haushalt.

Lichtbrechung am Wasser

Für diese einfache Methode, einen Regenbogen zu produzieren, benötigst Du eine Wasserquelle und sonniges Wetter. Die Wasserquelle kann ein Rasensprenger oder schlicht ein Gartenschlauch sein. Du kannst das schöne Phänomen bei der nächsten Gartenbewässerung im Sommer beobachten. Fällt das Sonnenlicht in einem bestimmten Winkel auf den Wasserstrahl, entsteht ein Regenbogen.

Regenbogenfarben in Seifenblasen

Die zweite Möglichkeit, Regenbögen selber zu machen, besteht darin, Seifenblasen zu produzieren. Hierzu eignet sich im Grunde jedes Seifenwasser. Sowohl im Schaum beim Spülmittelwasser beim Abwasch oder beim Putzen entstehen regenbogenbunte Blasen, welche diese ansonsten nicht gerade beliebten Tätigkeiten versüßen. Aber sicherlich macht die Regenbogenproduktion noch mehr Spaß, wenn Du die Seifenblasen mit einem Seifenspiel durch den dazugehörigen Ring in die Luft pustest.

Brechung des Lichts mit einem Spiegel

Dazu brauchst Du einen kleinen Spiegel, eine Schale mit Wasser, ein Blatt Papier und eine Lichtquelle, zum Beispiel eine Taschenlampe. Die Wasserschale stellst Du gegenüber dem Spiegel auf einem Tisch auf. Nun musst Du mit der Taschenlampe so auf den Spiegel leuchten, dass der Lichtstrahl sich auf der Wasserfläche bricht und auf der anderen Seite der gebrochene Strahl auf das Papier projiziert wird. Vielleicht erinnerst Du Dich aus dem Physikunterricht an die Regel: "Einfallswinkel gleich Ausfallswinkel", wobei Du Dir in der Mitte eine Linie denken kannst. Genau dies gilt hier. Wenn der Winkel stimmt, wird auf dem Papier so ein Regenbogen erzeugt. Dieser ist dann sichtbar, wenn der Gesamtwinkel genau 42° C beträgt. Du benötigst allerdings keinen Winkelmesser, um diesen Winkel hinzubekommen, sondern kannst es einfach mit der Taschenlampe ausprobieren.

Regenbogen selber herstellen mithilfe von Glas

Nimm dazu bitte einen Karton, beispielsweise das untere Teil eines Schuhkartons, und mache in der unteren, großen Fläche ein Loch mit einem Cuttermesser. Dieses Loch sollte gerade so groß sein, dass bei dem Experiment ein Lichtstrahl von der verwendeten Lichtquelle hindurch gelangt. Dann stelle den Karton längs auf und stelle eine durchsichtige Kugel aus Glas auf der Seite auf, in die das Innere des Kartons zeigt. Die Glaskugel sollte so positioniert sein, dass der gleich durch das Loch eindringende Strahl auf diese trifft. Nun leuchte mit einer Taschenlampe von der anderen Seite durch das Loch im Karton, so dass der Strahl auf die Glasoberfläche fällt. Wenn sich das Licht im besagten Winkel darauf bricht, siehst Du, wenn Du aus einer bestimmten Perspektive darauf schaust, einen Regenbogen auf der Innenfläche des Kartons.

Mit Licht, Pappe und Glaskugel: So wirst Du zum Regenbogenmacher
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Darf man sich auch etwas wünschen, wenn der Regenbogen selbst gemacht ist?

Es gibt ja den Aberglauben, nach dem man sich beim Anblick eines Regenbogens etwas wünschen darf. Dieser Brauch geht auf ein Märchen zurück, in dem ein alter Mann oder ein Kobold bei seiner Geburt von einer Fee geweissagt bekommt, wo er dereinst einen Goldschatz finden wird: Nämlich am Ende des Regenbogens. Sein Leben lang suchte er überall danach, doch erst als es regnete, erschien der Regenbogen, der ihm zu dem prophezeiten Schatz führte.

Die Figur aus dem Märchen wiederum hat ihren Ursprung in der irischen Sagengestalt Leprechaun, und ging wohl aus einer Mischung aus dem keltischen Sonnengott Lugh (unter anderem auch der Gott der Schuster) und Noahs jüngstem Sohn Ham hervor. Der grün gekleidete Zwerg namens Leprechaun, der meist mit einem roten Vollbart und Hut dargestellt wird, hütet in dieser Vorstellung das Geheimnis über den Aufenthaltsort eines Goldschatzes. Um dieses Geheimnis zu lüften, muss man demnach Leprechaun erst mal zu fassen bekommen und dabei stets im Auge behalten, weil er sich sonst schnell wieder verflüchtigt. Und hier haben wir wieder eine Parallele zum Regenbogen. Da lag es natürlich nahe, dass sich nach dieser Sage genau an seinem Ende der Schatz befinden sollte. In einigen Geschichten zeigt Leprechaun aber durchaus allgemein Hilfsbereitschaft, sofern man ihn selber unterstützt hat.

Die märchenhaften Vorstellungen haben übrigens auch einen historischen Ursprung: Sie gehen wohl auf einen Fund keltischer Goldmünzen aus dem 18. Jahrhundert zurück, den so genannten "Regenbogenschüsselchen". Mehr dazu erfährst Du in ToniVipas Artikel über den Goldschatz von Gaggers.

Doch darf man sich auch bei einem selbst hergestellten Regenbogen etwas wünschen? Natürlich kannst Du Dir immer etwas wünschen - ohne Deine persönlichen Wünsche und Träume hättest Du schließlich auch keine Ziele, nach denen Du streben könntest. Ob sie sich bewahrheiten, liegt zum Einen an Dir und zum Anderen an glücklichen Umständen, die zusammentreffen. Aber mal angenommen, Du gestattest Dir ein bisschen Aberglauben, einfach nur, um Deinen Optimismus zu nähren und weil Du Dich gut dabei fühlst: Liegt am Ende eines selbstgemachten Regenbogens ebenfalls ein symbolischer Schatz verborgen? Dieser Regenbogen ist ja nicht durch Zufall oder Glück entstanden bzw. weil das Wetter die hierfür notwendigen Bedingungen bot, sondern ganz bewusst. Ob Du Dir zu diesem Anlass erlauben kannst, Dir etwas zu wünschen, hängt von Deiner eigenen Interpretation ab. Heißt es nicht auch: "Jeder ist seines Glückes Schmied"? Dies ist eine mögliche Lehre, die Du aus den erfolgreich durchgeführten Experimenten ziehen kannst. Und Dich daran erfreuen, dass es Dir tatsächlich geglückt ist, einen oder mehrere Regenbögen selber zu machen, kannst Du ebenfalls.

Bildquellen: Eigene Fotos sowie tatlin, tpsdave und OpenClips bei Pixabay

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