Unsere erste Reise war eine 14-tägige Jugoslawien-Rundreise mit dem Rotel-Bus. Wir besuchten am Tag mehrere Orte, kleine Buchten und Hafenstädtchen. Wir sahen noch die alte Bogenbrücke in Mostar sowie die berühmte Lateinerbrücke in Sarajevo, Schauplatz des Attentates auf Franz Ferdinand von Österreich und seiner Frau, welches zum Ersten Weltkrieg führte. Unser Reiseleiter schüttete sein ganzes Wissen über uns aus.

Damals habe ich noch kein Reisetagebuch geführt, dafür aber fotografiert, was das Zeug hielt. Das waren noch teuere Papierbilder, Internet zur Recherche gab es noch nicht. Als ich dann die vom Fotolabor entwickelten Motive in mehreren Tüten vor mir liegen hatte, wurde es spannend. Ok, der Reiseverlauf lag mir in gedruckter Form vor.

Aber im Ernst, wer kann sich gerade bei Rundreisen noch an jeden Ort und jede Begebenheit erinnern? Und doch sind es die kleinen Dinge, die später wichtig sind.

Wie soll ein Reisetagebuch aussehen?

Mein ideales Reisetagebuch ist im Grunde ein Notizbuch mit Stift. Es ist klein und leicht, damit es in jeden Rucksack oder die Handtasche passt. Wenn es zu schwer ist, nimmt man es unterwegs doch nicht mit. Wer will schon zu viel Gepäck mit sich herumschleppen? Es kann völlig neutral aussehen oder einen hübschen Einband haben, der schon zum Schreiben anregt. Auf einem Weihnachtsmarkt habe ich dieses Notizbuch mit Ledereinband gefunden. Die hübschen punzierten Muster mit dem Stein haben mir direkt gefallen. Das Papier ist handgeschöpft und von Hand gebunden. Wer geschickt ist, kann die Seiten später auch austauschen.

Mein Reisetagebuch aus Leder, klein, leicht, inspirierend (Bild: Reisefieber)

Was nehme ich sonst noch mit?

Mein Reisetagebuch ist bunt. Ich sammle Eintrittskarten, Ausschnitte aus Tageszeitungen, Hotelflyer, Quittungen usw., die ich mit einem Klebestift einklebe. Eine kleine Papierschere (nicht im Handgepäck führen!) ist ebenso dabei, wie ein paar Buntstifte zum Malen. Auch nach Jahren lassen sich noch meine Reisen mittels des Tagebuches in Erinnerung rufen. Die eingeklebten Ausschnitte machen sie lebendig.

Ich habe z.B. manchmal den Wetterbericht, passende touristische Karrikaturen oder besondere Ereignisse aus der Tageszeitung ausgeschnitten.

Stichworte oder Beschreibungen

Ob Sie Stichworte oder ganze Beschreibungen wählen, bleibt Ihnen überlassen. Manche Tage sind so gefüllt, dass es bei mir nur für wichtige Stichworte reicht. Zusammen mit den Belegen reicht das, um sich später an die Einzelheiten zu erinnern.

Was soll ich in mein Tagebuch schreiben?

Die Notizen beginnen immer mit dem Wochentag und dem Datum, gefolgt vom jeweiligen Ort der Reise. Da ich das Büchlein mit mir führe, kann ich auch während des Tages kurze Notizen machen. Es ist sinnvoll täglich die wichtigsten Dinge zu notieren, z.B.

  • Was habe ich gesehen oder erlebt?
  • Eintrittspreise, Entfernungen, Name der Orte, Restaurants, Bars, Kneipen, Geschäfte, Märkte, Sehenswürdigkeiten.
  • Adressen oder Wegbeschreibungen.
  • Transferzeiten.
  • Preise und Ausgaben vor Ort. Was kostet z.B. das Taxi, die Rikscha oder der Bus?
  • Persönliche Erlebnisse mit den Menschen vor Ort.
  • Besondere Gerichte der Region.
  • Wörter und ihre Bedeutung in der Landessprache.
  • Was sollte man nicht tun?

Abends im Bett lasse ich den Tag noch einmal an mir Revue passieren. Was hat mir besonders gut gefallen und was nicht?

Was für ein Tagebuch nehmen Sie mit?
Reisefieber, am 15.12.2014
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Bildquelle:
Reisefieber (Fernweh)
Reisefieber (Indien – Goa Ausflüge und Sehenswürdigkeiten)

Autor seit 3 Jahren
164 Seiten
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