Die ersten Pizzen der Etrusker waren nicht ungesund

Ganz klar, Pizza kommt aus Italien, werden Sie jetzt wahrscheinlich denken... so wie die Mehrheit der Bevölkerung. Weit gefehlt! Die Griechen warens! Eigentlich die Etrusker, denn die ersten Fladenbrote, die auf einem Stein gebacken wurden gab es etwa 800 v. Chr. Sie waren aber noch sehr spärlich belegt, meist nur mit Kräutern verfeinert. Klingt nicht ungesund, oder? Das Pita gabs also vor der Pizza und die Pizza stammt vom Pita ab. Nach Italien kam das Rezept, als die Etrusker Rom besetzten und generell wurde es europaweit ein leckeres, günstiges Arme-Leute-Essen. 

Tomaten revolutionierten die Pizza, machten sie jedoch nicht ungesünder

Revolutioniert wurde das Rezept dann um 1520 herum, denn da kamen die Tomaten von Südamerika nach Europa. Die Europäer waren da ja zunächst eher skeptisch wegen der kräftigen roten Farbe, die ja eher auf Gift schließen lässt. Aber in der Not frisst der Teufel.... So fingen arme Leute an ihr Arme-Leute-Essen aufzupeppen und belegten ihre Teigfladen mit Tomatenscheiben. Und siehe da! Das war richtig lecker! Und klingt derweil auch gar nicht so ungesund, oder?

Ein warer Kult entwickelte sich in Neapel. Dort wurde der neue Tomatenfladen zu einer lokalen Spezialität. Trotzdem war es immer noch Arme-Leute-Essen... bis 1889. Da besuchte der König Umberto mit seiner Frau Margharita Neapel und beauftragte den Pizzabäcker Raffaele Esposito so eine Pizza in den Palast zu liefern, denn das königliche Paar wollte einmal so ein Arme-Leute-Essen probieren. Esposito belegte sie in den italienischen Farben, mit grünem Basilikum, roten Tomaten und außerdem jede Menge Mozzarella und nannte sie "Pizza Margharita". Das königliche Paar war äußerst angetan und beschloss, dass Pizza von nun an auch königliches Essen sein soll. Olivenöl, Kräuter, Gemüse, ein dünner, knackiger Boden... eigentlich war die Pizza, bis auf den vielen Käse vielleicht, zu diesem Zeitpunkt immer noch recht gesund.

Pizza Margharita

Pizza Margharita (Bild: skeeze / Pixabay)

Pizza kommt nach Amerika, wird Fast Food und ungesund!

Italienische Immigranten brachten die Pizza schließlich auch nach Amerika. Nachdem da aber zunächst nicht alle original Zutaten zur Verfügung standen, zum Beispiel gab es keinen Mozzarella und kein Oregano, entstand dort eine ganz eigene Pizzakultur. So entstand zum Beispiel die Chicago-Style Pizza, die in der Pfanne zubereitet wurde und weitaus deftigere, und ja, auch ungesündere, Zutaten enthielt als das italienische Vorbild. Tja, ab jetzt war die Pizza nicht mehr so gesund.

In den späten 1950er Jahren entstanden in Amerika die ersten Fast Food Ketten, die sich auf Pizza spezialisierten: Dicker Boden, dicker Belag, viel Käse, richtig ungesundes Fast Food, eben. 1983 kamen sie auch nach Deutschland. 

Fat's Pizza @ Fat Lorenzos (Bild: revrev / Flickr)

Tiefkühlpizzen sind eher zu vermeiden

Etwa 10 Jahre später kamen die ersten Tiefkühlpizzen auf den Markt. Bei denen sollte man extrem auf versteckten Salz- und Fettgehalt achten, denn die machen viele Tiefkühlpizzen tatsächlich sehr ungesund! Wenn schon einmal eine Tiefkühlpizza, so sollten Sie auf Qualität achten, denn auch ein hoher Anteil an Farb-, Aroma- und Konservierungsstoffe und Geschmacksverstärker und Bindemitteln findet man in schlechten Produkten.

Teig und Belag entscheiden, wie gesund die Pizza ist

Laut einer Mailänder Studie soll der regelmäßige Verzehr von Pizza sogar vor Herzinfarkt schützen! Dabei geht es um die echte italienische Pizza, die einen dünnen Teig hat, viel Gemüse, wenig Fett - nur gesundes Olivenöl- und auch wenig Käse bietet.

Pizza muss also wirklich nicht unbedingt ungesund sein! Ein dicker Teig, voller Salz und mit viel Fett, soll vermieden werden und auch beim Belag kann man selbst entscheiden, ob die Pizza gesund sein soll, oder nicht.

So wird die Pizza gesund

 

Machen Sie Ihren Teig einfach selbst und rollen Sie in dünn aus, so schwer ist das gar nicht: 1 Päckchen Hefe, 400 g Mehl, wobei Sie da auch gesünderes Vollkornmehl verwenden können, 200 ml lauwarmes Wasser, etwas Salz und 5 EL gesundes Olivenöl. Lassen Sie den teig eine halbe Stunde gehen, bevor Sie ihn ausrollen und belegen.

Beim Gemüse dürfen Sie ruhig zugreifen, soviel sie möchten. Ohne Tomaten geht es nicht und die sind ja auch gesund, reich an Vitamin C und Lycopin. Paprika sind kalorienarm und voll von Vitaminen und Mineralstoffen. Bunte kräuter sind gesund und geben tollen Geschmack, wodurch Sie sogar an Salz und anderen ungesunden Geschmacksträgern sparen können. Zwiebeln und Knoblauch beugen Herzinfarkten vor und sind super gesund. Auch Oliven und Pilze zählen zu gesunden Pizzabelegen. Halten Sie sich beim Käse etwas zurück, denn auch, wenn er wertvolles Kalzium liefert, ist er doch sehr fett. Brauchen Sie Fleisch? Es muss ja nicht immer Speck oder Salami sein... Auch ein magerer Schinken, in Streifen geschnitten, schmeckt lecker auf der Pizza!

Autor seit 4 Jahren
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