Nun gedeiht aber in der Natur kein gemeiner Weihnachtsbaum, dort wachsen Tannen, Fichten und Kiefern. Wir müssen uns also entscheiden, welche Art Baum unseren Heiligen Abend erhellen soll. Beharrlich singen wir "Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum" und tatsächlich sind rund fünfundsiebzig Prozent aller in Deutschland verkauften Weihnachtsbäume Tannen. Genaugesagt sind es Nordmanntannen, mit fünfzehn Prozent steht die Blaufichte auf Rang zwei, Kiefern, Douglasien, Edeltannen und andere Nadelbäume sind in der Minderheit.

Auf dem Weihnachtsmarkt (Bild: Eigenwerk)

(Bild: Eigenwerk)

Nordmanntanne

Die Nordmanntanne ist ein klassischer Einwanderer. Erst im 19. Jahrhundert kam der tiefgrüne Tannenbaum von den Bergen der Schwarzmeerküste nach Europa. Mit pyramidenartiger Gestalt, stabilen Zweigen und nichtstechenden Nadeln empfiehlt sich diese Tannenart geradezu als Weihnachtsbaum. Zudem hält es die Nordmanntanne verhältnismäßig lange in unseren gemütlich warmen Wohnzimmern aus. Durchschnittliche zwölf Jahre benötigt eine Nordmanntanne um auf die ideale Weihnachtsbaumgröße von zwei Metern heranzuwachsen.

Blaufichte

Die Blaufichte lässt sich gut schmücken. Ihre Zweige wachsen etagenförmig um den geraden Stamm. Dazwischen bleibt Platz für lange Kerzen und größeren Baumschmuck. Weil die Zweige recht kräftig sind, darf der Schmuck ruhig etwas schwerer sein. Manchmal habe die stechenden, nach Wald duftenden Nadeln eine eigentümlich bläuliche Farbe. In sechs bis sieben Jahren wächst eine Blaufichte ungefähr zwei Meter hoch.

Fichte

Bis in die Fünfzigerjahre des vergangenen Jahrhunderts hinein, war die dunkelgrüne Fichte der Renner unter den Weihnachtsbäumen. Sie gehört heute zu den preisgünstigeren Baumarten, nadelt jedoch recht schnell. Dafür verbreitet sie ihren typischen Fichtenduft im Weihnachtszimmer. Wer sich also für eine Fichte entscheidet, sollte sie erst kurz vor dem Fest schlagen.

Kiefer

Seltener findet sich eine Kiefer unter den Christbäumen. Ihre Wuchsform ist eher rundlich und die biegsamen Zweige neigen sich unter der Last des Weihnachtsbaumschmucks. Außerdem sind die langen Nadeln hinderlich, will man Kerzenhalter oder anderen Schmuck anbringen. Ihre Nadeln bleiben aber länger frisch, als die der anderen Bäume und bringen den angenehmen Kiefergeruch ins Zimmer.

 

Damals, als wir noch in unserer kleinen, abgeschiedenen DDR lebten, kauften wir ja meist zwei Weihnachtsbäume. Es gab nämlich zwei Sorten geeigneter Nadelbäume, die Eine wuchs schön gerade, besaß wenig Zweige, die Andere hatte einen krummen, schiefen Stamm aber viele schöne Zweige. Also bohrten wir in den geraden Stamm ausreichend Löcher und befestigten darin die schönen Zweige des krummen Baumes. Reichlich Lametta drüber, und fertig war der perfekte Weihnachtsbaum.

(Bild: Eigenwerk)

Künstlich oder echt

 

Von ebenmäßiger Gestalt, nicht nadelnd und wiederverwendbar ist der künstliche Weihnachtsbaum. Auf den ersten Blick sieht man es modernen Kunstbäumen kaum noch an, das sie nicht echt sind, der Duft lässt sich bei Bedarf auch mit Raumspray erzeugen. Dennoch entscheiden sich die Bewohner von zweidritteln aller deutschen Haushalte für einen echten Weihnachtsbaum.

 

Nun ist die Idee des Kunstbaumes gar nicht mal so neu. Der wahrscheinlich älteste künstliche Weihnachtsbaum stammt aus dem Jahr 1886, so steht es zumindest im Guinnessbuch der Rekorde. Ganze dreißig Zentimeter misst der kleine, aus Bast gefertigte Baum aus England. Er wird samt original Schmuck und Verpackung von Generation zu Generation weitergegeben.

Damit der Baum zur Weihnachtszeit uns hocherfreut

Egal, für welche echte Baumart wir uns entschieden haben, wir möchten einen frischen Christbaum der möglichst lange hält.

Also achten wir bei der Auswahl auf:

  • - die Nadeln - sie sollten grün sein und glänzen
  • - weiche biegsame Tannennadeln
  • - die Schicht unter der Rinde - sollte noch feucht sein
  • - die Schnittfläche - sollte hell aussehen

Wenn wir den Baum schütteln oder den Stamm auf den Boden stampfen, darf er nur wenige Nadeln aus seiner Mitte abwerfen.

Haben wir nun den Traumbaum erworben, bewahren wir ihn an einem windgeschützten, kühlen Ort auf. Am besten stellen wir ihn in einen Eimer mit Wasser, damit er nicht vorzeitig austrocknet.

Dann kommt der Tag, für den der Weihnachtsbaum gemacht wurde. Zumindest der echte, natürliche Christbaum braucht täglich etwa einen Liter Wasser, damit er frisch bleibt. Idealerweise stellen wir ihn deshalb in einen Christbaumständer mit Wasserbehälter. Solange der Baum noch eingenetzt ist, lässt er sich bequem aufstellen. Steht er dann fest in seinem Weihnachtsbaumständer, schneiden wir das Netz von unten nach oben auf. So kann sich unser Weihnachtsbaum langsam und schonend "entfalten", bevor wir ihn wundervoll herausputzen.

Woher kommen unsere Weihnachtsbäume

 

Wir alle kennen das Klischee von Vater und Sohn, die am Weihnachtsmorgen durch den verschneiten Wald stapfen um den idealen Weihnachtsbaum zu fällen. Wer tatsächlich seinen Baum selber schlagen möchte, frage den örtlichen Förster. Auf vielen Plantagen und Höfen wird das Baumschlagen zum vorweihnachtlichen Event mit Glühwein, Grillwurst und Lagerfeuer. Adressen dieser Veranstalter gibt es sicher bei Google, aber auch auf der Webseite des Bundesverbandes der Weihnachtsbaumerzeuger.

 

 

 

Winterwald (Bild: Eigenwerk)

Oft wird behauptet, unsere Bäume kämen vorwiegend aus dem Ausland, doch die Statistik sagt etwas anderes aus. Demnach werden rund 28 Millionen Weihnachtsbäume jährlich in Deutschland verkauft, 2012 wurden davon lediglich 1.973.968 Bäume importiert.

Künftige Christbäume wachsen hierzulande meist auf Plantagen und binden pro Hektar bis zu 145 Kilogramm Kohlendioxid. Übrigens ist das Sauerland der wichtigste Baumlieferant, dort befindet sich das größte zusammenhängende Weihnachtsbaum-Anbaugebiet in Europa. Wie überall in der Landwirtschaft, wird auch in diesem Sektor um ökologisch vertretbare und wirtschaftlich rentable Methoden gerungen.

Mitte November beginnt die Christbaumernte. In der Regel bekommen die geschlagenen Bäume einige Tage Zeit zum Ausgasen, bevor sie verpackt und transportiert werden. Nach der Weihnachtszeit wird der echte Baum entsorgt, meist verheizt oder auf kommunalen Sammelplätzen abgelegt. Der künstliche Baum wird nach Gebrauch abgestaubt, vielleicht mit Pflegespray behandelt und für die nächsten Monate sorgfältig verpackt.

 

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