Soziale Angst - Häufigkeit

Soziale Ängste sind heutzutage keine Seltenheit mehr. Der Psychologie Professor Jerome Kagan konnte belegen, dass in etwa bei 10 bis 15 Prozent aller Kinder zwischen 4 und 15 Jahren Schüchternheit besonders ausgeprägt ist.


Soziale Ängste - Wann ist Schüchternheit nicht mehr normal?


In etwa zehn bis 15 Prozent aller Kinder zwischen vier und 15 Jahren leiden unter einer sozialen Angststörung.Zu einem geringen Maße hat jeder Mensch soziale Ängste und Schüchternheit, denn sie sichert unser aller Überleben. Wir alle sind Gruppenwesen, die von anderen Menschen akzeptiert und respektiert werden möchten. Wir wollen das Gefühl vermittelt bekommen, dazuzugehören. Soziale Ängste und Schüchternheit kommt immer dann ins uns auf, wenn wir beim Halten eines Referates Lampenfieber empfinden, Scham verspüren, wenn uns ein Glas auf den Boden fällt oder wenn bei einem Vorstellungsgespräch plötzliche Nervosität zum Vorschein kommt. Eine soziale Angststörung dagegen liegt laut DSM-IV dann vor, wenn der Betroffene eine starke und wiederholte Angst vor sozialen Situationen verspürt. Zudem zeigen diese Menschen sofort körperliche Angstreaktionen, sobald ihnen eine Konfrontation mit sozialen Situationen droht. Obwohl sie erkennen, dass die Angst total übertrieben ist, können sie nichts dagegen unternehmen. Daher versuchen sie solchen Situationen künftig so gut wie möglich aus dem Weg zu gehen. Menschen, die soziale Ängste haben, neigen zu extremen Selbstzweifeln und haben ein negatives Selbstbild. Immer wieder stellen sie sich die Frage, ob Sie schön oder intelligent genug sind, ob ihnen ein passendes Gesprächsthema einfällt und was andere über sie denken. Sie haben große Ängste davor, von anderen abgelehnt zu werden. Neben den psychischen Kennzeichen sozialer Angststörungen existieren körperliche. Diese reichen von Schweißausbrüchen, Zittern, Übelkeit und Kurzatmigkeit über Durchfall bis hin zu Panikattacken. Dies hat zur Folge, dass sich der Körper stets in Alarmbereitschaft befindet, was wiederum Schlafstörungen, Energiearmut sowie Reizbarkeit mit sich bringen kann. Von sozialer Angst betroffene Menschen haben ein schweres Schicksal. Wenn sie keine Therapie in Anspruch nehmen, kann es sein, dass soziale Ängste das ganze Leben dieser Menschen bestimmen. Betroffene haben die Wahl, gegen die Ängste anzukämpfen oder die Situationen, in denen die Ängste entstehen, zu meiden. Meist wird die zweite Alternative gewählt, weil sie auf den ersten Blick die einfachere zu sein scheint. Wenn Kinder häufig weinen, erstarren, sich an die Eltern klammern oder Wutausbrüche erleben, sollten Sie die Möglichkeit einer sozialen Angststörung in Betracht ziehen.


Was sind die Ursachen für soziale Ängste und Schüchternheit?


Sowohl die Gene als auch Umweltbedingungen können soziale Angst bedingen.Die Ursachen sozialer Ängste und Schüchternheit liegen sowohl in der Umwelt als auch in den Genen. Hinsichtlich der biologischen Anlage ist zu sagen, dass lediglich die Bereitschaft zu einer Entwicklung der Sozialangst vererbt werden kann. Es müssen aber noch andere Faktoren hinzukommen, damit die soziale Ängste und Schüchternheit zum Vorschein kommen. Auch das Temperament eines Menschen spielt eine Rolle dabei, ob jemand eine soziale Angststörung entwickelt oder nicht. Jedes Individuum erfährt seine Umwelt anders und reagiert auf eine unterschiedliche Art und Weise auf sie. Menschen, bei denen Verhaltenshemmung einen großen Teil des Temperaments darstellt, reagieren mit größter Obhut auf unbekannte Situationen. Aber wie bereits erwähnt, hat auch die Umwelt enorme Einflüsse auf die Entstehung von Schüchternheit und sozialer Ängste. Der Erziehungsstil, der von den Eltern der Betroffenen angewandt wurde, persönliche demütigende Erfahrungen sowie durch Beobachtungslernen leisten dazu einen großen Beitrag.

Warum Schüchternheit und soziale Ängste nicht von alleine verschwinden

Gehen Sie nicht davon aus, dass sich die soziale Angststörung Ihres Kindes mit der Zeit von selbst wieder gibt. In den meisten Fällen ist dieses Phänomen chronisch und kann nur mithilfe von professioneller Hilfe beseitigt werden.Angst vor der Ablehnung von anderen ist von chronischer Natur. Die Vermeidungsstrategie, die von den Betroffenen meist gewählt wird, führt zu keiner Besserung der Situation. Wenn Sie Ängste vor Referaten, einer Spinne oder vor Höhen haben, bringt es Sie nicht weiter, wenn Sie diese Situationen immer wieder meiden. Statt einer Besserung tritt vielmehr das Gegenteil ein – soziale Ängste verschlimmern sich, denn Habituation (=Gewöhnung) wird verhindert. Betroffene sollten die bedrohlichen Situationen bewusst konfrontieren, damit der Körper allmählich lernt, dass keine reale Gefahr droht. Dadurch würden sich gleichsam ihre Denkmuster verändern. Sie würden erkennen, dass sie aus bedrohlichen Situationen lernen und wachsen können. Die Vermeidungsstrategie ist zudem schlecht für das Selbstwertgefühl. Irgendwann werden sie ein schlechtes Gewissen entwickeln, wodurch sie sich als Versager fühlen, weil sie von jeder bedrohlichen Situation davon gelaufen sind.

Wie man Ängste und Schüchternheit in den Griff bekommt


Die Konfrontationstherapie ist die beste Möglichkeit, um die soziale Angststörung zu überwinden.Wissenschaftler betonen immer wieder, wie hoch die Heilungschancen von Schüchternheit und sozialen Ängsten durch die Konfrontationstherapie sind. Man wird immer wieder mit den angstauslösenden Situationen konfrontiert, bis man sich an sie gewöhnt und keine Ängste mehr verspürt. Mit der Zeit werden Angst auslösende Erlebnisse ein Teil des Lebens und haben nicht mehr jene Macht über den Betroffenen, die sie vorher hatten. Andere sagen, die Konfrontationstherapie helfe deshalb, weil Betroffene ihre Erwartungen gegenüber den Angst auslösenden Situationen zu ändern. Begeben Sie sich daher immer wieder bewusst in Situationen, die Ihnen Ängste bereiten. Sie sollten es aber nicht übertreiben. Beginnen Sie Schritt für Schritt und steigern Sie das Niveau dann langsam immer wieder. Wie in vielen anderen Dingen auch, sind Konsequenz und Regelmäßigkeit besonders wichtig, um Schüchternheit und soziale Ängste zu bekämpfen. Machen Sie das so lange, bis Sie deutlich spüren, dass Ihre Ängste gemindert sind. Jede Konfrontationsübung sollte in etwa 90 Minuten dauern, um ein effektives Ergebnis zu erzielen. Wohingegen die Konfrontation bei den ersten Malen noch schwierig ist, gelingt sie im Weiteren immer leichter. Irgendwann sind soziale Ängste zur Gänze beseitigt und Betroffene können endlich einem normalen Leben nachgehen.

Wenn soziale Ängste und Schüchternheit bekämpft sind - Soziale Fähigkeiten aneignen 


Um die soziale Angststörung dauerhaft überwinden zu können, muss man sich soziale Kompetenzen aneignen. Dieser Prozess ist schwierig und dauert lange.Menschen, die in ihrem Leben soziale Situationen häufig gemieden haben, hinken ihren Mitmenschen hinsichtlich ihrer sozialen Fähigkeiten hinterher.Ihr Kind muss lernen, mit anderen Menschen Kontakt aufzunehmen. Ohne Verhaltenskompetenz ist es Betroffenen nicht möglich, harmonische Beziehungen mit anderen einzugehen. Zu diesem Bereich zählen das Zuhören, das Beginnen und Halten eines Gespräches, das Stellen von Fragen und das Bitten um Hilfe genauso wie das Komplimente-Machen und Annehmen, das sich Vorstellen bei anderen Menschen sowie die Gesellschaft mit anderen. Soziale Kompetenzen zu erwerben dauert sehr lange, wenn nicht sogar ein ganzes Leben lang. Man lernt im Umgang mit anderen Menschen immer wieder Neues dazu.


Soziale Ängste und Schüchternheit - Wenn die Konfrontationstherapie nicht anschlägt


Sollte die Konfrontationstherapie nicht die gewünschten Erfolge bringen, ist es notwendig, sich professionelle Hilfe zu suchen.Häufig, aber nicht immer bringt die Konfrontationstherapie in Selbsthilfe die gewünschten Erfolge. Probleme, die mit Angst zu tun haben, sind oft sehr komplex und nicht selten sogar mit anderen Störungen verknüpft. Wenn die Methode bei Ihrem Kind nicht angeschlagen hat, suchen Sie unbedingt professionelle Hilfe auf. Ein spezifisch ausgebildeter Psychologe oder Psychiater weiß genau, wie er Ihr Kind aus dem Teufelskreis sozialer Ängste befreit.

Fazit über soziale Ängste und Schüchternheit

Es gibt eine effektive Möglichkeit, um Schüchternheit und soziale Ängste durch Selbsthilfe zu bewältigen. Seien Sie also durchaus optimistisch, wenn Sie in die Zukunft blicken. Wenn Sie es alleine nicht schaffen, gibt es schließlich immer noch den Experten, mit dem Sie das Problem gemeinsam aus der Welt schaffen.

http://www.bilderbox.com/
Quelle der Bilder

Autor seit 4 Jahren
119 Seiten
Laden ...
Fehler!