Warum ist ein Besuch der Museen im Dreiländereck besonders ergiebig?

Plakat zur Ausstellung "Behind the Future,Weltkulturerbe Völklinger Hütte/Nicolas Dhervillers

Es sind 21 Kunstschaffende mit ihren Werken, unter anderen Sol LeWitt, August Sander, Ben Vautier, oder Otto Steinert, vertreten. Junge Künstler wie Gregor Hildebrandt, Raphaël Dallaporta, Roland Fischer, sorgen  bei der  parallel zur "dOCUMENTA " in Kassel, statt findenden MONO 2012 für spannende Perspektiven auf die internationale zeitgenössische Kunst. Die Exponate sind vom 1.Juni bis zum 9.September 2012, im Centre Pompidou Metz, im Weltkulturerbe Völklinger Hütte, dem Saarland.Museum und dem Mudam in Luxemburg, zu besichtigen.

Meinrad Maria Grewenig, Generaldirektor des Weltkulturerbes Völklinger Hütte, zeigt auf, dass die Großregion SaarLorLux, mit den Römern in Trier, der Völklinger Hütte, der Luxemburger Altstadt, der Place Stanislas in Nancy und den Festungsanlage Vaubans, im lothringischen Longwy, eine ungewöhnliche hohe Konzentration von Weltkulturerbestätten aufweist. Er will mit der MONO 2012, mit dem Bekanntheitsgrad der hochkarätigen Museen, zusätzlich das touristische Potential nutzen.

Die MONO 2012 im Saarland

Im Saarland wird der Schwerpunkt der MONO 2012 auf die Fotografie gelegt.

Im Saarland.Museum und der Völklinger Hütte stellen der international anerkannte deutsche Fotograf Roland Fischer, der als Erster  mit überdimensionalen Bildgrößen in der Fotografie arbeitet, und der französische Fotograf Nicolas Dhervillers, die beide zum Umfeld der "New Photography" zählen, ihre mehr als 100 Arbeiten, auf einer Fläche von 2.000 Quadratmetern, aus.

Cylinder 2012, Weltkulturerbe Völklinger Hütte/Nicolas DhervillersDie Völklinger Hütte zeigt die erste Einzelausstellung "Behind the Future" von Nicolas Dhervillers, der 2010 den "ZOOM", den französischen Preis der Fotopresse, gewann. Er fotografierte die Völklinger Hütte und entführt den Betrachter, mit den aufregenden Aufnahmen aus dem Innern des weltweit einzigartigen Eisenwerks, in eine mögliche phantastische Welt der Zukunft.

Mit seinen Landschaftsfotos und unverwechselbaren Schwarzweißaufnahmen mit der er sich auch international einen Namen machte, ist, in der Städtischen Galerie Neunkirchen, Peter Schlör, vertreten.

Auch Otto Steiner, der ebenso wie Schlör mit der Subjektiven Fotografie in Verbindung gebracht wird und die beide als wichtigste deutsche Fotografen des 20. Jahrhunderts gewertet werden, sind mit ihren Werken, im Museum Schloss Fellenberg, in Merzig und in der Galerie der Hochschule der Bildenden Künste Saar, in Saarbrücken, vertreten.

Der gebürtige Saarbrücker Steinert lehrte von 1948 bis 1959 an der Staatlichen Schule für Kunst und Handwerk. Er zeigt Fotografien aus dem Saarbrücken der fünfziger Jahre und Arbeiten seiner Studenten.

Im Museum Schloss Fellenberg in Merzig sind Fotografien von Otto Sander, der mit seiner Porträtsammlung "Menschen des 20. Jahrhunderts" berühmt wurde, zu sehen.

Im Saarländischen Künstlerhaus präsentiert der 1974 geborenen Gregor Hildebrandt dessen Hauptmaterial seiner Kunstwerke bespielte Bänder von Audio- und Videokassetten sind, seine Arbeit. In den Titeln oder in Zitaten finden sich oft Hinweise auf Musikstücke und Songtexte, die den "Sondtrack" zu seinen Kunstwerken bilden. Arbeiten des Künstlers sind in den Sammlungen des Centre Pompidou in Paris, der Berlinischen Galerie und der Sammlung zeitgenössische Kunst des Bundes vertreten.

Die MONO 2012 in Lothringen

Es ist die experimentelle Kunst, vor allem die Konzeptkunst, die in Lothringen im Vordergrund steht.

Im Centre Pompidou Metz wird eine in Europa bisher einzigartige Retrospektive des amerikanischen Konzeptkünstlers Sol LeWitt (1928–2007), unter anderem 33 in den Jahren 1968 bis 2007 entstandene Wandzeichnungen, die  "Sol LeWitt – Walldrawings 1968-2007", gezeigt. Diese Wandzeichnungen, deren Form von Sol LeWitt in Anleitungen und Diagrammen detailgenau beschrieben wurde, wurden von anderen Künstlern direkt auf die Wände des Centre Pompidou aufgebracht.

Schrift und Text stehen, im Château de Malbrouck in Manderen und im Zentrum für zeitgenössische Kunst der Synagoge von Delme, Ben Vautier einer der wichtigsten Vertreter der Fluxus-Bewegung und der 1974 in Mexiko geborenen Erick Beltrán, im Vordergrund ihrer Arbeiten.

Das Metzer Kunstzentrum "Faux Mouvement" präsentiert eine Ausstellung des 1936 geborenen Performance-Künstlers und Poeten John Giorno, der Teil der New Yorker Beat Generation war. In den sechziger Jahren initiierte er das Experiment "Dial-A-Poem", bei dem erstmals Jeder, unter einer bestimmten Telefonnummer, Gedichte anhören konnte. Bekannt wurde Giorno durch Andy Warhols Experimentalfilm "Sleep" von 1963.

Im Kunstzentrum FRAC, in Metz, sind Bilder des amerikanischen "Lichtkünstler" Doug Wheeler zu sehen. Er machte sich mit Lichtinstallationen, in denen er mit der Architektur des Raums und Licht arbeitete, einen Namen. Seine Kunstwerke wurden in bedeutenden Museen wie der Tate Gallery London und dem Guggenheim Museum in Bilbao ausgestellt.

Die MONO 2012 in Luxemburg

In den Luxemburger Museen können die Kunstinteressierten ein breites Spektrum internationaler zeitgenössischer Kunst erleben. Das vom Star-Architekten Ieoh Ming Pei errichtete Musée d'Art Moderne Grand-Duc Jean (Mudam) zeigt, zum Beispiel, Ausstellungen vier zeitgenössischer Künstlerinnen.

Die bedeutendste kroatische Künstlerin Sanja Ivekovic stellt in ihrem politisch engagierten Werk Gender, Erinnerung und Identität im Mittelpunkt. "Sanja Ivekovic. Waiting for the Revolution" zeigt Werke aus der Zeit von 1975 bis heute.

Auch die Portugiesin Filippa César beschäftigt sich mit der jüngeren Geschichte ihres Heimatlandes, dem Ende des Salazar-Regimes und der Entlassung der portugiesischen Kolonie Guinea-Bissau in die Unabhängigkeit.

Die New Yorkerin Sarah Sze und die Engländerin Sarah Bates machten sich mit Installationen einen Namen.

Die aus Zeichnungen und Wortfragmenten bestehenden grafischen Kompositionen des englischen Künstlers Simon Evans sind gleichzeitig Tagebuch und "Écriture automatique”. Die futuristischen Fahrzeuge, die die Werke des in Athen lebenden britischen Künstlers Steven C. Harvey bevölkern, lassen das Bild einer "dystopischen" anti-utopischen Welt entstehen.

Das Kunstzentrum Casino Luxembourg zeigt Zeichnungen, Skulpturen und Installationen des Belgischen Künstlers Wesley Meuris. Mit offenen Tierkäfigen will dieser unseren Blick für Dinge, die wir im normalen Alltag übersehen, die aber trotzdem eine Bedeutung für unsere Interpretation der Welt haben, schärfen. Im Centre d'Art Dominique Lang et Nei Licht in Dudelange, sind Arbeiten der beiden luxemburgischen Künstlerinnen Carine und Elisabeth Krecké zu sehen.

Das Centre National de l'Audiovisuel, CNA,  in Dudelange zeigt in der Ausstellung "Observations" Fotoserien des Pariser Künstlers Raphaël Dallaporta. 2010 gewann er den Infinity Award in der Sparte "Junge Fotografen", die das International Center of Photography in New York für ausgezeichnete fotografische Leistungen vergibt. Seine Fotoarbeiten wurden bereits mehrfach auf dem bedeutenden Fotofestival in Arles ausgestellt.

Ausgerüstet mit einem Museumspass, mit dem Busshuttle zur MONO

Die Besucher können, mit einem Museumspass versehen, alle Ausstellungsorte zum ermäßigten Preis besuchen. Zum Zielort, den großen und kleineren Museen im Dreiländereck von Deutschland, Frankreich und Luxemburg, bringt sie jeweils ein Shuttle-Busse.

Fabergé-Eier im Museum in Baden-Baden

Fabergé-Eier im Museum in Baden-Baden (Bild: Faberge Museum Baden-Baden)

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