Was ist eigentlich an Kichererbsen so lustig?

Manch einer soll schon beim Kochen die Ohren gespitzt haben, ob da nicht ein Geräusch zu vernehmen sei, das erklären könnte, wie die Kichererbse zu ihrem Namen kam. Doch Fehlanzeige – sowohl bezüglich eines Geräusches als auch des Gedankenganges.

"Kichererbse" ist vielmehr doppelt gemoppelt. Auf Latein heißt Erbse nämlich "cicer", wovon es zum Kichern nicht mehr weit war. Statt die Hülsenfrucht also beispielsweise vornehm als Cicero-Erbse zu bezeichnen oder womöglich als Erbsenerbse, bürgerte sie sich hierzulande als Kichererbse ein.

Wertvoller Inhalt


Kichererbsen haben es in sich. Mit 18 % Eiweiß, 60 % Kohlenhydraten, nur 5 % Fett und 12 % Ballaststoffen empfehlen sie sich bereits als gesundes Nahrungsmittel. Dazu punkten sie mit den Vitaminen A, B1, B6, Folsäure, Lysin, Eisen, Magnesium und Zink. Hildegard von Bingen setzte Kichererbsen sogar gegen Fieber ein.

(Bildquelle: Kirti Poddar/Commons Wikimedia)

 

Behandlung vor der Zubereitung

 

Getrocknete Kichererbsen sind vor dem Zubereiten für mindestens 12 Stunden in Wasser einzuweichen. Anschließend ist das Wasser fortzugießen, da sich in ungekochten Kichererbsen Giftstoffe befinden, die ins Wasser übertreten. Nach dem Einweichen sind Kichererbsen nochmals abzuspülen, danach können sie unbesorgt verarbeitet und gegessen werden.


Bildquelle: AMALAN619/Commons.Wikimedia

Nach zwölfstündigem Einweichen sind sie nach weiteren zwei Stunden Kochzeit gar. Waren sie 24 Stunden eingeweicht, dauert der Kochvorgang nur noch 30 – 40 Minuten. Alternativ empfiehlt sich ein Schnellkochtopf, der die Garzeit nach 12-stündiger Einweichzeit drastisch auf maximal 45 Minuten reduziert. 

Wem das Einweichen und Garen zu lange dauert und wer spontan zu Kichererbsen greifen möchte, der nimmt die bereits vorgekochten Kichererbsen in Konservendosen oder Gläsern.

 

Rezept-Teil


Dass Gemüse vor seiner Verwendung gründlich zu waschen ist, versteht sich von selbst und ist in den Rezepten nicht extra erwähnt.

Eintopf mit Kichererbsen und Cashewnüssen

Zutaten für 5 Portionen:

350 g Kichererbsen, getrocknet • bzw. 1 Dose zu 800 g • 500 g Chinakohl • 2 Chilischoten, frisch oder getrocknet • 100 g Cashewnüsse • 1 Dose Kidneybohnen zu 400 g • 2 Bund Schnittlauch • 1 Prise Salz

Zubereitungszeit 20 min - Gesamtzeit 120 min:

Die getrockneten Kichererbsen 12 Stunden in 1,5 Liter Wasser einweichen. Das Einweichwasser abgießen, die Kichererbsen gründlich abspülen und in 1,5 Liter frischem Wasser zugedeckt in zwei Stunden bei geringer Wärmezufuhr gar kochen. In der Zwischenzeit die Chinakohlblätter vom Strunk lösen und in Streifen schneiden. Die Stielansätze in Würfelchen schneiden. Chilischoten entkernen und fein hacken sowie die Cashewnüsse halbieren. Den Schnittlauch in kleine Röllchen schneiden und mit den fein gewürfelten Chinakohlstielansätzen vermengen. Die Kidneybohnen in einem Sieb gut abspülen. Circa 20 Minuten gegen Ende der Garzeit die Chinakohlstreifen an die Kichererbsen geben. Zum Schluss Chilischoten und Kidneybohnen unterrühren und noch kurz mitkochen. Vor dem Servieren mit Salz abschmecken und die Cashewnusshälften sowie das Schnittlauchröllchen-Chinakohlstielwürfel-Gemisch über den Eintopf streuen.

Kichererbsen-Püree

Zutaten für 12 Portionen:

350 g Kichererbsen, getrocknet • bzw. 1 Dose zu 800 g • 3 Knoblauchzehen • 150 g Sesampaste (Tahine) • 6 Esslöffel Zitronensaft • 2 knappe Teelöffel Salz • 2 Esslöffel Olivenöl • 1 Granatapfel

Zubereitungszeit 45 min - Gesamtzeit 180 min:

In 1,5 Liter Wasser für 12 Stunden die getrockneten Kichererbsen einweichen, Einweichwasser wegschütten, Kichererbsen abspülen und in 1,5 – 2 Litern Wasser in 2,5 – 3 Stunden bei geschlossenem Deckel und milder Hitze weichkochen. – Im Schnellkochtopf verkürzt sich die Garzeit auf rund 45 Minuten. – Anschließend abgießen und erkalten lassen. Knoblauchzehen pellen und in Stücke schneiden. Den Granatapfel aufbrechen und die Kerne herausnehmen. Zwei bis drei Esslöffel der Kichererbsen beiseitestellen, den Rest zusammen mit dem Knoblauch und der Sesampaste mit dem Schneidstab eines Handrührers pürieren und dabei das Salz, den Zitronensaft und einen Viertelliter Wasser zufügen. Das fertige Püree in eine Schüssel geben, mit Olivenöl beträufeln und mit den ganz gebliebenen Kichererbsen und den Granatapfelkernen bestreuen. Kichererbsen-Püree kann als Beilage zu einem orientalischen Gericht serviert werden und schmeckt auch allein gut mit Fladenbrot.

Ölscheichs Leibspeise

Zutaten für 4 Portionen:

Ausreichend für den Scheich und seine drei Lieblingsfrauen: • 1 Dose Kichererbsen zu 400 g • 500 g Rinderrouladen • 2 Zwiebeln • 5 Knoblauchzehen • 5 Esslöffel Olivenöl • 350 g Langkornreis • 2 Teelöffel Kreuzkümmel, gemahlen • 1 Teelöffel Kurkuma • 1 Prise Salz • 1 Liter heißes Wasser • 1 Bund glatte Petersilie

Zubereitungszeit 30 min - Gesamtzeit 70 min:

Das Rouladenfleisch kalt abspülen, trockentupfen und in Streifen schneiden. Geschälte Zwiebeln in feine Längsspalten schneiden. Knoblauchzehen pellen und fein hacken. In einem großen Topf das Olivenöl erhitzen und die Rouladenstreifen darin anbraten. Nach wenigen Minuten den ungekochten Reis, die Zwiebeln sowie den Knoblauch zufügen und bei geringer Hitze unter Rühren glasig werden lassen. Nun folgen Kichererbsen, Kreuzkümmel, Kurkuma und Salz. Gleich darauf mit einem Liter heißem Wasser aufgießen, umrühren und circa 40 Minuten zugedeckt bei geringer Hitze köcheln, bis die Flüssigkeit nahezu verdampft ist. Gelegentlich kontrollieren. Die Petersilie klein schneiden und über das fertige Gericht streuen.

Kichererbsen-Salat mit Schafskäse

Zutaten für 2 Portionen:

1 Dose Kichererbsen, 800 g • 125 g getrocknete, in Öl eingelegte Tomaten • 200 g Schafskäse bzw. Feta • etwas glatte Petersilie • 2 Knoblauchzehen • 1 kleine Zwiebel • 1 Beutel Pfefferminztee • 3 Esslöffel Zitronensaft • 2 Esslöffel Öl: von den eingelegten Tomaten, sonst Olivenöl • 1 Prise schwarzer Pfeffer • 1 Prise Salz

Zubereitungszeit 20 min - Gesamtzeit 20 min:

Knoblauchzehen und Zwiebel pellen und fein hacken. Petersilie und Tomaten klein schneiden. Schafskäse in kleine Würfel schneiden. Alles mit den abgespülten Kichererbsen mischen. Teebeutel aufschneiden und daraus die getrocknete Pfefferminze mit dem Öl, Zitronensaft, Pfeffer und Salz zu einem Dressing verrühren und dieses über den Salat gießen und vorsichtig unterheben.

Textdompteuse, am 28.03.2012
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Bildquelle:
Kerstin Schuster (Wie macht man gefüllte Champignons?)
https://pagewizz.com/users/Adele_Sansone (Wie macht man Tiramisu? Original und leckere Variationen dazu)

Autor seit 5 Jahren
48 Seiten
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