Vorab hier schon einmal die Tabelle zur Nutzwertanalyse:

 

Sehr gut 9
Gut 6-8
Mittel 3-5
Schlecht 0-2

 

 

Bei einer Nutzwertanalyse gewichtet man die Bedeutung der Entscheidungskriterien zahlenmäßig. Danach entscheidet man ebenso zahlenmäßig, inwieweit die Variante die einzelnen Entscheidungskriterien erfüllt. Dann wird noch ein bisschen multipliziert und addiert, und dann hat man für jede Entscheidungsalternative eine Zahl. Die mit der höheren Zahl ist – aus der eigenen Sicht heraus – die bessere Variante.

So sieht das bei meinem Zeltbeispiel aus:

1. Kriterien für die Nutzwertanalyse

Die Entscheidungskriterien benennen. Bei mir sind es: Größe, Qualität, Farbe, Preis. Genauer gesagt soll das Zelt möglichst groß sein, eine gute Qualität haben, eine halbwegs vernünftige Farbe und der Preis soll nicht zu hoch sein.

 

Wichtig ist, dass die ausgewählten Kriterien möglichst wenig Miteinander zu tun haben. Sonst wird das Ergebnis verfälscht; wenn ich beispielsweise statt eines Merkmals Qualität als Kriterien Haltbarkeit und Regendichtigkeit und Verwendung hochwertiger Materialien ansetze, wird dieses Merkmal überproportional gewichtet.

2. Gewichtungen bei der Nutzwertanalyse

Dieser Bereich ist besonders wichtig. Es werden zunächst die Entscheidungskriterien gewichtet. Also, meine zentralen Punkte sind die Größe und die Qualität; das Zelt soll nicht so schnell kaputtgehen und keinen Regen hereinlassen. Die Farbe ist mir nicht so wichtig, dafür darf es ruhig ein paar Euro mehr kosten. Ich vergebe folgende Gewichtungen: 

Größe 6

Qualität 8

Farbe 1

Preis 4

Danach wird bei der Nutzwertanalyse der sogenannte Erfüllungsgrad beurteilt. Und zwar erst mal für alle Alternativen. Inwieweit wird ein Kriterium bei Variante A verwirklicht? Inwieweit bei Variante B? Maßgeblich ist wieder oben genannte Tabelle.

 

Bei den Zelten ist das so: Das Blaue von High Peak ist ziemlich groß, von der Qualität her finden es einige ganz ordentlich, andere beklagen Wassereinbrüche (ist also wohl qualitativ so wie unser Jetziges), der Preis ist recht niedrig. Das von Jack Wolfskin ist nicht größer als das Jetzige, braun, von der Qualität her super, der Preis ist aber auch sehr hoch. Ich vergebe folgende Erfüllungsgrade:

 

High Peak Jack Wolfskin
Größe 9 3
Qualität 4 9
Farbe 7 8
Preis 8 3

 

3. Rechnen

Jetzt kommt der letzte und einfachste Schritt der Nutzwertanalyse: Die Berechnungen. Zuerst für Variante A. Kriterium 1, der Erfüllungsgrad dazu, mal die Gewichtung für Kriterium 1. Ergebnis aufschreiben. Dann das Ganze für Kriterium 2, usw. Am Ende die Ergebnisse der Multiplikationen addieren. Es erscheint das Ergebnis für Variante A. Dann diese Berechnungen genauso für Variante B durchführen. Welche Ergebniszahl ist höher? Das ist nach der eigenen Einschätzung das bessere Produkt!

 

Meine Berechnung für "High Peak" lautet:

Kriterium Größe: Erfüllungsgrad 9, mal Gewichtung 6, ergibt 54.

Kriterium Qualität: Erfüllungsgrad 4, mal Gewichtung 8, ergibt 32.

Kriterium Farbe: Erfüllungsgrad 7, mal Gewichtung 1, ergibt 7.

Kriterium Preis: Erfüllungsgrad 8, mal Gewichtung 4, ergibt 32.

54 plus 32 plus 7 plus 32 ergibt 125. 

 

Für das von Jack Wolfskin: Größe 3 x 6 = 18, Qualität 9 x 8 = 72, Farbe 8 x 1= 8, Preis 3 x 4= 12, ergibt insgesamt 110. 110 ist einiges weniger als 125, die Ergebniszahl für das andere Produkt. Also ist nach der Nutzwertanalyse für mich das Zelt von High-Peak das richtige!

Autor seit 5 Jahren
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