Es ist eine traurige Tatsache, dass fast die Hälfte, der Leute, die ein neues Trainingsprogramm beginnen, nach spätestens drei bis sechs Monaten wieder damit aufhören. Der Grund ist kein Geheimnis: Der Mensch ist von Natur aus faul. Die Evolution hat in uns einen starken Instinkt ausgeprägt, jede unnötige Anstrengung zu vermeiden. Wenn du also aus deinem Training eine dauerhafte Gewohnheit machen möchtest, mußt du versuchen diesen Instinkt überwinden.

Die gute Nachricht ist, dass die Sportpsychologie mit einer Anzahl an effektiven Tricks aufwarten kann, um dich bei diesem Prozess zu unterstützen. Nachfolgend findest du ein paar Tipps und Tricks, wie du es schaffst dir selbst zu einem aktiveren Lebensstil zu verhelfen:

(1) Finde eine Sportart, die zu dir passt

Viele Trainingseinsteiger machen den Fehler und lassen einen Personal Trainer, das Fitness Studio oder sonst jemanden für sich entscheiden, welcher Sport für sie gut sein soll. Leider ist die Wahl in den meisten Fällen falsch. Du wirst nur bei einer Sportart oder Aktivität bleiben, wenn dir das, was du tust, auch wirklich Spass macht. Es gibt dutzende von Sportarten und Bewegungsformen. Ausdauersportarten wie Laufen, Schwimmen, Radfahren, Skilanglaufen, Rudern oder Inlineskaten. Moderate Bewegungsformen wie Wandern, Walking, Nordic Walking. Rückschlagsportarten wie Tennis, Badminton, Squash. Kampfsportarten, wie Judo, Karate, Taekwondo, Kungfu, Capoeira. Kraftsportarten wie Bodybuilding. Mannschaftssportarten wie Basketball, Fußball, Handball, Volleyball. Oder Pilates, Yoga, Ballett, Synchronschwimmen etc. Die Liste ist endlos. Wichtig ist dabei, dass du dir eine Sportart aussuchst, die DIR wirklich Spass macht. Denn das erhöht die Chancen, dass du länger bis langfristig dabei bleibst. Viele Anbieter offerieren Probestunden oder ein Probeabo, damit du herausfinden kannst, ob dir der Sport Spass macht. Scheu dich auch nicht mehrere Sachen auszuprobieren. Equipment lässt sich oft für einen fairen Preis ausleihen.

(2) Streich die „ich-habe-keine-Zeit“-Ausrede aus deinem Vokabular

Ein weiterer Trick, damit du dein Training in eine Gewohnheit verwandeln kannst, ist dir einen regelmäßigen Termin dafür zu setzen. "Ich-habe-keine-Zeit" ist die am häufigsten gebrauchte Ausrede, wenn es darum geht ein Training einmalig oder generell ausfallen zu lassen. Es ist eine wenig erfolgreiche Strategie sich jeden Tag aufs neue vorzunehmen, heute etwas für den Körper  tun zu wollen. Statt dessen solltest du mindestens 24 Stunden im voraus planen und dir einen bestimmten Zeitraum dafür fix in deinen Terminkalender eintragen. Mach einen Termin mit dir selbst.

Natürlich gibt es ein paar Zeitkiller, die sich reduzieren lassen und damit du zusätzliche Zeit zur Verfügung hast.

+ Reduziere deine Fernsehzeit oder mach ein kleines Gymnastik- oder Krafttraining während des Fernsehens.
+ Geh 30 Minuten früher zu Bett und steh dafür 30 Minuten früher auf. Mach in den 30 Minuten deine Morgengymnastik oder einen Morgenlauf.
+ Wähl dir mindestens eine Bewegungsform, die sich überall ausführen lässt, wie beispielsweise Joggen (Laufen), Walken (Spazierengehen).
+ Wenn du die Möglichkeit hast während deiner Mittagspause Sport zu treiben, dann nimm das wahr. Manche Firmen haben sogar eigene Fitness-Studions und Hallenbäder. Ein Spaziergang oder ein kurzer Lauf in der Mittagspause gibt deinem Gehirn mehr Sauerstoff und deinem Körper Abwechslung von der sitzenden Tätigkeit.
+ Kauf dir einen Heimtrainer, wie ein Indoor Bike, einen Crosstrainer oder ein Laufband. Dann kannst du auch während des Fernsehens trainieren und hast keine Ausrede wegen des Wetters.
+ Erledige was immer geht zu Fuß oder mit dem Fahrrad anstatt mit dem Auto.

(3) Nutze das Lustprinzip

Training fühlt sich vor allem Anfangs oft etwas unangenehm an. Besonders wenn du es damit übertreibst. Training bedeutet körperliche Anstrengung und Schweiß. Alles, wo du dich körperlich nicht anstrengen musst, ist kein sportliches Training sondern Wellness. Mit Wellness wirst du jedoch nicht fit. Wellness ist etwas, was du dir NACH der körperlichen Anstrengung gönnen kannst.

Achte bei jeder neuen Sportart, die du anfängst darauf, es langsam anzugehen. Sowohl in Umfang (Dauer) als auch in der Intensität. Wenn du meinst es den Leuten gleich tun zu wollen, die die Sportart schon seit Jahren ausüben, dann bist du auf dem besten Wege schnellstens wieder die Lust an deinem Sport zu verlieren. Du wirst dich frustrieren. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Und alle, die es zu einer Meisterschaft in ihrem Sport gebracht haben, haben irgendwann einmal in ihrer Vergangenheit klein angefangen. Mit Babyschritten.

Gruppen werden oft von einer Gruppendynamik beherrscht, der es sich schlecht entziehen lässt, außer du bist dir dessen bewußt und hast genügend Selbstbewußtsein, das zu tun, was DIR gut tut. Wähle die Intensität und die Dauer des Trainings, die DIR gut tut, nicht dem Gruppentrainer und nicht deinem Nachbarn in der Gruppe. Denen ist es ziemlich egal, wie es dir geht. Achte auf dich selbst und übernimm Verantwortung für deinen Körper und das, was du tust. Du steckst in deinem Körper und DU fühlst, ob dir das Training gut tut, oder ob es dich nur fertig macht und weiter stresst. Nach dem ersten Training solltest du dich belebt und erfrischt fühlen, anstatt ausgepumpt. Das gibt dir ein gutes Gefühl und sorgt dafür, dass du Lust auf mehr hast, dass du dich auf die nächste Trainingseinheit freust.

(4) Gib deinem Training einen Sinn

Ein weiterer Trick, der dir dabei helfen soll, deinem gewählten Trainingsprogramm treu zu bleiben, ist der deinem Training einen praktischen Sinn zu verleihen. Nur auf einem Laufband zu laufen kommt den meisten Leuten ziemlich sinnlos vor. Wenn du dagegen einen Hund hast, kannst du mit deinem Hund laufen oder spazierengehen. Der Hund muss sowieso raus. Spinningstunden sind im Prinzip genauso sinnlos. Wenn du aber mit dem Fahrrad zur Arbeit fährst, schlägst du vier Fliegen mit einer Klappe. Du hast dein tägliches Fitnesstraining, du sparst Geld, belastest weniger die Umwelt und brauchst keine zusätzliche Zeit für dein Fitnesstraining aufwenden, weil du es auf deinem Arbeitsweg erledigen kannst. Versuche einen praktischen Nutzen in dem Training deiner gewählten Sportart zu finden, und es fällt dir leichter, dauerhaft dabei zu bleiben.

(5) Setz dir Ziele

Warum sind Ziele so effektiv? Ziele fokussieren uns auf Erfolgserlebnisse, die uns motivieren, das zu tun, was uns dabei hilft das Ziel zu erreichen. Damit du beim Training Erfolgserlebnisse hast, ist es sinnvoll, dass du dir messbare, erreichbare Ziele setzt. Messbar deshalb, damit du selbst überprüfen kannst, ob du sie erreicht hast oder nicht. Und für dich erreichbar sollten sie sein, da du dich andernfalls frustrierst. Allerdings sollten die Ziele auch nicht zu leicht erreichbar sein, sonst fehlt die Herausforderung. Du fühlst dich unterfordert und wirst ebenfalls frustriert. Dein erstes Ziel sollte es beispielsweise sein, für mindestens vier Wochen jedes Training zu absolvieren. Damit ist gemeint, kein einziges Training ausfallen zu lassen. Keine Ausrede gilt. Vier Wochen ist auch der ungefähre Zeitraum, den es braucht, um eine Gewohnheit auszubilden. Dabei solltest du mindestens drei mal pro Woche einem Training nachgehen. Gleichzeitig sind vier Wochen auch ein überschaubarer Zeitraum, vor dem du keine Angst haben musst.

(6) Mach ein Gemeinschaftsprojekt daraus

Vielen Leuten fällt es leichter regelmäßig ein Training durchzuführen, wenn eine soziale Komponente darin enthalten ist, anstatt eines Trainings, dass allein durchgeführt wird. Wenn es dir schwer fällt dich allein zu einem regelmäßigen Training aufzuraffen, dann überzeuge deinen Ehe- oder Lebenspartner, einen Freund/eine Freundin, einen Arbeitskollegen/eine Arbeitskollegin, dass ihr eine Sportart gemeinsam erlernt. Allerdings sollte diese Sportart euch beiden Spass machen (siehe Tipp 1). Du kannst dich auch einem Verein anschließen, in einem Fitness-Studio trainieren oder dir einen Personal Trainer nehmen. Finde einen Trainingspartner über das Internet, oder eine lose Interessengemeinschaft, wie sie sich in sportlichen Internetforen für zahllose Sportarten gern formieren.

 

Viel Spass bei deinem neuen, aktiven Lebensstil!

Autor seit 6 Jahren
5 Seiten
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