Begriffsbestimmung

Die römischen Geografen haben seinerzeit eine griffige Formulierung geprägt. Der Ausdruck "terra continens" bezeichnete eine zusammenhängende Landfläche (1).
Bis zur Entdeckung Amerikas betrachteten die europäischen Gelehrten eine Welt, die aus drei Erdteilen bestand. Amerika erweiterte die abendländische Sichtweise erheblich. Mit der Erforschung der Südsee bildete sich schließlich ein weiterer Kontinent heraus. Bei der Frage zu der Anzahl der Kontinente kommt ein Kandidat beim TV-Quiz mit der Antwort zu fünf Erdteilen momentan wahrscheinlich in die nächste Runde.

 

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Die Entstehung der heutigen "Welt"

Die Erde bietet von oben ein zerrissenes Bild. Zwischen Europa und Afrika und dem amerikanischen Doppelkontinent klafft eine riesige Lücke, die mit Wasser gefüllt ist. Ebenso verhält es sich auf dem weiter östlich gelegenen Teil der Erdkugel. 1000e Kilometer trennt der Pazifik den amerikanischen Osten von der asiatischen Landmasse.
Es bietet sich das Bild von scheinbar auseinandertreibenden Erdteilen. Haben die großen Kontinente sich tatsächlich aus einer ehemals verbundenen Landmasse gebildet?

 

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Plattentektonik

Unsere Erdteile schwimmen auf mehreren Gesteinsschichten im Erdinneren.
Geodätische Untersuchungen zeigen Bewegungen zwischen den Kontinenten, die zwischen einem und zehn Zentimetern pro Jahr liegen (2). Der deutsche Meteorologe und Geowissenschaftler Alfred Wegener hat um das Jahr 1930 diese Bewegungen mit wissenschaftlichen Methoden bestätigt. Er hat für die auseinandertreibenden Fragmente die treffende Bezeichnung der Kontinentaldrift geprägt. Demnach haben sich die gegenwärtigen Erdteile aus Bruchstücken eines ehemaligen Superkontinentes gebildet.

 

 

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Der Name, Pangäa, stammt aus dem Griechischen und bedeutet "alles Land" (2). Allerdings hatte auch Pangäa schon mehrere Vorläufer. So gab es vor zweihundert Millionen Jahren schon einen angenommenen Superplanet mit doppelten Halbteilen namens Laurasia und Godwana.

Kontinente im Ranking.

Die Mehrheit der Forscher stimmt der Ansicht vom Kontinentaldrift zu. Über Jahrmillionen sind die Landmassen auseinandergeschwommen.
Die jeweilige Zuordnung wird allerdings uneinheitlich betrachtet. Zwei renommierte geografische Gesellschaften zählen sechs bzw. sieben Kontinente auf (1), im Gegensatz zur landläufigen Meinung.

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Japan gehört zum Kontinent Asien. Allerdings liegen die Inseln selbst nicht auf der sogenannten kontinentalen Kruste dieses Kontinents. Vertreter anderer Richtungen betrachten deshalb zum Beispiel die japanischen Inseln, aber auch Neuseeland und Madagaskar, nicht als geologisch-tektonisch den entsprechenden Erdteilen zugehörig.

Kontinente, Krusten und Shelfs (Bild: maps-for-free / pixabay.com)

Die politische Landkarte der Welt

Die Natur hat die Kontinente geformt. Der Mensch hat diese besiedelt. Die Machtverhältnisse hat über die Jahrtausende der geschriebenen Geschichte mehrere politische "Blöcke" geformt.

 

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Historisch gesehen bilden Nordamerika und Südamerika einen zusammenhängenden Kontinent. Geologisch betrachtet handelt es sich um zwei Kontinente, die durch die Landverbindung bei Panama verbunden sind.
In ähnlicher Form werden die Grenzen zwischen Europa und Asien diskutiert. Allgemein gilt der Ural als eine natürliche Grenze zwischen den beiden Erdteilen. Geologisch gesehen ruhen beide Hälften von Eurasia weitgehend auf einer durchgängigen Kontinentalplatte.

Kurioses

  • Die Landmassen der Kontinente machen gerade einmal 25 Prozent des Gesamtvolumens unseres Planeten auf. Der Rest besteht aus Meeren und einigen Inseln.
  • Das Zeichen der Olympischen Ringe zeigt seit 1913 symbolisch fünf Kontinente.
  • Europas Grenzen reichen theoretisch bis in die Karibik und bis nach Asien. Die französische Insel St. Martin in der Karibik gehört ebenso zur Eurozone wie Zypern in Kleinasien.

Was bleibt?

Informationen über die Entstehung der Kontinente und eine abwechslungsreiche tour d'horizon durch die Welt der Geografie.

 

Textquellen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Kontinent
https://de.wikipedia.org/wiki/Kontinentaldrift

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