Seit wann gibt es Briefmarken?

Die ersten Vorboten unserer heutigen Briefmarken wurden mit einem Band an der Sendung befestigt, denn klebende Papierwerte gab es noch nicht. Die Idee jedoch schon, denn bereits 1653 verwendete die Pariser Stadtpost Papierstreifen, die einen Gebührenwert darstellten. Ähnliches ist aus dem vereinigten Königreich bekannt. Die erste als Briefmarke bezeichnete Marke stammt somit auch von den Briten. Es ist die berühmte One Penny Black - herausgegeben am 01. Mai 1840. Sie zeigt das Porträt von Königin Victoria. Dieser ersten Marke der Welt folgten bald weitere, so in den USA, Brasilien und der Schweiz. Die erste deutsche Briefmarke ist der "Schwarze Einser", am 01. November 1849 von Königreich Bayern herausgegeben. Für die Post wurde es mit den Postwertzeichen möglich, die Gebühr für die Sendung nicht beim Empfänger sondern beim Versender zu kassieren. Anfangs waren es Marken mit rein praktischem Wert. Allerdings gab es bald die ersten Sammler und die Post erkannte, das sich die kleinen Papiere hervorragend als Werbeträger oder Botschafter eignen. 

Die erste Sondermarke soll 1871 zur Eröffnung der Eisenbahn in Peru erschienen sein.

Für die Post sind die Sammler weltweit ein gutes Geschäft. Zahlreiche Motive, Anlässe und Jubiläen der jeweiligen Länder machen die Marken zu Zeitzeugen der Geschichte. Und sie erzählen selbst Geschichten. Denn jedes tatsächlich verwendete Exemplar hat einen Weg vom Versender zum Empfänger zurückgelegt, wurde mit verschiedenen Stempeln entwertet und vom Sammler sorgfältig von der Sendung entfernt.

Eine Marke der DDR

Welches sind die wertvollsten Marken der Welt?

Die Frage wird bereits im ersten Abschnitt beantwortet. Zu den wertvollsten Marken zählen die ältesten Exemplare. Alle besonders alten Marken, die in gutem Zustand erhalten sind, lassen ein Sammlerherz höher schlagen. Aber was bedeutet alt? Im Michel, in einem Werk, das alle Marken der jeweiligen Länder darstellt und deren Wert katalogisiert, habe ich schon oft mit Erstaunen gelesen, dass eine Briefmarke aus dem Jahr 1900 nicht mehr als 1 oder 2 Euro (teilweise noch weniger) wert ist. Das mag dann enttäuschend sein. Ideell betrachtet, sind diese Marken für mich trotzdem geliebte Sammlerstücke. Die Michelwerte sind nur ein Richtwert für Sammler. Sehr oft liegen sie über den tatsächlich im Verkauf erzielbaren Werten. Doch zurück zu den wertvollen Briefmarken. Es müssen nicht unbedingt alte Exemplare sein. Die wohl jüngste, deutsche, sehr seltene Briefmarke ist die Wohlfahrtsmarke Audrey Hepburn aus dem Jahr 2001. Sie wurde bereits 14 Millionenfach gedruckt, erschien jedoch nur in ganz wenigen Exemplaren. Die Herausgabe wurde durch die Erben der Schauspielerin gestoppt. Laut Wikipedia erzielte ein Exemplar dieser Seltenheit 2005 während einer Auktion stolze 135.000 Euro. Von einigen Ausgaben gibt es Fehldrucke, die diese Werte zu wertvollen Sammerstücken machen. Die DDR gab Marken heraus, die nicht frei verkäuflich waren. Sie wurden nur an Sammler mit Sammlerausweis verkauft. So hat man absichtlich einige Marken verknappt ausgegeben. Diese Exemplare sind immer etwas mehr wert. Oft fehlt dann zu einem kompletten Satz genau dieser Sperrwert. Nicht desto Trotz schauen wohl viele Sammler nicht auf den finanziellen Wert Ihrer Sammlung. Sie tragen aus Freude das eine oder andere Exemplar zusammen und freuen sich, wenn sich die Lücken im Album schließen.

Nach welchen Gesichtspunkten sammeln?

Sammelst du Motive oder Länder? Gestempelt oder Postfrisch? Es ist die erste Frage, die sich Briefmarkensammler stellen. Für einen Anfänger ist die Antwort nicht leicht. Er sammelt alles, was er bekommt. Da gibt es die alte Sammlung eines Onkels, ein längst vergessenes Album aus der Kinderzeit und bei Ebay wurde preiswert Kiloware gekauft. Schnell ist eine Vielzahl verschiedenster Marken da, postfrisch, gestempelt, aus Afrika, Europa und weltweit aller Herren Länder. Dann beginnt das Sortieren. Für den Neuling stellt sich die Frage: "Wie wird sortiert?"

 

Tag der Briefmarke

Man kann alle Tiermarken in einem Albus sammeln oder seine Schätze nach Ländern ordnen. Die gestempelten getrennt von den postfrischen? Der Anfänger bekommt dann den Rat, sich auf ein Sammelgebiet zu beschränken. Meistens ist es das eigene Land. Denn von diesen Marken verschenkt ein alter Haase auch einmal Dubletten an junge Vereinsmitglieder.

Neben dem Sammeln von einzelnen Briefmarken gibt es die Möglichkeit nach Stempeln zu schauen, Ganzmachen oder Ersttagsbriefe zu sammeln und vieles mehr.

Motivsammler tummeln sich mit Themengebieten wie Eulen, Maritimes, Musik und Kunst, Gebäude, Brücken, Sportmarken und mehr. Zum Glück bleibt es dem Sammler überlassen, was ihm besondere Freude macht.

Nicht zuletzt spielt auch der Geldbeutel eine Rolle, wenn es um die Entscheidung geht, was man sammelt. Auch wenn viele Marken nur wenige Cent kosten, summieren sich die Beträge durch die Schiere Menge an Briefmarken, die die Länder im Laufe der Postgeschichte auf den Markt gebracht haben. Hinzu kommen Kosten für Alben, Lupe, spezielle Lampen und anderes Zubehör. Schmunzeln wird der Außenstehende, wenn er beobachtet, dass Briefmarkensammler zum Tauschtreffen mit schweren Rollkoffern ankommen. Das Gewicht bringen die Alben mit sich, gefüllt mit kleinen Schätzen.

Wo erhalte ich Informationen als Sammler?

Als ich mit dem Sammeln begann (vor etwa zwei Jahren), ging es mir um Bilder und Fotos von Schnecken. Kurioserweise landete ich bei Abbildungen von Briefmarken und fing auf diese Weise Feuer. Als erste Informationsquelle nutze ich das Internet von Wikipedia über Blogs bis hin zu Foren und den Onlineangeboten der Zeitschriften für Philatelisten. Dann suchte ich den Anschluss an einen Verein. Für diesen bleibt mir wenig Zeit, geholfen hat er mir dennoch. Hier bekam ich meinen ersten Michel-Katalog Deutschland geschenkt. Einen Katalog für Schweizer und andere ausländische Marken fand ich in der Bibliothek. Inzwischen nutze ich den Michel-Online. Das ist nicht ganz preiswert, für mich aber eine Hilfe, die ich nicht mehr missen möchte. Bei Ebay kaufte ich mir gebraucht das Buch "Lexikon der Philatelie - Eine Enzyklopädie der Briefmarkenkunde". Und nicht zuletzt besuche ich gerne das Online-Angebot der Deutschen Post und schaue dort nach den neuesten Ausgaben. Durch das Internet findet der Neuling auf dem Gebiet der Philatelie viele Informationsquellen. Bei einigen meiner Marken muss ich trotzdem einen Fachmann zu Rate ziehen. Bei diesen bin ich nicht sicher: habe ich die für wenige Euro oder doch die, bei der mein Michelkatalog als Wert 300 Euro angibt? Für spezielle Fragen und zur Bewertung seltener Exemplare ist es besser, die Marken einem Experten zu zeigen. Dafür ist die Mitgliedschaft in einem Briefmarkenverein empfehlenswert.

Autor seit 7 Jahren
135 Seiten
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