Schloss Kynžvart heute

Nach umfassenden Renovierungsarbeiten ist das Schloss Kynžvart seit 2000 wieder der Öffentlichkeit zugänglich. Der Rundgang führt durch 25 Räume. 2008 setzte der Europarat Schloss Kynžvart auf die Liste des europäischen Kulturerbes.

Schloss (Bild: haros)

Museum und Bibliothek

Im Schloss Kynžvart gibt es eine wertvolle Bibliothek. Die umfasst mittelalterliche Handschriften und wertvolle Drucke neben wissenschaftlichen Werken. Sie gehört zu den bedeutendsten Bibliotheken in Tschechien. Sie umfasst mehr als 24 000 Bände. Unter den 160 Handschriften ist ein einzigartiges Fragment der Fünf Bücher Moses. Das wurde um 900 niedergeschrieben. Weiter wird der Nachlass des französischen Dichters Alexandre Dumas hier verwahrt.

Seit 1828 gibt es im Schloss Kynžvart ein Museum. Das zeigt naturwissenschaftliche Sammlungen, Münzen, historische und technische Kuriositäten, Handschriften, alte ägyptische Denkmäler, Marmorplastiken und orientalische Kunst.

Schlosspark

Zum Schloss gehört ein 100 Hektar großer englischer Garten. Den schuf der Wiener Hofgärtner Riedel während der Umgestaltung der Schlossanlage von 1820 bis 1833.

Seit 1835 steht auf dem Antoniushügel im Park ein Obelisk zu Ehren der Kaiser Franz I. und Ferdinand V. Im Park gibt es etliche gusseiserne Stücke aus den Metternichschen Eisenwerken: eine Fontäne auf dem Hofplatz, Ziergitter am Ehrenhof, Diana-Statue, Bänke, Geländer und ein romantischer sechsseitiger Pavillon.

1862 bekam Fürst Metternich von einem Diplomaten eine Zierpflanze geschenkt. Die wurde im Park ausgepflanzt. Diese Zierpflanze war der "Kaukasische Riesenbärenklau". Er gedieh im Park prächtig und hat von hier aus ganz Europa erobert.

Direkt gegenüber dem Schloss ließ Kanzler Metternich den Meierhof erbauen. Weiter wurden Gärtnervilla, Gewächshaus, Bierbrauerei und Forsthauses neugestaltet. Die alte Radmühle und die Schmiede wurden ebenfalls hergerichtet. Die damalige barocke Einsiedelei musste der Waldkapelle des Heiligen Kreuzes weichen.

Geschichte des Schlosses Kynžvart

Gegen Ende des 16. Jahrhunderts bauten die Herren von Zedwitz vor Kynžvart ein Fort. Nach der Schlacht auf dem Weißen Berg wurde die Domäne Königswart mit der Burg Kynžvart und mit dem Renaissancefort von Johann Reinhard von Metternich-Winneburg und Beilstein und seinen Brüdern Wilhelm, Karl, Emmerich und Lothar 1623 erworben. Bis 1945 blieben die Metternichs die Schlossherren. Dann wurden sie enteignet.

Ab 1681 ließ Graf Philipp Emmerich das inzwischen baufällige Renaissancefort zu einem barocken Schloss umbauen. 1691 war der Schlossbau abgeschlossen. Seine heutige Gestalt im Stil des Wiener Klassizismus erhielt das Schloss unter dem österreichischen Staatskanzler Klemens Wenzel Lothar Fürst von Metternich. Der ließ es zwischen 1821 und 1836 durch den italienischen Baumeister Pietro de Nobile umgestalten. Gegenüber dem Schloss entstanden dabei noch Wirtschaftsgebäude für den Meierhof und die Försterei. Diese Bauten werden heute durch ein Hotel und Restaurant genutzt.

In der Schlosskapelle steht ein Marmoraltar, den Papst Gregor XVI. dem Fürsten Metternich schenkte.

Literatur

  • Rudolf Hemmerle: Sudetenland: Wegweiser durch ein vergessenes Land. Bechtermünz Verlag Augsburg 1996, S. 199, ISBN 3-86047-183-X
  • Baedeker Tschechien, 1. Auflage, Karl Baedeker Ostfildern 2000, ISBN 3-89525-907-1

Anschrift

Státní zámek Kynžvart, CZ-354 91 Lázne Kynžvart, Fon +42 (0)354 691269, Mail info@kynzvart.cz

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Autor seit 3 Jahren
195 Seiten
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