Die Anreise

Die Vormittagssonne tauchte den Brienzer See in ein sanftes, sattgrünes Licht. Umrahmt von hohen schroffen Bergen leuchtet er an einigen Stellen Türkis auf. Nach nur dreistündiger Anreise verlassen wir die Autobahn und folgen den Hinweisschildern Axalp. Unsicher vergleichen wir die Straßenschilder mit der Anfahrtsbeschreibung. Vor uns fährt ein Defender ab und wir rätseln, ob er ebenfalls zum Landytreffen Axalp anreist, dann nichts wie hinterher. Leider biegt das Fahrzeug eine Straße weiter links ab und wir bedauern das sehr. Das Navi zeigt noch 10 km an und da kann noch einiges kommen.

Wir folgen der Bergstraße und bewältigen den steilen Anstieg zur Axalp nur langsam. Unser schwarzer Landy zickt ein bisschen herum und verwandelt sich geschwindigkeitsmäßig unter den erfahrenen Händen seines Fahrers in einen alten, langsamen und röhrenden Traktor. Und da war er wieder: NUN hinter uns - der silberne Defender. Also doch! Sie sind beim Landytreffen Axalp dabei.

Kurz vor der Baumgrenze (Bild: privat)

Im Zweifelsfall immer Bergauf!

Ja! Wir wissen das Gaspedal ist rechts. Bei nächster Gelegenheit lassen wir alle Fahrzeuge vorbei fahren und trösten uns mit dem Gedanken, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Wir krabbeln die Bergstraße hinauf und genießen die traumhaften Ausblicke auf See, Berge und Schnee. Ein paar Kehren weiter, stehen wir vor Peter´s Lädeli. (www.berghaus-axalp.ch) Peter nimmt uns fröhlich in Empfang und stellt uns sein "Bärghuus" vor.  Er versorgt uns mit vielen Informationen zu den Skiliften, den Wanderwegen und bietet uns gleich ein paar Schneeschuhe an.

Die Musiker (Bild: privat)

Die urige Berghütte

Das Holzhaus und die Hühnerleiter im Zimmer lösen bei unseren Kindern Begeisterungsstürme aus. Das Bettenlager oben mutierte schnell zu Alm-Öhis Heuboden und nun gab es zwei fröhliche Heidis. Von der Terrasse haben alle Zimmer einen herrlichen Blick auf ein strahlendes, lichtüberflutetes, weißes Bergpanorama. Nach einem schnellen Mittagessen geht es mit einer Halbtageskarte auf die Piste. Während die Kiddys sich in diesem übersichtlichen Skigebiet alleine austoben dürfen, genießen die Eltern die himmlische Ruhe, den Blick ins "Dörfli" und auf die musizierenden mannshohen hölzernen Rindviecher.

Der Holzzuber-Spa

Mitten auf der Axalp gibt es ein privates "Zuber-Spa", das schon für den Abend ordentlich eingeheizt wird. Der fest im Boden verbaute Holzzuber ist noch abgedeckt, um das Oberflächenwasser nicht abzukühlen. Mit Einbruch der Dunkelheit und erreichen einer angenehmen Badewasser-Temperatur wird der Holzzuber gegen Abend geöffnet. Die funkelnden Sterne, der glitzernde Schnee und der Blick auf die Berge sorgen für einen unvergesslichen romantischen Augenblick und  Badespaß in einem ungewöhnliche Pool. Nun war uns auch klar, warum die Badehose mitten im Winter in einem Skigebiet auf der Berghütte das wichtigste Kleidungsstück sein sollte! Peter hat kein "Witzle" gemacht.

Der Holzzuber wird aufgeheizt (Bild: privat)

Wer hat´s erfunden?

Nach und nach trudeln weitere Gäste ein. Alle Zimmer sind belegt. Nach so viel frischer Bergluft finden sich die  Landyfreunde am Abend zum gemütlichen Schweizer Fondue ein. In ein Schweizer Fondue gehören unbedingt ein paar Knoblauchzehen und "Kirsch" dazu wird Weisswein getrunken. Ach ja und wer sein Brotbrösel im Fondue-Topf verliert, muß die nächste Runde übernehmen. Es war ein vergnüglicher, heimeliger und absolut kurzweiliger Abend. Interessante Reiseinformationen, Autotipps oder Witze wurden ausgetauscht. Zu vorgerückter Stunde wurde die Stimmung ausgelassener und  der Holzzuber-Spa erreichte kurz vor Mitternacht die richtige Wellness-Temperatur. Unter dem dunklem Sternenhimmel stiegen einige Badehosen-Besitzer in den warmen dampfenden Outdoor-Pool. Ein Erlebnis der Extra-Klasse! Wie heißt es in der Werbung immer so schön: WER HAT´S ERFUNDEN?

Das Schweizer Fondue (Bild: privat)

Schon wieder vorbei!

Am kommenden Morgen zauberte Peter mit seiner ganzen Familie ein schmackhaftes Frühstück. Bei frischem Graubrot und Schweizer Leckereien werden die Verabredungen für die nächsten Events abgestimmt. Einige zieht es wieder auf die Piste, andere besuchen Interlaken und wieder andere hocken auf der "Sonnenterrasse". Viel zu schnell vergehen die Stunden bis es wieder heißt: Tschüssle, Bye Bye, Adios oder einfach nur AUF WIEDERSEHEN…

Unser Fazit:

Es handelt sich um einen gemütlichen schönen Platz, ideal für Gruppen, Familien oder Gleichgesinnte. Die Übernachtung ist zweckmäßig und alle Zimmer haben eine Dusche und eine Toilette. Durch die raffinierte Zimmeraufteilung ist das Haus mit seinen Zimmern und Zimmerpreisen extrem familienfreundlich. Neben einer Selbstversorgerküche können auch die umliegenden Restaurants ausprobiert werden.

Angeschlossen an ein kleines Skigebiet ist die Axalp ideal für ein Wochenende. Neben Skifahren und Snowboarden können Winterwanderwege genutzt oder Schneeschuhtouren ausprobiert werden. Die Axalp liegt auf einer Höhe von ca. 1500 HM, so daß  noch im März mit Schnee gerechnet werden darf.  Die schöne Region des Berner Oberland lädt auch in anderen Jahreszeiten zu Ausflügen ein. Bei Wanderungen, wie z. B. den Schnitzlerweg (www.schnitzlerweg-axalp.ch) können diverse Holzfiguren bewundert werden.

 

Das Lädeli (Bild: privat)

Autor seit 4 Jahren
21 Seiten
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