Ameisen

Ameise (Bild: luis-e / Pixabay)

Ameisenbär
Ameisenbär

Ameisenbär (Bild: adele sansone)

Ameisenbär - die blaue Elise lässt grüßen*

In den tropischen Grasländern wimmelt es nur so von Ameisen. Kein Wunder, dass sich etliche Tiere ausschließlich von ihnen ernähren. Eine ganze Tierfamilie ist dabei der Ameisenbär (Myrmecophagidae), der entgegen seines Namens natürlich gar kein Bär ist.

Der Ameisenbär ist eine eigene Familie innerhalb der Säugetiere, die zu der Überordnung der Nebengelenktiere (Xenarthra) gehört. Der Ameisenbär stammt aus Südamerika und kommt dort von Paraguay bis Südmexiko vor. Bei uns am bekanntesten ist sicherlich der große Ameisenbär (Myrmecophaga tridactyla). Seit einigen Jahren auch sehr beliebt als Zootier.

Steckbrief Ameisenbär:

Er misst von der Schnauze bis zur Schwanzspitze 160 bis 210 cm und ist schwarzgrau gezeichnet. Mittelhohe stämmige Beine tragen den Körper, der Kopf mit der röhrenförmigen Schnauze ist lang gezogen. Das Fell am Körper ist voll, dicht und mittellang. Der Schwanz kann bis 90 cm lang werden und dessen Haar ist viel länger. Im Schlaf dient der Schwanz als Decke, die über den Körper gebreitet wird. Der dünne röhrenförmige Kiefer ist völlig zahnlos. Die bis zu 1 m lange wurmförmige Zunge, die von einem klebrigen Schleim bedeckt ist (Ähnlichkeit zum Ameisenigel), dringt in jede kleine Ritze oder Spalte ein.

Da stammt der uns bekannte Name "Ameisenbär" her:

Seine Nahrung sind Ameisen oder Termiten, deren Bauten er mit seinen kräftigen Krallen an den Vorderfüßen zusätzlich aufreißen kann. Das Weibchen wirft nach einer Tragezeit von rund 190 Tagen ein Jungtier. Das Junge ist genau wie die Mutter gefärbt und sitzt fast unsichtbar auf deren Rücken. Es wird von der Mutter wochenlang herumgetragen und gesäugt. Mit einem Jahr ist es voll entwickelt.

Ameisenlöwe und Ameisenjungfer

Eine Raubkatze, die sich von Ameisen ernährt? Ein Löwe, der nicht brüllt und der auch keine Mähne hat? Alles falsche Spuren.

Der Ameisenlöwe ist die Larve eines Insektes, der Ameisenjungfer, einem Netzflügler. Mit einer Spannweite von 8-10 cm gehört sie zu Europas größten Insekten. Oft wird sie mit einer Kleinlibelle verwechselt. Die mitteleuropäische Art, Myrmeleon formicarius, lebt etwa einen Monat, frisst kleine Raupen, Blattläuse und andere zarthäutige Insekten. 

Wirklich auf Ameisen als Nahrung spezialisiert ist die Larve der Ameisenjungfer, der so genannte Ameisenlöwe.

Am Kopf hat besagter Ameisenlöwe große Saugzangen, die Behaarung ist von hinten nach vorne gerichtet. So kann sich das rückwärts laufende Tier gut in den lockeren Sandboden hinein bohren. In Kreisen oder spiralenförmig hebt der Ameisenlöwe Gruben und Trichter aus, auf deren Boden er kauert und auf die Beute wartet. Er frisst nicht ausschließlich Ameisen, da ist er nicht wählerisch. Wer in den Trichter fällt und unentrinnbar nach unten gleitet, wird ausgesaugt, ob Ameise, Käfer, Wanze oder Zikade. Wer entrinnen will, wird noch zusätzlich gezielt mit Sand beschleudert.

Die Ameisenwespe, auch Spinnenameise oder Bienenameise genannt

Endlich mal ein Tier, das wenigstens der Ameise ähnlich sieht. 

Die weiblichen Ameisenwespen sind flügellos und haben eine oberflächliche Ähnlichkeit mit Ameisen, daher der Name. Der andere deutsche Name, Spinnenameise, bezieht sich auf die starke Behaarung. Der ebenfalls gebräuchliche Name Bienenameise gibt einen Hinweis auf die Lebensweise dieser Tiere. Das Weibchen von Mutilla europaea wird vom Honig angelockt und dringt bei Bienenvölkern ein. Die Honigbienen versuchen das Mutilla-Weibchen abzuwehren. Schließlich legt die Ameisenwespe ihre Eier an Bienenlarven ab, in denen sich dann die Mutilla-Larven entwickeln.

Der Ameisenbuntkäfer

Der Käfer, Thanasimus formicarius, ist ein Insekt wie die Ameisenwespe, 0,7 bis 1 cm groß, mit schwarz-weißer Zeichnung und gelbem Zwischenstreifen. Er lebt von Europa bis Asien in Wäldern. Seinen Namen hat er von seiner Ameisen-ähnlichen Laufart her.

 

Von März bis Mai legt das Weibchen unter der Baumrinde ihre Eier ab. Die Larven ernähren sich von Abfallstoffen, aber auch von Borkenkäferlarven. Sie verpuppen sich unter der Baumrinde.

(Bild: Enzyklopädie der Vögel)

Die Ameisenvögel, gefiederte Bewohner aus Südamerika

Die Ameisenvögel (Formicariidae) sind nur in Südamerika zu Hause. Dort gibt es allerdings 226 Arten. Die Ameisenvögel sind klein bis mittelgroß, 10 bis 35 cm lang. Sie sind eher unauffällig gefärbt, die Männchen grau oder schwarz, die Weibchen braunrot. Die Kopffedern können zu einer Haube aufgerichtet werden. Sie leben in den Urwaldgebieten von Mexiko bis Bolivien und Nordargentinien; besonders häufig sind sie im Amazonasgebiet.

Ihren Namen verdanken sie ihrer Gewohnheit, die Wanderameisen als sogenannte "Ameisenfolger" zu begleiten. Sie nutzen die Unruhe, welche die Ameisen hervorrufen aus, indem sie die von den Ameisen aufgescheuchten Insekten oder Spinnentiere erbeuten. Man könnte das mit Jägern und einer Hundemeute vergleichen. So folgen sie den Wanderameisen in großen Schwärmen. 

Aber auch innerhalb der Ameisenvögel haben sich Spezialisten herausgebildet. Große Vögel, die sich in den Schwärmen behaupten können, kleinere, wie der Weißbart-Ameisenvogel, der Blitzangriffe innerhalb der Schwärme ausführt und so an seine Nahrung gelangt. Andere wiederum, Ameisendrosseln, laufen und hüpfen auf der Suche nach Insekten, bodennah hinter den Ameisen her und sind eher schlechte Flieger.

In unseren Breiten hat sich der Grünspecht, der Vogel des Jahres, auf das Verzehren von Ameisen eingeschossen.

Der Ameisenigel (Schnabeligel), der Ursäuger aus Australien

Er ist ein Tier, das unserem Igel zwar ähnlich sieht, allerdings zu den Ursäugern gehört. Ursäuger sind in der Reihe der Säugetiere, die Tiere mit der ursprünglichsten Entwicklung. Das bedeutet, sie bringen die Jungen noch mittels Eiern auf die Welt. Eierlegende Säugetiere gibt es also wirklich. Diese noch nicht voll entwickelten Jungen werden anschließend, wie bei allen Säugetieren, mit Milch aufgezogen.

Der Ameisenigel oder Schnabeligel, Tachyglossus/Echidna, trägt sowohl Ei als auch Junges in einer rückbildbaren Tasche, einem Beutel ähnlich, bis zur vollen Reife herum. Da sich sein Bauplan seit Urzeiten nicht geändert hat, zählt diese Gattung zu den sogenannten "lebenden Fossilien".

Ähnlich wie der Ameisenbär hat der Ameisenigel (Echidna oder Tachyglossus) keine Zähne, sondern eine lange schmale Zunge, die in dem röhrenförmigen Schnabel weit herausgestreckt werden kann. Am klebrigen Sekret bleiben die Ameisen, Termiten oder Larven und Eier kleben und werden dann in der Mundhöhle zerrieben. Ameisen- oder Schnabeligel leben nur in Australien.

Alles Ameise? Da pflanzt uns aber einer.

Formica, formicarum (lat. Ameise); egal ob sie Ameisen auf ihrem Speiseplan haben, Ameisen ähnlich sehen oder sogar Ameisen quasi als "Hundemeute" (wie die Ameisenvögel) benutzen; die Ameise ist in ihrem Lebensplan inbegriffen. Es ist auf jeden Fall interessant, wie einerseits irreführend und andererseits dennoch aufschlussreich der Namensteil "Ameise-" in der Tierwelt seinen Eingang gefunden hat.

... zu guter Letzt gibt es natürlich auch noch Ameisen-Pflanzen:

Die Ameisenpflanze, Hydnophytum formicarum, ist ein epiphytischer Kleinstrauch aus den Regenwäldern Südost-Asiens bis Australien. Ihre dicke Knolle wird von den Ameisen als Wohnung und Lagerplatz verwendet. Im Gegenzug profitiert die Pflanze durch Nährstoffe. Außerdem schützt sie die Anwesenheit der Ameisen vor Fressfeinden. Clever, wie alles in der Natur.

Der Ameisenbaum, Cecropia palmata, ist ein schnell wachsender Baum des Regenwaldes mit großen schirmartigen Blättern. Er wird in seinen hohlen Stängeln von Ameisen bewohnt. Diese recht bissigen Tierchen danken das Wohnrecht auf ihre Weise. Sie beschützen ihn ihrerseits vor Menschen und Blattschneiderameisen. Die indigenen Völker bastelten aus den hohlen Stängeln Blasinstrumente.

... und wer versteckt sich da?

 

 

Quellen unter anderem:

  • Bertelsmann Tierlexikon;
  • Enzyklopädie der Vögel, Weltbildverlag 1999;
  • Enzyklopädie der Tiere, Dorling Kindersley;
  • Unbekannte Tierwelt, Weltbild, 1997 Augsburg
Adele_Sansone, am 10.01.2014
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Bildquelle:
https://pagewizz.com/users/Adele_Sansone (Hast du eine Meise? Von Kohl-, Blau-, Hauben oder Tannenmeisen)
NABU/P.Kühn (6 interessante Fakten über den Grünspecht)
https://pagewizz.com/users/Adele_Sansone (Woher kommen Pflanzennamen wie Begonie, Dahlie, Fuchsie, Gerbera?)

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