Eier (Bild: Pezibear / Pixabay)

Vögel und Reptilien legen Eier, aber Säugetiere? Säugetiere sind doch lebend gebärend, oder doch nicht? Kommen wir zur wichtigsten Frage:

Was sind eigentlich Säugetiere?

  • Säugetiere sind behaarte Wirbeltiere, tragen meist Haare und ernähren ihre Jungen mit Milch.
  • Sie sind Warmblüter, können also Körperwärme aus der Nahrungsenergie erzeugen und sie sind lebend gebärend.
  • Alle weiblichen Säugetiere haben Milchdrüsen. Die Zahl der Zitzen hängt von der Zahl der Jungen ab.
  • Nur Menschen, Menschenaffen und die übrigen Affen besitzen von Geburt an festgelegt ein Paar.

 

Säugetiere

Schafe (Bild: a.sansone)

  • Vier Gliedmaßen, die entweder aus vier Beinen mit Füßen (quadruped) oder aus zwei Beine und zwei Armen bestehen, gehören ebenso zu den Merkmalen.
  • Auch haben alle ein Herz, das in zwei Vorkammern und zwei Herzkammern geteilt ist.
  • Säugetiere, die nur embryonal vier Gliedmaßen haben, sind die Wale und Seekühe, deren Becken- und Hintergliedmaßen stark verkümmert und äußerlich nicht mehr sichtbar sind.

Bei der Behaarung gibt es Arten, die nur mehr embryonal behaart sind. Manche Säugetierarten sind nur mehr in den ersten Lebenswochen zumindest schwach behaart, erwachsen fast oder ganz nackt, so etwa Wale, Seekühe, Nashörner, Elefanten, Flusspferde, Hirscheber, einige Flattertierarten.

So schön und gut. Wissen wir alles, oder haben Teile davon in Erinnerung. Aber wie geht es weiter?

Säugetiere legen also keine Eier, oder doch?

Doch, denn keine Regel lebt ohne Ausnahme. Eine kleine Unterklasse, die Ursäuger, legt Eier und säugt anschließend die Jungen.

Ein Blick in die Systematik der Tiere klärt auf.

  • Klasse: Säugetiere (Mammalia)
    mit drei Unterklassen
  1. Plazentatiere oder Höhere Säugetiere (Placentalia oder Eutheria) Das ist die artenreichste Unterklasse, bei der sich die Jungen in der Gebärmutter entwickeln. Die noch ungeborenen Jungen erhalten die notwendigen Nährstoffe durch die Plazenta (Mutterkuchen) in der Gebärmutter.
  2. Die Beutelsäuger (Marsupiala oder Metatheria): Diese Tiere tragen einen Beutel am Bauch in dem das in einem frühen Entwicklungsstadium geborene Junge heranwächst. Es gibt etwa 300 Beuteltierarten. So etwa die Wombats.
  3. Eierlegende Ursäuger (Prototheria) Die Ursäuger stellen in der Entwicklung der Säugetiere eine besondere Form dar: Sie legen Eier und haben auch sonst noch Merkmale, die aus der Reihe tanzen.

Eierlegende Säugetiere gibt es also wirklich; allerdings nicht die oft zitierte "eierlegende Wollmilchsau".

Die Kloakentiere sind die einzigen eierlegenden Säuger, sie sind nur in Australien, Tasmanien und Neuguinea beheimatet.

Die Kloakentiere (Monotremata) und ihre Besonderheiten

Fängt schon beim Namen "Kloakentier" an. Wer bitte möchte freiwillig so heißen? Auch wenn der Name nicht sehr hübsch ist, er ist treffend. Die Bezeichnung "Monotremata" kommt von "monos"= einzeln, einzig und "trema"= Öffnung, Loch. Alle Ursäuger/Kloakentiere besitzen nur einen gemeinsam geführten Ausgang von Harn-, Geschlechtswegen und Enddarm. Der naheliegende Gedankensprung zur Kloake lässt grüßen.

 

Kloakentiere stellen sich vor

Image from page 941 of (Bild: Internet Archive Book Images / Flickr)

Steckbrief der Kloakentiere

  • Kloakentiere/Monotremata sind zahnlos. Dafür haben sie einen Schnabel.
  • Als echte Zähne besitzen sie nur den Eizahn am Vorderrand des Schnabels, um aus dem Ei zu schlüpfen, der anschließend verloren geht, zum Zerkleinern der Nahrung haben sie Kauplatten.
  • Kloakentiere legen nach der Befruchtung Eier, wobei der Schnabeligel das Ei in einem Beutel bis zum Schlüpfen herumträgt, das Schnabeltier hingegen das Ei ins Nest legt.
  • Nach etwa 10 Tagen schlüpft das Junge, das anschließend von den Milchdrüsen der Mutter ernährt wird. Die Weibchen haben allerdings noch keine Zitzen, sondern die Milch läuft über die Milchdrüsen direkt ins Haarkleid am Bauch und wird dort vom Jungen abgeleckt.
    • Unterklasse: Ursäuger (Prototheria)
    • Ordnung: Kloakentiere (Monotremata)
    • Familie: Ameisenigel (Tachyglossidae)
    • Familie: Schnabelsäuger (Ornithorhynchidae)

 

 

Schnabeltier

An Elevated View of a Platypus Featuring its Bill (Bild: Nicole Duplaix / AllPosters)

Das Schnabeltier - kein Fabelwesen

Darwin stimmte bei seiner Reise mit der Beagle der Anblick von Schnabeltieren so nachdenklich, dass er 1836 in einem Tagebucheintrag darüber grübelte, ob in Australien und dem Rest der Welt nicht »zwei verschiedene Schöpfer am Werk gewesen« seien ( "A disbeliever in anything beyond his own reason, might exclaim: Surely two distinct creators must have been at work.” )

Das Schnabeltier 

Das Schnabeltier ist eine der fünf Säugetierarten,die sowohl Eier legen als auch ihre Jungen säugen.

  • Familie: Schnabelsäuger (Ornithorhynchidae)
  • Art: Schnabeltier (Ornithorhynchus anatinus)
  • Eckdaten: Kopf- und Körperlänge: 30 bis 45 cm, Gewicht: von 0,5 bis 2 kg.

Das Schnabeltier hat kurze gedrungene Beine, die Füße besitzen Schwimmhäute, die über die Krallen hinaus gehen. Beim Gang an Land kann die Schwimmhaut eingezogen werden. Das dichte dunkelbraune Fell ist sehr fein, auf der Bauchseite gelbbraun gefärbt. Die Augen sind klein und zum Schutz kann eine Nickhaut (eine zarte Augenfalte, die fast durchsichtig ist) über sie gezogen werden. Ihre Körpertemperatur liegt bei 25 – 30 °.

Schnabeltiere halten Winterschlaf.

So lebt das sagenumwobene Schnabeltier

Mit seinen scharfen Krallen baut es sich in Ufernähe Erdbaue. 4 – 10 m lange Gänge führen zum eigentlichen Nest, das mit Laub ausgepolstert wird. Das Schnabeltier ist vorwiegend in der Dämmerung unterwegs.

Im Gegensatz zum Schnabeligel lebt es paarweise, wobei aber Männchen während der Aufzucht der Jungen in einem getrennten Bau leben. Paarungszeit ist Juli bis Oktober, für die Kinderstube baut das Weibchen ein eigenes Nest. Von der Befruchtung dauert es etwa 14 Tage bis zur Eiablage, 10 Tage folgen zur Bebrütung.

Das Junge arbeitet sich mit Hilfe des Eizahns, wie Vögel oder Reptilien, aus dem Ei heraus. Dann klettert es das Bauchfell der Mutter hoch und leckt die Milch von den Zitzen. Saugreflex wie bei den höheren Säugetieren besitzt es noch nicht. (Stichwort: lebendes Fossil)

Das Geburtsgewicht der Jungen liegt bei 3 g. Mit etwa vier Monaten verlassen die Jungen erstmals den Bau und gehen ab da mit den Eltern auf Nahrungssuche. Mit 2 ½ Jahren sind sie geschlechtsreif und verlassen den elterlichen Bau. Etwa 10 Jahre alt wird ein Schnabeltier in seinem natürlichen Lebensraum.

 

 

 

Wo leben noch Schnabeltiere?

Schnabeltiere leben an Bächen und Flüssen in Tasmanien und im Südosten von Australien in Wald- und Buschlandschaften.

Besonderheiten: Beim Schwimmen verschließt es seine Augen (Nickhaut), Ohren und Nasenlöcher und schraubt sich wie ein Propeller mit seinen Vorderfüßen vorwärts. Mit den Hinterfüßen bremst und steuert es.

Sein Schnabel ist auf das Tasten und Wahrnehmen der elektrischen Felder seiner Beute auf dem schlammigen dunklen Flussgrund spezialisiert. Er ist mit Sensoren, so genannten Elektrorezeptoren, ausgestattet. Sie reagieren auf elektrische Felder im Wasser, die von der Beute erzeugt werden. Wie eine Antenne nimmt der Schnabel des Schnabeltiers die Richtung elektrischer Signale anderer Tiere auf. Sie entstehen durch das Anspannen von Muskeln, wenn ein Tier aufgescheucht wird und die Flucht ergreift. Dazu bewegt das Schnabeltier seinen Schnabel suchend hin und her, um möglichst genau den Ursprung der Signale zu bestimmen. Da es keine Zähne hat, zerquetscht es seine Beute mit den beiden Schnabelplatten.

Wieder an Land werden die Schwimmhäute eingezogen und die Krallen ausgefahren. Clever.

Das Schnabeltier ernährt sich hauptsächlich von wirbellosen Tieren, die es sogar unter Steinen ertasten kann; Krabben, Garnelen, Larven von Wasserinsekten, Schnecken, Kaulquappen, Würmer und sogar kleine Fische.

Schnabeligel/Ameisenigel

IMG_4586.JPG (Bild: michael40001 / Flickr)

Der Ameisenigel oder Schnabeligel

Er gehört zu der zweiten Familie der Kloakentiere, Schnabeligel oder auch Ameisenigel genannt, einem Tier aus der australischen Fauna.

  • Ordnung. Kloakentiere (Monotremata)
  • Familie: Schnabeligel oder Ameisenigel (Tachyglossidae/Echidna)
  • Arten: Kurzschnabeligel (Tachyglossus aculeatus) und
  • Langschnabeligel (Zaglossus bruijni)

Bei einem flüchtigen Blick ist er dem Europäischen Igel ähnlich: gedrungener Körperbau, ein stummeliger Schwanz, gelbbraune Stacheln, nur die Nase ist erheblich spitzer, nämlich röhren- oder schnabelförmig lang. Die Füße haben starke Krallen, die sowohl zum Putzen verwendet werden, als auch als Hilfe beim Klettern dienen.

Die Ohrmuscheln sind klein bis gar nicht vorhanden. Der schmale langgezogene Schnabel ist mit einer kräftigen Hornscheide umkleidet. Durch die kleine Mundöffnung wird die lange, wurmförmige Zunge weit heraus gestreckt. Drüsen im Mundraum bilden einen klebrigen Speichel, den Kleber für die Nahrung (Ameisen, Termiten, Regenwürmer). Wie das Schnabeltier besitzt er keine Zähne, die Termiten werden mit der klebrigen Zunge aufgeleckt und dann mittels hornigen Zungenfortsätzen und Kauleisten zermalmt. Als Laute geben sie nur ein Prusten oder Schnaufen von sich. Das kann der europäische Igel allerdings auch bestens.

Bei der Nahrungssuche wälzen die Schnabeligel auch schwere Steine oder Holz um. Im Gebiet von Canberra hat man beobachtet, dass sie besonders zur "Hochzeitsflugzeit der Ameisenköniginnen" Ameisenhügel gezielt mit den Krallen aufbrechen um sich diese zu der Zeit besonders fetten Leckerbissen zu holen.

Die Lebensweise des Schnabeligels

Der Schnabeligel ist ein Landbewohner, sein Lebensraum reicht vom Wald bis in Buschsteppengebiete, er liebt auch steiniges, felsiges Gelände und kommt bis zur Höhe von 2.500 m vor. Er ist ein Einzelgänger und wird aktiv bei der Abenddämmerung. Wenn er in größeren Höhen lebt, hält er sogar eine Art Winterschlaf. Nahrung sind Ameisen und Termiten.

Komm keinem Schnabeligel in die Quere

Droht Gefahr durch einen Angreifer graben sich Ameisenigel mit allen vier Füßen gleichzeitig so rasch ein, so dass es aussieht, als versänken sie im Boden. Sie verkeilen sich mit ihren Klauen und den seitlichen Stacheln so fest, dass es ohne Werkzeug unmöglich ist, sie aus dieser Grube zu entfernen.

Aus dem Boden ragen nur noch die Rückenstacheln heraus und machen den Schnabeligel für jeden Feind unangreifbar. Wenn der Untergrund zu hart zum Eingraben ist, rollen sie sich wie unsere heimischen Igel zusammen und bilden eine Stachelkugel, an der sich der Angreifer wortwörtlich eine blutige Nase und zerstochene Pfoten holt.

 

Die Tragtasche von Mutter Schnabeligel - einzigartig

Schnabeligel leben als Einzelgänger. Paarungszeit ist Ende Juni bis Juli. Die Paarungsstellung ist wie bei vielen Stachelträgern Bauch gegen Bauch.

Zur Fortpflanzungszeit bilden die weiblichen Tiere in der Bauchmitte eine Bruttasche aus, die nicht mit dem Beutel der Beuteltiere gleichgesetzt ist. Sie hat muskulöse Wände und entsteht auf bisher noch nicht geklärte Weise durch Einsenkung der Bauchdecke und verschwindet nach der Tragezeit wieder.

In dieser Tasche, die auch als Inkubatorium bezeichnet wird, münden 2 Milchdrüsenfelder ins Bauchhaar. Der Schnabeligel legt ein Ei und dieses Ei gleitet dabei durch starke Krümmung des Körpers direkt in die Tasche, so vermuten die Forscher derzeit. Zugeguckt haben sie bisher noch nicht. Wird schon noch kommen.

Nach sieben bis zehn Tagen arbeitet sich das Junge mit Hilfe des Eizahns aus dem Ei heraus. Es ist noch nackt und blind, larvenhaft, knappe 12 mm groß. 6 bis 8 Wochen Säugezeit verbleibt es im Beutel und entwickelt sich darin zum Schnabeligelchen.

Raus, sagt die Mama Schnabeligel, du piekst!

Nach dieser Zeit muss es aufgrund der Stacheln, die mittlerweile gewachsen sind, die Tasche verlassen und bleibt ab da im Nest zurück. Mit 10 Wochen öffnen sich die Augen. Ausgewachsen und geschlechtsreif wird ein Schnabeligel mit einem Jahr. Schnabeligel erreichen ein hohes Alter von bis zu 50 Jahren. Ein im Zoologischen Garten von Philadelphia vorgestellter Schnabeligel wurde älter als 50 Jahre.

Kurzschnabeligel (Tachyglossus aculeatus)

Der Kurzschnabeligel wird zwischen 35 und 53 cm lang, 2,5 bis 6 kg schwer, mit einem kurzen Schnabel. Er hat keine Ohrmuscheln. Er ist gelbbraun bis braun, es gibt aber auch Tiere, die heller oder ganz dunkelbraun sind. Die Bauchseite ist immer heller. Vom Kurzschnabeligel gibt es noch 5 Unterarten. Der Tasmanische Schnabeligel ( Tachyglossus aculeatus setosus) ist dabei an den langen Haaren, unter denen sich die Stacheln verstecken, zu erkennen.

Langschnabeligel (Zaglossus bruijni)

Der Langschnabeligel wird deutlich größer: 45–78 cm; Schulterhöhe 40 cm; Gewicht bis zu 7 kg. Der Schnabel ist lang und gebogen, seine Ohrmuscheln sind klein, aber ausgebildet. Die Stacheln sind kurz und unter einem dichten Fell verborgen. Es gibt ihn nur in Neuguinea. Er ernährt sich vorwiegend von Regenwürmern. Der Langschnabeligel ist derzeit noch wenig erforscht.

Neue Erkenntnisse über die embryonale Entwicklung der Ameisen- oder Schnabeligel hat die Universität Zürich bei einer Studie gewonnen. In der bei "Acta Zoologica" publizierten Studie stellen die Forscher eine mosaikartige Embryonalentwicklung der ursprünglichen Säugetiere (Ursäuger) vor.

  • Die Jungen der Kloakentiere reifen wie die Reptilien in Eiern heran. Sie haben einen Eizahn am vorderen Rand des Oberkiefers, mit dem sie das Ei von innen her aufschlitzen, um zu schlüpfen.
  • Da aber Säugetiere in der frühen Lebensphase vom Muttertier beschützt werden, ist es effektiver, wenn sinngemäß zuerst die Organe zur Nahrungsaufnahme ausgebildet und erst anschließend die Sinnesorgane, wie Augen und Ohren fertig entwickelt werden. Deshalb haben viele Säugetiere bei der Geburt geschlossene Augen und Ohren.
  • Bei den Kloaken- und Beuteltieren verläuft die Entwicklung der Vorderbeine parallel zu den Organen der Nahrungsaufnahme, angepasst an das frühe Kletterverhalten der Jungtiere. Kaum geschlüpft sind die Jungtiere bereits gezwungen am Bauchfell der Mutter zu den lebensspendenden Milchdrüsen oder Zitzen hoch zu klettern.

Diese entscheidenden Veränderungen, lassen sich bereits in der frühen Embryonalentwicklung ablesen. Zwei Embryonalstadien des Ameisenigels Tachyglossus aculeatus zeigen diese Entwicklung deutlich auf.

  • Bild 1 ist ein früher Embryo, dessen Körpersegmentierung noch gut zu erkennen ist, die Beine und der Kieferapparat sind nur als Anlagen entwickelt.
  • Bild 2 ist ein später Embryo kurz vor dem Schlupf. Die Augen sind noch nicht weit entwickelt und noch verschlossen, die Vorderbeine sind aber schon deutlich entwickelt. Zeichnungen verändert nach Richard Semon (1894).

Wieder ist ein kleines Stück Entwicklungsgeschichte der Wirbeltiere ein wenig mehr erhellt worden.

 

Monotremata - Bindeglied in der Evolution oder nicht?

Die Kloakentiere, also Schnabeligel und Schnabeltier, stehen sowohl den Vögeln nahe, als auch den Reptilien, sie haben aber auch Eigentümlichkeiten der Beuteltiere. Deshalb stand lange die Frage im Raum, woher sich die Kloakentiere nun wirklich ableiteten.

Einem internationalen Team von Forschern, unter der internationalen Leitung von Dr. Wesley C. Warren, darunter auch das Münsteraner Institut für Experimentelle Pathologie, ist es gelungen das Genom des Schnabeltieres zu sequenzieren und zu analysieren.

Entschlüsselung des Genoms der Schnabeltiere

Das Genom des Schnabeltiers besteht aus circa 2,4 Milliarden Basenpaaren, davon wurden 1,84 Milliarden im Genomprojekt sequenziert. Zitat: "Die Größe des Genoms ist vergleichbar mit dem anderer Säuger, jedoch ist die Aufteilung auf 52 Chromosomen eher ungewöhnlich und hat Reptiliencharakter. Eine Besonderheit sind die Geschlechtschromosomen. Die männlichen Schnabeltiere besitzen fünf X- und fünf Y-Chromosomen, die weiblichen zehn X-Chromosomen, die wiederum den Z-Chromosomen der Vögel ähnlich sind."

Das bedeutet vereinfacht:

Nach phylogenomischen Analysen von Gennady Churakov und Dr. Jan Ole Kriegs von der Universität Münster hat sich die Linie der Kloakentiere vor rund 166 Millionen Jahren als erste Abzweigung der Säugetiere von einem reptilienähnlichen Vorfahren abgespalten.

Noch immer aber wirft das Schnabeltier und sein Verwandter, der Ameisenigel, mehr Fragen in Bezug auf die Evolution auf, als es beantwortet. Es deswegen aber gleich als »Alptraum der Zoologen« zu bezeichnen, ist vielleicht doch ein wenig übertrieben.

 

 

 

Quellen

 

  • Universität Münster, Institut für Experimentelle Pathologie
  • e.enyclopedia animal, Dorling Kindersley, London 2005
  • Quelle: Werneburg I, Sánchez-Villagra MR (2010). The early development of the echidna, Tachyglossus aculeatus (Mammalia: Monotremata) and patterns of mammalian development. Acta Zoologica

 

Wo kann man Schnabeltier oder Schnabeligel sehen?

Zum Verbreitungsgebiet der Schnabeltiere gehören Tasmanien und die Küstenregionen der Bundesstaaten Victoria, New South Wales und Queensland. Dort wurden Schutzgebiete mit Beobachtungsplattformen eingerichtet. Siehe:https://www.zoo.org.au/healesville

Außerhalb ihrer Lebensräume gibt es kaum einen Zoo, der diese Tiere hält. Da die Lebensbedingungen für diese Tiere nur schwer nachzustellen sind, scheiterten die meisten Zuchtversuche. Leipzig und Rotterdam hielten einst Schnabeltiere.

Schnabeligel gibt es im Tierpark Berlin und in den Zoos Duisburg, Frankfurt, Rostock zu sehen.

 

Adele_Sansone, am 18.08.2015
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Bildquelle:
John Lewin (1808) (Das Geheimnis des Schnabeltiers)

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