Sommertourismus

Die Region Andermatt ist richtig für alle, die sich im Sommer am liebsten in der Natur aufhalten. Für die gibt es ein ausgedehntes Wegenetz. Geboten werden auch geführte Exkursionen an der Furka zur Entdeckung der Alpenflora. Ein mehrtägiges Wanderprogramm bietet z. B, eine Wanderung zu den vier Quellen von Rhein, Reuss, Ticino (Tessin) und Rhone (Rotten).

Technikfreunde erkunden Europas höchsten Windpark oder den Staudamm in der Göscheneralp. Besonders zu empfehlen ist eine Tour mit der Dampfbahn Furka-Bergstrecke ab Realp nach Oberwald. Und wer reich werden will, der kann es in Gurtnellen mit Goldwaschen versuchen. Andermatt ist ein Knotenpunkt im Streckennetz der Matterhorn-Gotthard-Bahn. Hier macht der Glacier-Express, der langsamste Schnellzug der Welt, Station. Möglich ist auch eine Tour über fünf Alpenpässe an einem Tag.

Wintertourismus

Andermatt gehört zu den schneesichersten Wintersportorten der Schweiz. Zur Skiarena Andermatt-Sedrun haben sich die Skigebiete Gemsstock, Sedrun-Oberalp, Nätschen-Gütsch und Realp zusammengeschlossen. Sie ergänzen sich in Angebot, Höhenlage und Schwierigkeitsgrad. Die Pisten am Gemsstock sind ideal für erfahrene Schneesportler; für Familien gibt es einfachere Pisten auf der Gurschenalp und am Nätschen. In Realp hat es zudem zwei Skilifte für Anfänger. Das Skigebiet Sedrun-Oberalp bietet Pisten verschiedener Schwierigkeitsgrade. Snowparks gibt es am Gemsstock auf der Gurschenalp und beim Skilift Tegia Gronda in Sedrun. Dort lädt eine Halfpipe zum Springen. Vom Urserntal aus sind unvergessliche Skitouren möglich.

Das Urserntal ist ein beliebtes Ziel für Langläufer. Hier gibt es insgesamt 28 Kilometer Loipen. In Realp wird eine Nachtloipe Dienstags und Donnerstags von 18 bis 21 Uhr beleuchtet. Der Loipenpass für das Urserntal schließt die Nutzung der Bahn zwischen Andermatt und Realp mit ein.

Rund um Andermatt gibt es eine große Zahl von Schneeschuhrouten. Von den sind einige sind als Schneeschuhtrails markiert.

Auch auf zwei Kufen kann es bergab gehen. Der Schlittelweg am Sonnenhang von Andermatt ist kinderfreundlich. Denn der 7 Kilometer lange Weg verläuft auf der vergleichsweise sanft abfallenden Oberalp-Passstrasse.

Unter freiem Himmel befindet sich der Eisplatz in Andermatt. Er bietet rund 500 Quadratmeter Natureis, das täglich aufbereitet wird.

Ein Winterwanderweg führt von Andermatt nach Nätschen am Sonnenhang. Im Talgrund verläuft der Weg nach Realp. Eine tolle Rundsicht bietet der Rundweg Stöckli.

Sehenswürdigkeiten

Die Pfarrkirche St. Peter und Paul wurde ab 1602 von Bartholomäus Schmid von Hospental erbaut. Eingeweiht wurde sie 1607. 1694 wurde mit der Erweiterung begonnen. Chor und Langhaus wurde vergrößert und erhöht, das Querhaus und die Sakristei neu errichtet. Im 18. Jahrhundert folgte eine weitere Erweiterung der Kirche. In der Kirche steht ein prachtvoller barocker Hochaltar. Den schufen Johann Ritz und sein Sohn Jodok von Selkingen zwischen 1666 und 1729. Der Taufstein in der Form eines Kelchs trägt die Jahreszahl 1582.

Das Rathaus Ursern wurde erstmals 1583 erwähnt und nach dem Dorfbrand von 1766 wieder aufgebaut. Es ist Sitz der Korporation Ursern und des Landgerichtes sowie des Elektrizitätswerkes Ursern. Die große Ratsstube ziert eine Kassettendecke mit den geschnitzten und bemalten Wappen der heute noch lebenden Geschlechter des Tales. Gegenüber entstand 1581 der Dorfbrunnen.

Das Talmuseum Ursern ist in einem Patrizierbau von 1786 untergebracht. Dieses Gebäude diente 1799 dem russischen Feldmarschall Suworow als Hauptquartier und wird daher auch als Suworow-Haus bezeichnet. Das Museum präsentiert die Geschichte des Urserentals, Wohnkultur, Alpwirtschaft, des Säumerwesen und des Tourismus.

Die erste hölzerne Brücke über die Reuss im Schöllenental wurde 1230 errichtet und 1303 erstmalig urkundlich erwähnt. 1595 wurde sie durch eine massive Steinbrücke ersetzt. Die heutige Teufelsbrücke im Schöllenental wurde 1828/1830 vom Urner Ingenieur Karl Emanuel Müller errichtet. Nach deren Fertigstellung 1830 verfiel die alte Brücke. Eine dritte Brücke plante der Luzerner Ingenieur Hugo Scherer. Diese wurde 1955/56 gebaut.

Das Suworow- oder Russendenkmal wurde 1898 in der Nähe der damals umkämpften Teufelsbrücke errichtet. Es erinnert an Suworows Alpenfeldzug gegen die Franzosen im September 1799 und an die dabei Gefallenen.

Dorfkirche (Bild: haros)

Umgebung von Andermatt

Die Orte in der näheren Umgebung von Andermatt werden in dem Beitrag "Umgebung von Andermatt" vorgestellt. Dies sind: Hospental, Realp, Göschenen, Wassen und Gurtnellen.

Geschichte

1203 wurde der Ort Andermatt erstmals urkundlich erwähnt. Damals gründeten Walser im Urserntal Kolonien. Andermatt gehört nicht zur Korporation Uri. Mit Hospental und Realp bildet es die Korporation Urseren. Im Ratshaus zu Andermatt tagen noch heute die alten Geschlechter. Dieser Korporation gehören die meisten Gewässer, Wiesen, Weiden und Berge im Tal. Und oberhalb von Andermatt hat sich der Bannwald, der das Dorf vor Lawinen schützt, über Jahrhunderte erhalten.

Zwischen 1818 und 1830 wurde eine Fahrstraße über den Gotthardpass angelegt. Später folgten befahrbare Wege über den Oberalp- und den Furkapass. Das brachte für Andermatt wirtschaftliche Impulse. Die Eröffnung des Eisenbahntunnels unter dem Gotthard 1882 schadete der Bedeutung Andermatts als Verkehrsknoten sehr. Erst weitere Eisenbahnentrassen verbesserten die Lage.

1911 wurde mit dem Bau der schmalspurigen Furka-Oberalp-Bahn begonnen. Die Schöllenenbahn zwischen Andermatt und Göschenen nahm 1917 den Betrieb auf. In Göschenen besteht Anschluss an die Gotthardbahn. Die streckenweise als Zahnradbahn ausgelegte Furka-Oberalp-Bahn von Disentis bis Brig konnte den planmäßigen Betrieb 1926 aufnehmen. Seit 1930 besteht die durchgängige Verbindung von Disentis bis Zermatt. Die Teilstrecke über den Furkapass zwischen Realp und Oberwald ist nicht wintersicher. So wurde der Furka-Basistunnel erbaut. Seit 1982 gibt es eine ganzjährige Verbindung ins Wallis. Die Bergstrecke wird inzwischen im Sommer als Museumsbahn von der Dampfbahn Furka-Bergstrecke AG (DFB) betrieben.

Dafür belastete nach dem Zweiten Weltkrieg der zunehmende Straßenverkehr über den Gotthard den Erholungsort erheblich, Der 1980 eröffnete Gotthard-Straßentunnel führt nun den Durchgangsverkehr am Dorf vorbei.

Derzeit werden die Beherbergungskapazitäten in Andermatt mächtig ausgebaut. Seit 2009 wird an dem Tourismusressort der "Andermatt Swiss Alps" gebaut. Dazu gehören 6 Hotels, darunter das 5-Sterne-Superior-Hotel "The Chedi", rund 500 Apartments, 25 Villen und ein Golfplatz.

Glacierexpress erreicht Andermatt (Bild: haros)

Autor seit 3 Jahren
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