Toast Hawaii statt steirische Eiche

Conan der Barbar: Reboot oder Remake?

Conan der Barbar - OriginalfilmSo nervig manche Trends auch sein mögen: Wenigstens bieten sie den Trost, irgendwann vorbei zu sein. Es sei denn, es handelt sich um einen Dauertrend wie jenen Hollywoods, Filmklassiker gnadenlos Remakes zu unterziehen. Oder, wie im Fall von "Conan der Barbar", einem so genannten "Reboot". Wobei es sich dabei nur um eine Wortschöpfung handelt die verschleiern soll, dass es sich im Grunde natürlich trotzdem um ein Remake handelt.

Kaum ein Klassiker ist vor dieser, nun ja, "liebevollen Modernisierung" gefeit, was mitunter reichlich abstruse Blüten treibt. So möchte etwa Disney allen Ernstes die beliebten Miss-Marple-Filme einer kräftigen Frischzellenkur unterziehen, indem ausgerechnet Jennifer Garner die Hauptrolle übernehmen soll. Wahrscheinlich stand Megan Fox gerade nicht zur Verfügung.

 

Jason Momoa beerbt Arnie

Etwas weniger absurd mutet die Besetzung der Hauptrolle im Remake, pardon: Reboot, von "Conan der Barbar" an. Das hawaiianische Model Jason Momoa wird in die gewaltigen Fußstapfen von Arnold Schwarzenegger treten. Über allzu viel Schauspielerfahrung verfügt Momoa zwar nicht, doch war dies 30 Jahre zuvor für Regie-Titan John Milius ebenfalls kein Problem, als er Arnie für die Titelrolle besetzte. 

Bereits in den 1990er-Jahren hielten sich hartnäckige Gerüchte über ein Sequel der populären Fantasy-Reihe. Damals wäre Schwarzenegger für eine erneute Performance zur Verfügung gestanden. Leider zerschlugen sich die kühnen Pläne und lange Jahre herrschte Stille von der Barbarenfront.

Nun soll es Deutschland Hollywood-Export Marcus Nispel richten. Ein erster Trailer gewährt Einblicke in Nispels Leinwandadaption der Romane Robert E. Howards.

Angeblich soll sich das RebootMake näher an der literarischen Vorlage orientieren, als dies in den 1980er-Jahren der Fall war. Ob man in die neue Version der Conan-Serie Vertrauen setzen sollte, ist natürlich Geschmackssache. Der Artikelautor ist aus zwei Gründen höchst skeptisch:

Robert E. Howard: ConanZum einen sprechen Markus Nispels bisherige Hollywood-Werke nicht gerade für ihn. "Michael Bay's Texas Chainsaw Massacre" war die Eintrittskarte in den Olymp der Blockbusterkunst, erwies sich aber als herzhaft überflüssig, ebenso wie das Remake von "Freitag der 13.". Auch der auf den ersten Blick interessant anmutende, wüste Kulturschock-Kracher "Pathfinder - Fährte des Kriegers", in welchem lange vor den Conquistadores oder Buffalo Bill Wikinger in Nordamerika für Unzucht und Unordnung sorgen, vermochte nicht zu überzeugen.

 

"Kampf der Titanen" reloaded?

Zum anderen erinnert der Trailer wohl nicht zufällig stark an "300" oder "Kampf der Titanen". Gerade die rauen und dreckigen Landschaften hatten dem ersten "Conan der Barbar" jene düstere Atmosphäre verliehen, deretwegen er rasch zum Kultfilm avancierte. All dies dürfte im Reboot ersatzlos zugunsten computeranimierter Plastikwelten gestrichen worden sein. Auch der kongeniale Soundtrack des Komponisten Basil Poledouris muss zeitgemäßeren Klängen weichen. Von Conan ist in diesem Trailer wenig zu sehen. Die Befürchtung, mit einem sterilen Fantasy-Action-Mix á la "Kampf der Titanen" kontrontiert zu werden, steht im Raum

Ob "Conan der Barbar" eine weitere herbe Filmenttäuschung darstellt oder vielleicht doch positiv zu überraschen vermag, wird ab 9. September 2011 geklärt. An diesem Tag wird der Streifen in den deutschen Kinos anlaufen. Die Kritikerstifte werden vorsorglich schon einmal gespitzt...

Autor seit 6 Jahren
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