Durch solche Ringe musste der Ball geworfen werden (Bild: DEZALB / Pixabay)

Wahrscheinlich wurden die Spieler der unterlegenen Mannschaft geopfert

Das Spielfeld hatte die Form eines großen "I" oder eines großen "H". Zu beiden Seiten stiegen schräge Wände empor, von denen der Ball abspringen konnte. Die Spieler durften ihn nur mit den Hüften, dem Gesäß oder den Knien berühren. Sie trugen Knieschützer, lederne Schurze und Handschuhe, dennoch kam es häufig zu Unfällen. Wahrscheinlich wurden die Spieler der unterlegenen Mannschaft nach der Partie auf dem Feld des "göttlichen Spiels" den Göttern geopfert. Nicht immer handelte es sich dabei um Sport, sondern um ein religiöses Ritual.

"Die Körper der getöteten Opfer werden über den ganzen Platz gezogen. Es ist, als bemalte man den Boden mit ihrem Blut", schrieb ein spanischer Augenzeuge. Mit diesem Ritual weihten die Mexikaner das Spielfeld und ehrten ihre Götter, indem sie ihnen opferten, was sie als deren Nahrung betrachteten - menschliches Blut. In Tenochtitlán, der Hauptstadt der Azteken, befand sich am Fuß des Quetzalcoatl-Tempels ein Spielplatz. Die Regeln und die Art des Ballschlagens waren bei den verschiedenen Völkern unterschiedlich. In Teotihuacán, einem der größten und bedeutendsten Städte Mesoamerikas wurde jedoch kein Ballspielplatz gefunden. Es existieren allerdings einige Ballspieler im Wandbild "Paradies des Tlaloc". Hier wird es jedoch als Freizeitvergnügen dargestellt.

Aztekische Adelige wetteten auf die Partien

Der Ball bestand aus Kautschuk, in Nahautl, der Sprache der Azteken, "ollin" genannt. Das Zeichen für "ollin" war in der aztekischen Schift auch das Zeichen für "Bewegung". Das Spiel hieß "ollamaliztli", eine Zusammensetzung von "olli" und "tlama" ("jagen", "Gefangene machen"). Schon seit Urzeiten sind Menschen vom genauen Schlagens eines Balls fasziniert. Spiele wie Baseball, Kricket oder das baskische Pelota haben viele Gemeinsamkeiten mit dem Ballspiel der Indianer. Forscher fanden heraus, dass die aztekischen Adeligen auf die Partien wetteten. Federn, Gold, Sklaven und andere Güter von hohem Wert wechselten dann den Besitzer.

In den mesoamerikanischen Ruinenstädten wurden mehr als 1500 Ballspielplätze entdeckt. Die am besten erhaltenen befinden sich heute in Copán, Iximchè, Monte Albán, Uxmal, Zaculeu und Chichén Itzá. Dort existiert auch der größte jemals erbaute Spielplatz. Er hat eine Länge von 166 Metern und eine Breite von 68 Metern in den Seitenflügeln. In Mexiko und Mesoamerika wurden reich verzierte U-förmige Jochsteine gefunden.

Erst spät erkannte man den Zusammenhang mit dem Ballspiel. Sie wurden um die Hüften der Spieler gelegt und an der offenen Seite mit Bändern verschnürt. Wahrscheinlich dienten die etwa 15 - 20 kg schweren Steine nur zeremoniellen Zwecken und wurden für das eigentliche Spiel gegen leichtere Hüftgürtel aus Fellen ausgetauscht. Einige Forscher sind jedoch der Ansicht, dass diese Steine während des Spiels getragen wurden.

BerndT, vor 11 Tagen
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Bildquelle:
Tauralbus /Flickr (Das Volk der Olmeken)

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