Mount Hood in Oregon (Bild: tpsdave)

Die Siedlertrecks wurden anfangs von den Indianern geduldet

Und Hindernisse gab es zur Genüge. Häufig kam es zu Streitigkeiten zwischen den Männern um den Posten des Treckführers oder Kundschafters. In Kansas wurden die Siedler von heftigen Gewittern und Tornados überrascht. Vor allem nachts schlichen sich Banditen in die Wagenburgen und entkamen ungesehen mit ihrer Beute. Die Arbeit der Siedler war hart und anstrengend. In einer riesigen Staubwolke ritten oder gingen sie neben den Wagen entlang. An guten Tagen schafften sie dreißig Meilen, an weniger guten manchmal nur zwanzig Meilen.

Der Abstand zwischen den einzelnen Wagen betrug höchstens einen Kilometer, damit sie bei Gefahr schnell zu einer Wagenburg zusammengezogen werden konnten. In den 1840er Jahren wurden die Siedlertrecks von den Indianern noch weitestgehend geduldet. Doch mit der Zeit verschlechterte sich das Verhältnis immer mehr. Der Oregon-Trail führte am Plate-River entlang durch die Prärie nach Westen. In Fort Laramie legten die Trecks eine kurze Pause ein, um ihre Vorräte aufzufüllen. Der größte Teil der Strecke war geschafft. Aber der schwierigste Abschnitt lag noch vor den Männern, Frauen und Kindern.

Der Weg über den Columbia River war gefährlich und anstrengend

Nun ging es vorbei am Independence Rock über schroffe Berge und durch tiefe Canyons zum South Pass (Rocky Mountains) hinauf. In Fort Hall wurde abermals eine kurze Rast eingelegt, dann ging es weiter durch die Fluten des Snake River zum Columbia River. Dort mussten sich die Siedler dann entscheiden, ob sie auf dem Columbia River nach Fort Vancouver mit dem Floß fahren, oder die steile Barlow Road zum Willamette Valley benutzen wollten. Die Barlow Road begann bei Tygh Valley in Nord-Oregon und führte bis nach Oregon-City.

Die meisten Siedler entschieden sich für die Barlow Road, da der Weg über den Columbia River viel gefährlicher und anstrengender war. Beide Strecken führten zur Ortschaft The Dalles, die wiederum als Zwischenstation für die letzte Etappe diente. Von hier aus ging es nach Oregon, in das Gelobte Land. Dort waren die grünen Täler, die den Siedlern eine neue Zukunft bieten sollten. Als 1869 die erste transkontinentale Eisenbahnverbindung vollendet wurde, verlor der Oregon-Trail an Bedeutung. Die Zeit der Trecks war zu Ende.

BerndT, am 26.03.2013
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Bildquelle:
PDPhotos (Die Besiedlung Kaliforniens)
OSU Special Collections & Archives (Mississippi-Dampfer im Wilden Westen)
PublicDomainPictures (Crater Lake - Der Geistersee im Wilden Westen)

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