Verschiedene Schwebfliegen auf der Alpen-Bergscharte (Bild: a.sansone)

Gestatten: Schwebfliegen

Diese Insektenfamilie aus der Unterordnung der Fliegen, die Schwebfliegen (Syrphidae), hat eine ganze Gruppe von andere Insekten nachahmende Gattungen und Arten hervorgebracht. Sie sind allesamt harmlos; diese Mimikry täuscht nur Gefährlichkeit vor. Alles in allem aber sind sie wichtige Bestäuber für unsere Pflanzen.

Dass sie auch Stehfliegen oder Schwirrfliegen genannt werden, kommt nicht von ungefähr

  • ... siehe Markenzeichen: Schwirrflug.

Wie alle Fliegen (Brachycera) sind sie Zweiflügler. Der Körper kann sowohl gedrungen als auch lang und schlank sein; außerdem gibt es behaarte und unbehaarte Arten. Einige werden hier vorgestellt.

 

Der Wert der Schwebfliegen für die Natur

Dies ist natürlich die Betrachtungsweise des Menschen; denn in der Natur haben alle Wesen gleichen Wert.
Die Nahrung der Schwebfliegen besteht aus Nektar und Pollen. Daher spielen die Schwebfliegen als Bestäuber eine ganz wichtige Rolle. Neben den Bienen (Apoidea) und Schmetterlingen (Lepidoptera) sind sie eine wichtige Bestäubergruppe. Daneben betätigen sich eine Reihe von Larven als Blattlausvertilger, also doppelter Nutzen dieser Tiere für den Gärtner.

Anmerkung: Durch verschiedene Tests konnte nachgewiesen werden, dass die Schwebfliegen sich optisch orientieren und dabei eine Vorliebe für gelbe Blüten haben. Wäre doch interessant dies in einem Sommer auch mal zu beobachten, oder?

Markenzeichen: Schwirrflug

Ausgewachsene Schwebfliegen fliegen mit hoher Flügelschlagfrequenz, bis zu 300 Hertz (Schwirrflug) und können damit längere Zeit auch an Ort und Stelle "schweben, stehen, rütteln", was auch zu ihrem Namen führte.

 

Markenzeichen: Zugverhalten

Hauptwanderarten: Späte Großstirnschwebfliege, Scaevo pyrostri, Hainschwebfliege, Episyrphus balteatus, Gewöhnliche Langbauchschwebfliege, Sphaerophorio scripto und Feldschwebfliege, Eupeodes corollae/Metosyrphus coroilae, gehören zu den Wanderinsekten und führen gerichtete saisonale Wanderungen durch. Diese führen im Herbst von Mitteleuropa nach Süden und Südwesten in die Mittelmeerregion. Die Hainschwebfliege überquert dabei die Pässe der Mittelgebirge, der Pyrenäen und der Alpen. Im Frühjahr erfolgt der Zug in entgegengesetzter Richtung. Die Hainschwebfliege zieht unter Nutzung günstiger und Vermeidung ungünstiger Winde. Sie weist dabei ein ähnliches Verhalten auf wie viele ziehende Tagfalter und Vögel; denen sie als Reiseproviant dienen.

Über der Schwäbischen Alb etwa wurde mit Spezialoptik starker Fliegenzug noch in Höhen von 1000-1400 Metern (in bis zu 2000 Metern Meereshöhe). Noch bis in große Höhen wurden dabei auch Vögel beobachtet, die dort ziehende Schwebfliegen jagten, an der Forschungsstation Randecker Maar auf der Schwäbischen Alb werden die Wanderungen von Schwebfliegen seit 1970 dokumentiert.

Waldschwebfliege

Diese große Schwebfliege, bis 15mm, Volucella pellucens, die Waldschwebfliege, ist leicht am schwarzen Hinterleib zu erkennen, an dem das 2.Segment kontrastreich weißgelb ist. Die Flügel sind durchsichtig, transparent=pellucens und an der Basis gelblich. Sie ist auf Wiesen, in Gärten und auf Waldlichtungen bis in Gebirgslagen um 1500m anzutreffen. Ab Mai kann man sie auf Doldengewächsen, Mädesüß, Blüten des Holunders oder auch auf Korbblütlern (Foto auf Carduus defloratus/Bergdistel) finden.

 

Hummel-Waldschwebfliege

Sie ist quasi die stärker behaarte Schwester der Gewöhnlichen Waldschwebfliege. Ihr Hinterleib wechselt zwischen Schwarz mit roter Spitze oder Gelb/Schwarz mit weißer Spitze. So imitieren sie regionale Hummelarten. Das Gelege wird in Hummelnester gelegt. Die Larven leben in Nestern unbehelligt, da sie aufgrund der hohen Ähnlichkeit nicht von den Hummeln als Feind erkannt werden. Sie ernähren sich von abgestorbenen Larven und anderem Abfall.




Diese Zwei sind sich sehr ähnlich: Hainschwebfliege

Hainschwebfliege auf blauer Blüte (Bild: dé.wé. / Flickr)

Sie ähnelt stark einer schmal geratenen Wespe, die Hainschwebfliege, Episyrphus baltatus. Mit ihrem kupferfarbenen Brustabschnitt und ihrem typischen Schwirrflug mit transparenten Flügelpaaren ist sie aber leicht von einer echten Wespe zu unterscheiden. Auf dem zweiten Körpersegment trägt sie außerdem ein schwarzes Kreuz. Bestäuber ist sie vor allem für Doldenblütler. Dass ihre Larven auch noch dazu als Blattlausvertilger tätig sind, macht sie für die biologische Schädlingsbekämpfung doppelt wertvoll. 

Große Schwebefliege/Garten-Schwebefliege

Schwebefliege am Fünffingerstrauch (Bild: minminatmidnight / Flickr)

Die Große Schwebfliege/Gemeine Garten-Schwebfliege (Syrphus ribesii) ist eine weitere Art aus der Familie der Schwebfliegen (Syrphidae).

Syrphos=kleines Insekt, ribesili=Stachelbeere; Auch sie ist sehr wespenähnlich, wie etwa die Hainschwebfliege. Ihr Körper und die Beine sind gelb, das erste Segment ebenfalls schwarz durchbrochen, die Flügel sind leicht braun getönt. Auch ihre Larven leben von Blattläusen; also lassen sie diese harmlosen Schwebfliegen leben.

Mistbiene und ihre Rattenschwanzlarve

Mistbiene (Bild: Hans / Pixabay)

Mistbiene

Auch sie gehört in die Familie der Schwebfliegen, die Mistbiene, Eristalis tenax. Nur die viel dunklere braune Färbung mit 2 gelbroten Flecken an den Seiten des 2. Segmentes unterscheidet sie wirklich von den Bienen. Den Namen "Mistbiene" verdankt sie ihrer Vorliebe für morastiges, jaucheähnliches Territorium, wo sie ihre Larven aufwachsen lässt.

Auch die Larve hat einen Volksnamen, nämlich Rattenschwanzlarve. Dabei ist der Rattenschwanz ein teleskopartiges dehnbares Atemrohr, das bis zu 10 cm lang ausgefahren werden kann. So bekommt sie auch in der schmutzigsten Brühe immer frische Atemluft. Die Mistbiene ist die häufigste der Schwebfliegen.

Weiterführende Artikel zu Insekten

Seit Jahren schon wird auf das Bienensterben, Schmetterlingssterben, Insektensterben hingewiesen. Hier finden sie einige Anregungen wie sie persönlich, im Kleinen, im Stillen, aktiv etwas dagegen unternehmen können.
Wer Freude an bunten Blumen hat, kann Sie leicht mit vernünftiger Tierliebe verbinden.

 

Quellen

Neben persönlicher Erfahrung aus Garten und Natur, sowie Quellen aus dem Internet, folgende Literatur

  • Tiere, Dorling Kindersley, 2006 Starnberg
  • Insekten & Schmetterlinge, GU Naturführer, Gräfe und Unzer Verlag GmbH, 2012 München
  • Welches Insekt ist das? Kosmos Naturführer, Heiko Bellmann, Franckh-Kosmos Verlag, 2014 Stuttgart
Adele_Sansone, am 04.03.2018
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Bildquelle:
a.sansone (Ein Gartenparadies für Bienen und Hummeln)
Bildautor: © Michaela Steininger (Wer hat die Knautien-Sandbiene gesehen?)
a.sansone (Der gebänderte Pinselkäfer stellt sich vor)

Autor seit 7 Jahren
350 Seiten
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