Wollschweber, Trauerschweber

Wollschweber (Bild: Hans / Pixabay)

Die Wollschweber - Familienbande

  • Familie: Wollschweber (Bombyliidae). Eine Familie der Zweiflügler (Diptera), sie sind den Fliegen (Brachycera) zugeordnet. Im Englischen treffend "bee-flies" genannt.
  • Gattung: Wollschweber (Bombylius)
  • Art: Großer Wollschweber (Bombylius major), dem wir hier die Aufmerksamkeit widmen. *Und ja - der Frage vorweg genommen, wenn es einen Großen gibt, gibt es auch einen mittleren B. medius, und gleich zwei kleine: Bombylius minor und pumilus (zwergig).

Weitere bemerkenswerte Wollschweber sind

  • Trauerschweber/Trauerfliege (Hemipenthes morio), tiefschwarz, mit kurzem Rüssel. Seine Larven sind sogenannte Hyperparasiten. Denn diese entwickeln sich als Parasiten in Larven von Raupenfliegen, die ihrerseits Schmetterlingsraupen parasitieren. In der Natur gibt es nichts, was es nicht gibt.
  • Anthrax anthrax/Anthrax moris, ebenfalls sehr dunkel und parasitär etwa bei Mauerbienen. Und keine Bange, diese Fliege verbreitet nicht den gefürchteten Milzbrand. Denn Anthrax ist auch die griechische Bezeichnung für Kohle. Das wiederum passt zu diesem Insekt. Es ist fast komplett schwarz ist wie die Kohle.

34 Arten der Familie an Wollschwebern sind in Deutschland verbreitet.

Alle Wollschweber-Arten sind gute Flieger und speziell um die Mittagszeit aktiv und äußerst schwer zu fotografieren. 

  • Zur Paarung (Kopula) versammeln sich manche Arten an bevorzugten Paarungsplätzen oder auf bestimmten Blüten. Bei anderen Arten werden die Weibchen im rasanten Flug verfolgt oder die Männchen führen typische Werbetänze auf.

Bombylius medius (Bild: Petra B.)

Bombylius major - Großer Wollschweber

Er mag zwar wie eine Hummel mit langem Rüssel aussehen, aber er gehört zu den Fliegen. Pelzig behaart, an den Flügeln mit der dunkel gezackten Binde nicht zu verwechseln, saugt er mit seinem langen Rüssel Nektar aus den Blüten.

Der wissenschaftliche Name der Familie, Bombyliidae, erinnert ebenso wie der Trivialname an die Gattung der Hummeln, wissenschaftlich Bombus. In der Tat sehen viele Vertreter der Familie wie eine Art Kolibri-Hummel aus.

Die Überwinterung erfolgt als Puppe, ab März schlüpfen die jungen Wollschweber, seine Flugzeit reicht bis in den Juni.

Die Wollschweber sind geschickte und schnelle Flieger, die wie die Schwebfliegen (Syrphidae) auch den Schwirrflug beherrschen.

Die Hinterbeine werden im Flug nach hinten-oben gestreckt, während die anderen Beine nach vorn weisen. Die Adulten ernähren sich von Nektar und Blütenpollen, bei der Aufnahme dieser Nahrung stehen die Wollschweber häufig im Flug vor der Blüte und stützen sich nur mit den Vorderbeinen an der Blüte ab. Quelle Wikipedia

Der Wollschweber, ein Parasit

Der Wollschweber zählt zu den Parasiten, denn die Weibchen haben eine clevere oder auch perfide Methode ausgedacht, um ihren Nachkommen das Leben zu erleichtern.

So wirft das Weibchen im Schwirrflug vor Nestern von Wildbienen ihre befruchteten Eier ab. Sobald die Larven geschlüpft sind, wandern sie auf kürzestem Weg in das Bienennest. Dort häuten sie sich zu Maden, die zuerst die von den Wildbienen für ihre Brut angelegten Vorräte plündern. Sind die alle, werden kurzerhand auch noch die Bienenmaden verspeist.
Für Wildbienen also keine "win-win" Situation.

 

Markenzeichen: Schwirrflug

Sowohl Wollschweber, Taubenschwänzchen als auch Schwebfliegen fliegen mit hoher Flügelschlagfrequenz, bis zu 300 Hertz (Schwirrflug) und können damit längere Zeit auch an Ort und Stelle "schweben, stehen, rütteln", was auch zu ihrem Namen führte.

*Schwirrflug: Er ist eine Flugart, bei der durch beide Flügelschläge Auftrieb erzeugt wird. Dazu müssen die Flügelspitzen eine liegende Acht beschreiben, wobei die Flügelvorderkante stets in Schlagrichtung zeigt und somit beim Ab- wie auch beim Aufschlag der Flügel Auftrieb erzeugt werden kann. Die Flügelschläge müssen sehr rasch erfolgen. (Def. Wikipedia)

Lesetipp: die Schwebfliegen.

Wollschweber

Der Wollschweber tanzt/verharrt im Schwirrflug vor meist röhrigen Blüten und taucht mit seinem 1cm langen Rüssel tief ein. So kann man ihn bereits im Vorfrühling an Schlüsselblumen beobachten. Aber nicht nur Nektar nimmt er im Schwirrflug auf, sondern das Weibchen wirft auch im Schwirrflug ihre befruchteten Eier vor Wildbienennestern ab.

Taubenschwänzchen

Fast jeder kennt diesen auch Kolibri genannten Schwärmer, weil ihm die relativ dicken braunen Schmetterlinge mit ihrem Schwirrflug (70 Schwingungen/sec) an Sommertagen einfach auffallen. Auch dieser Schwärmer bevorzugt röhrige Blüten in die er seinen bis zu 3 cm langen Rüssel tief eintauchen kann. An Phlox und Sommerflieder kann man das gut beobachten.

Taubenschwänzchen

Das Taubenschwänzchen (Macroglossum stellatorum) gehört hingegen zu den Schmetterlingen (Lepidoptera). Manchmal wird er auch als Kolibrischwärmer bezeichnet.

  • Familie: Schwärmer (Sphingidae), Schwärmer sind zum Großteil nachtaktive Schmetterlinge, deshalb auch das eher unscheinbare Äußere.
  • Gattung: Macroglossum
  • Art: Taubenschwänzchen (Macroglossum stellatorum)

Taubenschwänzchen wird es wegen seines gegabelten Haarbüschels am Hinterleibsende genannt, das eine gewisse Ähnlichkeit mit den Schwanzfedern von Tauben aufweist.

Die Zoolog. lateinische Bezeichnung wiederum erklärt sich so: gr. makros=groß, lang; glossum=Zunge, stellatus=sternförmig.

Der bräunliche Schwärmer mit den rostgelben Hinterflügeln und den weißen Haarflecken am Hinterleib fällt besonders durch seinen Schwirrflug auf.

Die Raupe ist grünlichweiß punktiert mit hellen Längsstreifen (weiß und gelb).

 

Taubenschwänzchen am Sommerflieder (Bild: dMz / Pixabay)

Das Taubenschwänzchen ist ein Wanderfalter

Neben der Besonderheit des Schwirrflugs/Rüttelflugs, zeichnet sich das Taubenschwänzchen auch noch durch seine Lebensweise aus. Es gehört nämlich zu den sogenannten Wanderfaltern.

Der im Sommer geschlüpfte Falter, das erwachsene Tier, zieht im Herbst, wie die Zugvögel, nach Südeuropa oder Nordafrika, wo er den Winter verbringt. Im Frühjahr wandern die Falter zurück weit bis Skandinavien, wo sie ihrerseits sich paaren und ihre Eier bevorzugt an Labkräutern ablegen.

Ein Teil der Raupen, zwischen Falllaub zu einer Hülle versponnen, überwintern hier. In milden Wintern ist also das erste Taubenschwänzchen wahrscheinlich ein Exemplar der hier überwinternden Schwärmer.

Quellen

 

 

 

Adele_Sansone, vor 13 Tagen
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Bildquelle:
https://pagewizz.com/users/Adele_Sansone (Warum haben Rosen keine Dornen?)

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