Königin Hatschepsut (15. Jhd. v. Chr.)

Sie ist die umstrittene Exotin unter den ägyptischen Herrschergestalten: Hatschepsut. War sie die weise Staatslenkerin oder einfach nur eine herrschsüchtige Männin? Fakt ist nur: Sie regierte auf dem machtpolitischen Höhepunkt des sogenannten Neuen Reiches ungefähr ab 1490 v. Chr.. Mit ihrem Halbbruder Thutmosis II. war sie verheiratet und beherrschte schließlich als dessen Witwe das Land bis zur Volljährigkeit von Thutmosis III., ihrem Stiefsohn. Hatschepsuts Regierungszeit verlief außerordentlich friedlich, was allerdings eher dem Fehlen echter Bedrohungen von außen geschuldet ist.

Die Macht gab Hatschepsut 1468 v. Chr. (nach anderen Quellen 1458 v. Chr.) wahrscheinlich nicht freiwillig an den legitimen Thronfolger weiter, denn sie starb kurz nach dem Machtverlust, was damals durchaus üblich gewesen sein dürfte. Ein weiteres Indiz: Thutmosis III. ließ die meisten steinernen Inschriften seiner ihm verhassten Stiefmutter zerstören. Alternativ gibt es allerdings die These, dass die ehemalige Herrscherin schlichtweg an Krebs starb.

Kleopatra (69 v. Chr. – 30 v. Chr,)

Eine andere ägyptische Herrscherin, die Ptolemäer-Königin Kleopatra VII., zog ebenfalls alle Register, um den Machterhalt zu sichern. Kleopatra setzte dazu weibliche Reize ein. Sie heiratete nacheinander zwei ihrer Brüder. Als die Römer Ägypten eroberten, sicherte sich die Königin durch eine kurze Liaison mit dem großen Julius Cäsar ab. Nach dessen Ermordung setzte Kleopatra unter Cäsars Anhängern jedoch auf den falschen Mann. Sie heiratete den militärisch erfolgreichen (Marcus) Antonius. Im Jahr 30 v. Chr. unterlag Antonius jedoch seinem ehemaligen Verbündeten Octavian, dem späteren Kaiser Augustus. Kleopatra beging daraufhin Selbstmord.

Marozia: Herrin mächtiger Männer (ca. 892-937)

Wer sich mit der historischen Figur Marozia befasst, kommt an dem Wort Pornokratie nicht vorbei. Darunter versteht man einen lang anhaltenden Kirchenskandal aus dem 10. Jahrhundert, verursacht durch die Mätressenherrschaft der toskanischen Prinzessin Marozia sowie teilweise auch ihrer Mutter Theodora. Marozia (892 bis vermutlich 937) ging insgesamt drei Ehen mit italienischen Fürsten ein, hatte wahrscheinlich ein Verhältnis mit Papst Sergius III. und machte schließlich ihren Sohn zum Papst Johannes XI.. Insgesamt war Marozia Drahtzieherin hinter der Politik von fünf Päpsten. Im Jahr 932 wurde die machthungrige Frau von Alberich II., einem weiteren ihrer Söhne, gefangen genommen. Angeblich hatte sie versucht, sich selbst zur Kaiserin zu krönen. Marozia starb vermutlich in Gefangenschaft, das genaue Datum ist jedoch umstritten. Möglicherweise diente ihr Leben als Grundlage der Legende um Päpstin Johanna.

Die Kämpferin: Jeanne d'Arc (ca.1411-1431)

Jeanne d'Arc, genannt Heilige Johanna, La Pucelle oder auch "Jungfrau von Orleans", sorgte dafür, dass Frankreich in einer kritischen Situation gegen die englischen Eroberer standhielt.

Im Jahr 1422 befand sich das Land mitten im Hundertjährigen Krieg gegen die Briten. Aufstände und interne Fehden hatten bewirkt, dass Frankreich zu diesem Zeitpunkt faktisch unter englischer Regentschaft stand. Jeanne d'Arc jedoch berief sich auf göttliche Stimmen und animierte Frankreichs lethargischen König Karl VII. zur militärischen Wende. Schrittweise erfolgte nun, unter Johannas persönlicher Beteiligung, die Zurückdrängung der Engländer. 1429 gelang dem Mädchen die Befreiung von Orleans. Im Jahr darauf geriet Jean d'Arc in die Gefangenschaft der Burgunder, welche mit England verbündet waren. 1431 richtete man Johanna als Hexe hin. Frankreich unternahm nichts zur Rettung seiner Heldin. Der Hundertjährige Krieg (welcher eigentlich 115 Jahre dauerte) hätte seinen Namen ohne Jean d'Arc vielleicht nie erhalten.

Glanz und Blut: Elisabeth I. (1533-1603)

Ihre Regentschaft gilt als das Goldene Zeitalter Englands. Königin Elisabeth I. (1533-1603) verhalf dem Inselreich zu einer wirtschaftlich-kulturelle Blüte. Ihre Mittel waren vielfältig: Wahlweise Diplomatie oder Abgrenzungspolitik, notfalls aber auch blutige Argumentation. Elisabeth unterstützte die Gegner ihrer Feinde und ließ sogar eine Verwandte, die schottische Herrscherin Maria Stuart, hinrichten. In religiöser Hinsicht verhielt sich Elisabeth nur sehr eingeschränkt tolerant: Sie sorgte dafür, dass die von ihrem Vater gegründete Anglikanische Kirche zur Staatsreligion wurde. Katholiken hatten in dieser Zeit mit Repressalien zu rechnen.

Konkurrierende Seemächte schädigte Elisabeth anhand der von ihr legitimierten Piraten. Im Konflikt mit Spanien siegte die Königin unter anderem durch die Vernichtung der gegnerischen Armada, welche damals die weltweit größte Kriegsflotte darstellte. Geheiratet hat die machtbewusste Herrscherin übrigens nie.

Marie Antoinette (1755-1793)

"Wenn die Leute kein Brot haben, dann sollen sie doch Kuchen essen!" Dieses vorwitzige Zitat soll einst der französischen Königin Marie Antoinette angesichts hungernder Untertanen entschlüpft sein. Die Begebenheit ist zwar so nie passiert, doch sie kennzeichnet treffend den dekadenten Lebensstil der Königin, welcher eine Mitschuld am Ausbruch der Großen Französischen Revolution trug. Verschwendungssucht und Spielschulden gehörten quasi zum Alltag der Herrscherin.

Marie Antoinette konspirierte nach der Entmachtung ihres Gatten Ludwig XVI. mit ausländischen Verwandten, um die alten Machtverhältnisse militärisch wiederherzustellen. Die Königin endete deshalb schließlich auf dem Schafott. Ihr abgeschlagener Kopf soll übrigens das erste Modell für Madame Tussauds berühmte Wachsfigurenkabinette gewesen sein.

Kaiserin Cixi (1835 –1908)

Auch das ferne China hatte eine machthungrige Frau aufzuweisen: Cixi war zunächst lediglich die Nebenfrau des Kaisers Xianfeng. Als dieser 1861 starb, verübte sie einen Staatsstreich und agierte anschließend stellvertretend für ihren minderjährigen Sohn als Regentin. Nach dessen Tod 1875 setzte Cixi ihren Neffen, Kaiser Guanxu, auf den Thron. Weil dieser das rückständige Feudalsystem reformieren wollte, wurde er von Cixi 1898 entmachtet und eingesperrt. Die Kaiserin führte die Regierungsgeschäfte fortan selbst weiter. Im November 1908 starb Cixi einen Tag nach dem kinderlosen Guanxu, der vermutlich einem Giftanschlag seiner Tante zum Opfer fiel. Kurz zuvor hatte Cixi allerdings noch das Kind Pu Yi, den letzten Kaiser Chinas, zum Thronfolger bestimmt...

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