Berichte über Nahtod-Erfahrungen finden sich überall

Faszinierend ist dabei, dass jenes Phänomen auch in anderen Kulturen bekannt ist und darüber bereits seit ewigen Zeiten erzählt wurde. Selbst viele Bücher aus vergangenen Epochen behandeln dieses Thema – u.a. das ägyptische Totenbuch sowie das Totenbuch der Tibeter. Aber auch Bilder und Gemälde stellen Ereignisse bezüglich Nahtod dar.

Erstaunlich ist es schon, wenn die Erzählungen von Betroffenen sich so stark ähneln. Doch ist dies ein Beweis für ein Leben nach dem Tod? Kann davon ausgegangen werden, dass das Bewusstsein unabhängig vom Körper überlebensfähig ist? Oder ist alles nur Einbildung – ein Streich, den unser Hirn uns vorgaukelt?

Was die Wissenschaft sagt

Die Wissenschaft will herausfinden, was dran ist an diesem Phänomen. Problematisch ist jedoch, dass es bisher nicht möglich ist, als Nichtbetroffener derart Erlebnisse zu beobachten und zu messen. Aus diesem Grunde ist unklar, was die auslösende Ursache des Nahtod-Empfindens ist.

Ein Faktum aber ist, dass nicht nur Sauerstoffmangel – vor allem akuter – zu Halluzinationen führt, sondern auch der Konsum psychedelischer Drogen. Beides kann somit Erlebnisse auslösen, die an Nahtod-Erfahrungen erinnern. Forschern ist es sogar gelungen, außerkörperliche Erfahrungen auszulösen, was mit Hilfe elektrischer Stimulationen bestimmter Regionen des Hirns erfolgte.

Ist der Mythos Nahtod nun aufgeklärt? Gaukelt unser Hirn uns tatsächlich etwas vor?

Derzeit steckt die Wissenschaft dahingehend noch in den Kinderschuhen. Sobald durch Messgeräte jedoch festgestellt werden kann, dass Erlebnisse weiterhin produziert werden, obwohl der Hirntod bereits eintraf, würde dies die Existenz des Bewusstseins getrennt vom Gehirn bedeuten.

Um dann wiederum zu klären, ob Nahtod-Erlebnisse durchaus ernst zu nehmen sind, kann man sich der Quantenphysik bedienen, nach der das Bewusstsein eine Information aus elektromagnetischen Wellen darstellt.

Theoretische Möglichkeit

Da der Mensch aufgrund seiner evolutionsbedingten Merkmale und Ausstattungen nur einen kleinen Teil der Realität wahrnimmt, wäre es dennoch möglich, dass sich das reine Bewusstsein beim Sterben mit Lichtgeschwindigkeit löst, um sich mit dem Sein – der Realität? – zu vereinen. Dieses Loslösen mit derart brachialem Tempo könnte erklären, weshalb Menschen, die Nahtod-Erlebnisse hatten, den typischen Lichttunnel sahen.

Ist dieses Licht als Zustand konstanter Geschwindigkeit der Ursprung, in den wir nach dem Tode wieder eintauchen? Fühlten sich deshalb Menschen, welche Erfahrungen mit dem Nahtod hatten, so geborgen und wollten ungern zurück in ihre feststoffliche Hülle?

Ist es nun möglich, dass ein Sterbender wieder mit der Ganzheit des Seins verschmilzt?

Etwas Körperloses kann mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit zeitliche und räumliche Bedingungen nicht wahrnehmen, was in Bezug auf das Licht ein weiteres Indiz für das Existieren eines reinen Bewusstseins ist. Weiterhin ist auch klar, dass jener Zustand eine Form von Energie ist, die im Sein nicht verloren gehen kann. Denn wo soll sie auch hin? Und von irgendwo kam sie schließlich her.

Fazit

Das Mysterium Nahtod-Erfahrungen und das Sterben selbst wird wohl ein Geheimnis bleiben, welches wir Menschen wohl erst enthüllen können, wenn es soweit ist. Vielleicht gibt es auch gar kein Geheimnis, da wir bereits alles wissen, jenes Wissen in der Gefangenschaft unserer Hülle aber nicht erfassen und begreifen können. Doch man darf gespannt sein, welche Türen uns die Wissenschaft noch öffnen wird.

write-x, am 25.11.2013
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Bildquelle:
johannes flörsch (Wie finde ich die Sternschnuppen der Perseiden 2016?)
Karin Scherbart (Wie macht man einen Regenbogen selbst?)

Autor seit 6 Jahren
246 Seiten
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