Daressalam (A) und Kapiri Mposhi (B) auf der Karte

TAZARA

Die 1860 Kilometer lange Bahnstrecke wurde in den 70er Jahren unter Chinesischer Leitung gebaut. So stand es zur Zeit des Kalten Krieges als hervorragendes Beispiel für Entwicklungshilfe und der Bau hatte durchaus auch politische Gründe. Im Großen und Ganzen galt es aber damals, die einzige vorhandene Exportroute durch das immer noch von der Apartheid geprägte Südafrika zu vermeiden und Sambia von den weißen Minderheitsregierungen in Südafrika und auch Südrhodesien (heute Simbabwe) unabhängig zu machen, um ihre kostbarsten Waren, den Kupfer aus dem Kupfergürtel im Norden des Landes, exportieren zu können.

Heute ist es immer noch eine beliebte Handelsstrecke, aber auch für Einheimische eine günstige Möglichkeit, zum großen Hafen in Daressalam zu gelangen. 

Tazara Railway Station in Dar es Salaam (Bild: string_bass_dave / Flickr)

Tazara Rail (Bild: richardstupart / Flickr)

Tansania

Tansania ist ja bekannt als tolles Safariland, doch Daressalam ist auch für viele Urlauber das Tor nach Sansibar, schließlich fährt von dort aus die regelmäßige Fähre in das Urlaubsparadies.

Reiseliteratur

Sambia

Kapiri Mposhi ist ein landwirtschaftlich geprägter Ort in Sambia, schön zentral gelegen. In Sambia ist die beste Fortbewegungsart der Bus. In 3 Stunden erreicht man von Kapiri die Hauptstadt Lusaka, aber auch den Kupfergürtel mit den größeren Städten Ndola oder Kitwe. Theoretisch kann man von Kapiri auch mit Zügen weiterfahren, bis hinunter nach Kapstadt. Ein längerer Aufenthalt in Sambia lohnt sich aber auf jeden Fall! Von Lusaka fährt der Bus direkt nach Livingstone zu den beeindruckenden Victoriafällen. Ist die Reisezeit im Herbst, so kann man im Kasanka Nationalpark die Flughundimmigration beobachten. Immer eine Reise wert sind der Kafue Nationalpark oder auch mein Lieblingspark, der Lower Zambezi Nationalpark. Vielleicht wollen Sie uns auch besuchen kommen, in meiner Blindenschule Malaikha

Wunderschöne Reise!

Die Reise ist natürlich von beiden Richtungen möglich. Der Zug fährt zwei Mal pro Woche, wobei einer davon der Expresszug ist, der andere der "Ordinary Train". Die Reise führt unter anderem durch das wunderschöne Selous-Naturreservat, wo man zur richtigen Tageszeit (mit dem langsameren Zug besser) viele Tiere sieht. Ansonsten trifft man im Zug nicht nur viele Weltenbummler, sondern auch Einheimische und kann vom Zug aus auch richtig in das afrikanische Leben eintauchen und Dörfer beobachten. Es gibt definitiv keine andere Reisemethode, bei der man Afrika so authentisch erleben kann!

Fotogalerie

Tazara Railway Locomotive (Bild: string_bass_dave / Flickr)

Der Weg ist das Ziel! - Wichtige Reisehinweise!

Wie schon erwähnt, darf man es bei dieser Reise nicht eilig haben. Es gibt einen Fahrtplan, doch der Zug kommt grundsätzlich nicht planmäßig an. Während der Expresszug eigentlich 36 Stunden brauchen sollte, beträgt die offizielle Fahrtzeit beim Bummelzug etwa 48 Stunden, doch grundsätzlich sollte man mindestens mit einer Fahrtzeit von 50 Stunden rechnen, mehr noch in der Regenzeit. Die längste Verspätung, von der ich gehört hatte, war eine Woche, weil die Lok kaputt war, nachdem der Zug einen Elefanten gerammt hatte.

Sehen Sie auf der Zugfahrt zu viel auf Ihre Uhr, so werden Sie von den afrikanischen Mitreisenden garantiert ausgelacht! Hier gilt absolut: Die Europäer haben die Uhr, die Afrikaner die Zeit!

Nachdem der Zug nur 2 Mal pro Woche fährt, sollte man vorreservieren, um einen Platz zu bekommen. Preislich herrschen bei Express- und Bummelzug und auch zwischen 1.,2. und 3. Klasse nicht wirklich sehr große Unterschiede und mit 50 Euro ist man dabei.

Getränke und Essen sind im Zug sehr günstig, doch es gibt eher spärliche, afrikanische Küche im Speisewagen. Bier und Wein ist günstig und gut! Fährt man 1. Klasse, so bekommt man im Winter Decken, ansonsten empfiehlt es sich, mit Schlafsack zu reisen. Das Leitungswasser im Zug sollte nicht getrunken werden.

Unterwegs kommen immer wieder Leute zum Zug, die Früchte und anderes verkaufen und mit Kindern kann man da auch toll gegen Süßigkeiten und Kugelschreiber tauschen.

Wertsachen und Gepäck sollte man besser nicht unbeaufsichtigt lassen!

Mehr Informationen zu Abfahrzeiten etc finden Sie auf tazarasite.com

Luxoriöse Alternative - Pride of Africa

Lunch is served (well, soon anyway) (Bild: string_bass_dave / Flickr)

Der Luxussafarizug "Pride of Africa" der Firma Rovos Rail fährt die Strecke nur 2-3 Mal im Jahr ab, und noch weiter, denn die 14-tägige Luxusreise führt durch fünf Länder von Kapstadt bis nach Daressalam. An alles wichtigen Stationen zum Sightseeing wird Halt gemacht, im Zug herrscht Luxus pur, allerdings muss man für die 14 Tage auch fast 10.000 Euro hinblättern.

Autor seit 4 Jahren
406 Seiten
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