Island

Blau - weiß - Eis (Bild: Alexander Sansone)

Island - gletscherblau - sagenumwoben

Weiß und Blau sind die traditionellen Farben Islands – Wasser und Eis. Das rote Kreuz in der Flagge steht für die Verbindung zu den skandinavischen Ländern, denn im Mittelalter wurde es von Norwegern und Dänen besiedelt.

Geographisch liegt Island knapp südlich des Nördlichen Polarkreises, etwa 250 km südöstlich von Grönland. Die Insel liegt auf dem Reykjanesrücken, dem nordöstlichen Teil des Mittelatlantischen Rückens und übersteigt als einziger größerer Teil dieses Meeresrückens den Meeresspiegel.

Weiterführender geologischer Lesetipp:  Fakten zur Geologie von Island 

 

 

Island in trockenen Zahlen und Fakten

  • Die Fläche der Insel beträgt 103.125 km²,
  • davon Landfläche 100.329 km²,
  • Wasserfläche 2.796 km².
  • Island hat die geringste Bevölkerungsdichte Europas, gerade mal 2,8 Einwohner kommen auf den Quadratkilometer.

Dabei täuscht dies, denn über 92 Prozent der Bevölkerung lebt in den wenigen Städten

  • Reykjavik 125.000,
  • Kopavogur 22.000,
  • Harfnarfjördur 19.000 und
  • Akureyri 15.000 vorwiegend im Südwesten der Insel. Der Großteil von Island ist hingegen nahezu unbewohnt, aber auch unbewohnbar. Immerhin überziehen den größten Teil der Insel gewaltige Gletscher, 11,5 Prozent der Insel sind von ewigem Eis bedeckt.

Sie sehen, ein gemütliches Fleckchen Erde, oder sollte man besser sagen "Feuer und Eis"?

Hier raucht es - Fumerole (Bild: http://www.geologie-bergnat...)

Island - ein Fest für Naturliebhaber und Geologen - Eyjafjallajökull, Katla, Bardarbunga & Co

Neben den Gletschern stechen bei diesem geologisch jüngsten Land natürlich auch noch die Vulkane, 200 insgesamt, hervor. So mancher bereitete nicht nur den Isländern bei seinem Ausbruch Sorgen, sondern legte auch noch gleich den Flugverkehr lahm.

Mal ist es der Eyjafjallajokull, dann wieder der Katla, 2014 lautet nur der Name des dräuenden Unheils anders: Vulkan Bardarbunga. Eigentlich klingt dieser Name sanft, eher nach Südsee. Na gut, auch dort gibt es unheilspuckende Berge.

Bricht er aus, oder doch nicht? Geysire sind ein ebenfalls unübersehbares Ereignis, dienen der Inselbevölkerung aber thermisch optimal in ihren unzähligen ausgeklügelten Heizwerken.

Island – gewaltige unberührte und ursprüngliche Natur. Hier kann sich ein der Natur entwöhnter, technik-gläubiger Mensch noch so klein fühlen, wie er es auch wirklich im Verhältnis ist. Basalte, die aus dem Meer steigen bestaunen, an den Aschelagen der Gletscherränder die Ausbrüche der letzten Vulkaneruptionen verfolgen -außer sie sind akut - den Fumerolen Dampf oder Geister entsteigen sehen. Zusehen, wie Land entsteht und auch wieder schwindet, nirgendwo sonst ist man dem so nah.

Wer nach üppiger Blüte sucht, muss bescheiden sein. Aber fündig wird er auch in Island.

Reisetipp für geologisch Interessierte: Der Oman

 

ungebändigte Natur im Überfluss

Vulkane und Gletscher - eine brisante Mischung (Bild: http://www.geologie-bergnat...)

Tourismus Island heißt: Anpacken und "Augen zu und durch"

Anpacken (Bild: http://www.geologie-bergnat...)

Island - die Wiege der nordischen Gottheiten

Neben den drohenden Vulkanen sind es auch noch Wind, Wolken, Regen, das Erbe aus den polaren und tropischen Luftmassen, die sich hier treffen, ein Ausläufer des Golfstroms, der sich mit der kalten Grönlandströmumg das Meer streitig macht – beste Voraussetzungen für schaurig, düsteres Wetter, Stürme, waagrechte Regenschauer, die keine Faser trocken lassen und die Schaffung einer Welt mit Geistern, Göttern und Kobolden. Mythologie, der Mutterboden aller Träume, Urbilder der Menschheitserfahrungen können in so einem Umfeld nicht ausgeprägter sein.

Die Edda, Snorra-Edda und Lieder-Edda, zwei Werke aus Alt-Island in nordischer Sprache, enthalten die Mythologie der Nordgermanen, erzählen von den Göttern, den Zusammenhängen von Götterschicksal und Weltenschicksal. Der Isländer Snorri Sturluson (1179 bis 1241) ist der Homer der nordischen Welt und hat sie der Nachwelt erhalten.

Odin, der einäugige Wanderer, Thor, Balder und die Weltenesche Yggdrasil - hier auf Island sind sie nicht tote Worte auf Papier, sondern fühlbar, erfahrbar.

Die Isländersagas

Die einzigartigen Isländersagas (Íslendingasögur) entstanden im 13. und 14. Jahrhundert und erzählen vom Leben der ersten Siedler in Island. Die Schauplätze der Sagas liegen meistens in Island; gelegentlich in anderen nordischen Ländern, aus der die Einwanderer kamen. Die Ereignisse, die in diesen Sagas geschildert werden, handeln von Liebe, und Macht, Recht und Versöhnung, sie berichten von der Entstehung und Bewältigung von Krisen. Sie behandeln die Zeit zwischen der Besiedlung Islands (vor 870) und 1030, in der sogenannten "Sagazeit". Ihr Stellenwert in der Weltliteratur ist einmalig, da sie Beispiele realistischen Erzählens im Mittelalter darstellen. Ihre Neuübersetzung erschließt uns vergangene Zeiten der Insel und ihrer Ansiedler.

Das ursprüngliche Island

urige Behausungen Island (Bild: Alexander Sansone)

Das moderne Island

Reykjavik (Bild: Alexander Sansone)

Das moderne Island

... kann auch ein junger Mann sein, der aus Familiengründen seit Jahren in Österreich lebt und sich bei der Großen Chance als junger Sänger mit verblüffend sonorer Stimme lautstark meldet.

Thorsteinn Einarsson Interview

Island und seine Literatur

Vom 12. bis 16. Oktober 2011 drehte sich in Frankfurt wieder alles ums Buch. Ehrengast war Island und hat die Frankfurter Buchmesse 2011 als "Sagenhaftes Island" verzaubert.

Der nördlichste Ehrengast brachte dabei mehr als 100 Neuerscheinungen mit. Mit Spannung erwartet wurden die Werke zahlreicher zeitgenössischer Autoren und die Neuübersetzung der Isländersagas (Íslendingasögur). Isländische Autoren, wie Einar Kárason, Einar Már Guðmundsson, Hallgrímur Helgason oder die "Islandkrimi- Autoren" Arnaldur Indriðason und Yrsa Sigurðardóttir standen im Rampenlicht. Einer der besonders eindrucksvollen Island-Romane: Ein Herz so kalt.

Literaturtipps:

  • Tor Age Bringsvaerd. Die wilden Götter. Eichborn Verlag. Frankfurt am Main 2001
  • Herbert Gottschalk. Lexikon der Mythologie. Heyne Buch. Berlin 1979

Die angeführten Fotos sind von einer geologischen Reise der Universität Innsbruck nach Island.

Copyright: Alexander Sansone

Adele_Sansone, am 19.08.2014
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Bildquelle:
https://pagewizz.com/users/Adele_Sansone (Island - Was blüht auf dieser Insel?)
Alexander Sansone (Reiseziel Oman, für Geologen ein absoluter Traum)

Autor seit 5 Jahren
270 Seiten
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