Oman 1 (Bild: https://pagewizz.com/reisez...)

Oman, ein geografischer Einblick in das Land

Das Sultanat Oman ist ein Land von 300.000 km² Größe, Italien an Größe vergleichbar, am Ostrand der Arabischen Halbinsel gelegen. Angrenzend im Norden liegen die Arabischen Emirate, im Westen Saudi Arabien, im Süden der Jemen und im Nordosten liegt der Persische Golf.

  • Im Oman leben etwa 2,5 Millionen Menschen, davon etwa 1,7 Millionen Omanis und eine halbe Million Ausländer und Gastarbeiter.
  • Die Hauptstadt ist Masqat (oder Muscat) mit über 600.000 Einwohnern, Amtssprache ist Arabisch.
  • Im Norden erstreckt sich die 270 km lange Küstenlinie, die Batinah, dahinter liegt der 600 km lange Gebirgszug, das Hajar-Gebirge, das im westlichen Teil eine Höhe von knapp 3000 m erreicht.
  • Als Unterbrechung zum östlichen Hajar-Gebirge liegt die fruchtbare Jebal Akhdar-Formation mit dem Jebal Shams (Jebal=Berg, Gebirge, 3.009 m) dem höchsten Berg des Oman. Der "omanische Grand Canyon", der westlich des Jebal Shams liegt, erlaubt einen Blick in das 1.000 m tief eingeschnittene Tal des Wadi Nakhr/Wadi Ghul.
  • Etwa ein Fünftel des Oman sind jedoch Sandwüsten, so etwa die Ramlah al Wahiba (Wahiba Sands), eine beeindruckende Wüstenlandschaft aus 15.000 km² Sanddünen. Im Süden des Landes erheben sich die monsungewässerten Küstenstreifen von Dhofar, dahinter liegt allerdings die Wüste Rub al-Khali, das leere Viertel genannt.

  • Masqat, die Hauptstadt, Nizwa, eine alte Oasenstadt, auch Ausgangspunkt zu vielen geologischen Erkundungen, Suhar, Rustaq, Salalah, die Halbinsel Musandam mit Khasab an der Straße von Hormus mit seinen bezaubernden Fjorden und natürlich die zentrale Bergregion, sind alles mehrere Blicke wert.

 

Neben den bedeutenden Öl und Erdgasvorkommen lebt

der Oman aber auch von seinen etwa

  • 10 Millionen Dattelpalmen, dem Gewürzexport von
  • Weihrauch 
  • Zitrusfrüchten,
  • Granatäpfeln,
  • Bananen und
  • Rosen für das omanische Rosenwasser.

 

 

Wer nun nach den Muskatnüssen sucht, der liegt - leider- falsch. Später mehr zu Muskat und den Nüssen.

Städtische Impressionen aus dem Oman

Moschee in Bahla - Oman (Bild: Alexander Sansone)

Die politische Geschichte des Oman in Stichworten

Das Sultanat Oman ist geschichtlich geprägt durch die Seefahrt, wo Jahrhunderte lang der Oman eine wichtige Rolle zwischen Indien, Mesopotamien und Arabien spielte.

Auch Sindbad, der Seefahrer aus Tausendundeiner Nacht,

nimmt hier seinen Ursprung. Bei den Omani gilt die Stadt Sohar als Geburtsstätte des mythischen Sindbads.

Als Imamat und Sultanat wurde der Oman bis zum 18. Jahrhundert von einem Imam regiert. Ab 1891 gelangte es unter die Fittiche des Vereinigten Königsreiches. 1920 wurde es in das Sultanat von Masqat und das Imamat von Oman geteilt, aber schon 1955 wieder vereinigt. Noch vor 40 Jahren war das Land streng abgeschottet.

 

 

Seit der Herrschaft von Sultan Qabus bin Said al Said (seit 1970) wurde das Land behutsam aus seiner Ausgrenzung geführt. "Dem Fremden offen, aber dennoch das Eigenständige bewahren", so könnte seine Devise lauten.

Sowohl geographisch, durch Errichtung von Straßen, als auch sozial durch Errichtung von Schulen, Krankenhäusern und Moscheen, hat man es geschafft den Oman mit seinen Öl- und Erdgasquellen zu einem allgemein prosperierenden Staat zu formen. Die Grenzen der Modernisierung sind jedoch streng festgelegt. Es fehlen gänzlich die in den arabischen Ländern zum Himmel steigenden Wolkenkratzer. Sicher nicht die schlechteste Entscheidung. Auch die Gastarbeiter, die nur eine begrenzte Zeit im Land arbeiten dürfen und anschließend durch Omanis ersetzt werden sollen, schieben der Verfremdung des Landes einen Riegel vor. "Gastfreundlich, dem Tourismus zugeneigt, doch nicht um jeden Preis", lautet die Devise.

Was macht den Oman für Geologen nun so außerordentlich interessant?

Wie einst Scheherazade ihrem König ein Märchen in Tausendundeiner Nacht, so flüstern die Gesteine im Oman dem Geologen ihre Zauberworte ins Ohr.

Ist es bei Ali Baba und den vierzig Räubern "Sesam öffne dich", so lautet hier das Zauberwort "Moho"; Abkürzung für die "Mohorovicic-Diskontinuität". Das ist die Grenze zwischen Erdkruste und dem darunter liegenden Erdmantel, die seismische Unstetigkeitsfläche der Erde. Das, was normalerweise in 30 – 40 Kilometern Tiefe verborgen ist, liegt hier im Oman zur Besichtigung frei gegeben und bietet somit Ansichten, wie man sie sonst kaum findet.

"Das Oman-Gebirge zeigt den am besten aufgeschlossenen deformierten passiven Kontinentalrand und ist deshalb am Besten geeignet, fundamentale Prozesse wie Rifting, die Entwicklung passiver Kontinentalränder oder Überschiebungen zu studieren und zu erforschen." (ethz.ch/structuralgeology)

 

Ophiolite, Cherts, Plutonite, Diatomeen - Das Hajar-Gebirge ist eine geologische Fundgrube

Im Hajar-Gebirge besteht der überwiegende Teil aus ehemaligem Ozeanboden, der bei seiner Entstehung also 3.000 m tief unter der Wasseroberfläche gelegen hat.

weiterführender geologischer Lesetipp : Geologie des Oman

Man kann hier Ozeanboden praktisch trockenen Fußes besichtigen. Und was es da alles zu sehen gibt:

  • Die weltweit vielleicht schönsten Ophiolite, Fragmente des ehemaligen Ozeanbodens;
  • Cherts, kieselige Sedimente und Brachiopodenkalke;
  • Diatomeen, zu Stein gewordene Überreste von Kieselalgen;
  • Kissenlaven, so genannte Pillows, wulst- bis kissenartige Gebilde aus submarin geförderter Lava;
  • Plutonite, Tiefengesteine wie Gabbro;
  • biogene Sedimente - um nur einiges zu nennen; alles dazu geeignet ein Geologenherz höher schlagen zu lassen und all dies liegt offen und in Fülle zu Tage.
Falten über Falten - in der Geologie heiß geliebt

Rutschfaltung (Umar-Becken) (Bild: Alexander Sansone)

Unweit von Masqat im westlichen Hajar-Gebirge liegen 100 bis 300 Millionen Jahre geologische Zeitalter, von der Kreide bis zum Perm, offen und warten nur auf ihre Bewunderer.

Im Wadi Bani Kharus etwa beginnt hinter der Ortschaft Awabi eine 33 km lange Geröllstrecke, die an fossilen Einlagerungen von Muscheln, Schnecken und Korallen vorbei führt. Auch von Nizwa, der alten Oasen-Stadt aus, kann man in die verschiedenen Wadis (Flusstäler) fahren oder wandern und die darüber liegenden Gesteinsformen erkunden. Für den geologisch interessierten Touristen werden auch gute Rundtouren angeboten.

Fossile Highlights aus dem Oman

Fusuline (Großforaminifere) (Bild: Alexander Sansone)

Was braucht ein Geologe auf einer Exkursion?

Neben seinem Notizblock, einer Lupe und dem unerlässlichen Fotoapparat darf aber eines absolut nicht fehlen: der Geologenhammer. Auch wenn dieser mit jedem mitgeschleppten Stein den Rucksack noch mehr beschwert. Geologisch interessierte Menschen brauchen deshalb einen guttrainierten Rücken und gehwillige Beine. Wer also eine geologisch geführte Wanderung einmal mitmachen möchte - vorher trainieren ist unerlässlich; denn Schlappmachen gilt nicht.

 

weitere Impressionen aus dem Oman

Oase Sarit (Bild: Alexander Sansone)

Noch einige Tipps zum Reisen in den Oman

Wer von versteinerten Tieren genug hat und wen es mehr zur lebenden Tierwelt zieht, dem kann ein Abstecher zur Enklave Musandam, seinen Delphinen und Meeresschildkröten und herrlichen Fjorden empfohlen werden. Suqs (Märkte ) oder Festungen wollen besucht, Wüsten unter professioneller Führung erkundet, Kamele bestiegen werden. Es gibt noch sehr viel zu erfahren und zu sehen in diesem orientalischen Märchen.

Ziege (Bild: Alexander Sansone)

Ein weiteres Wunschreiseziel für geologisch interessierte Reisende und klimatisch ein schöner Kontrast, ist diese Insel:

Island

Wie ist das nun mit der Muskatnuss und dem Oman?

"Muskat(-nuss) kann nur aus dem Oman kommen, denn die Hauptstadt heißt ja Muskat."

Schade, wäre zu schön. Stimmt aber leider nicht. 

Die Muskatnuss und der Muskatnussbaum Myristica fragrans stammen ursprünglich aus Sumatra (BandaInseln). Auf den Antillen und den Molukken liegen die Hauptanbaugebiete.

Muskatnüsse sind das Hauptexportprodukt Grenadas und eine Muskatnuss ist daher Bestandteil der Flagge Grenadas.

Die als Gewürz bereits seit den Kreuzfahrern beliebte Muskatnuss ist der weiche Samenkern der Muskatfrucht. Ähnlich wie unsere Walnüsse ist der Kern von einem hellgelben ledrigen Mantel, der sognannten Muskatblüte Macis umgeben.

Neben der Würzkraft wurde die Muskatnuss auch für medizinische Zwecke verwendet.

Ach ja, die arabische Bezeichnung "Masqat/Maskat/Muskat" bedeutet Ort des Fallens, was von der Nutzung als Ankerplatz oder von den steil abfallenden Bergen abgeleitet werden kann - und nicht von den vom Baum fallenden Muskatnüssen.

Weihrauch und die Wohlgerüche Arabiens

Weihrauchzweig (Bild: Alexander Sansone)

Weihrauch - ein echter Exportartikel von Oman

Weihrauch Boswellia sacra (Syn.: Boswellia carterii Birdw.) ist eine Pflanzenart, die zur Familie der Balsambaumgewächse (Burseraceae) gehört. Deutsche Namen sind "Somalischer Weihrauch" oder "Arabischer Weihrauch". Sie gedeiht nur in Trockengebieten. In abgelegenen Gebirgswadis kommen sie an trockenen Hängen vor. Da sich Weihrauch nicht kultivieren lässt, ist er auch heute noch kostbar.

Die beste Reisezeit

Die beste Zeit um den Oman als Europäer zu besuchen liegt in den Wintermonaten, weil dann das Klima in etwa unseren Sommermonaten gleicht. Im omanischen Sommer mit Temperaturen bis über 40° ist nur der südlichste Teil mit seinen Monsunwinden wirklich erträglich.

Quellen und weiterführende Links

Quellen:

  • Oman, A. Ardeleanu-Jansen; Dumont Taschenreisebuch Köln 2000
  • Fischer Weltalmanach;
  • Geologie des Oman - Autor: (Alexander Sansone)
Adele_Sansone, am 02.09.2014
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