Saguaro-Kakteen in Arizona (Bild: hopesrphotos / Pixabay)

Die Haarnetzpflanze besitzt ein Luftwurzelsystem

Mit einer weiteren nicht weniger genialen Erfindung schützen sich die Pflanzentürme vor der Austrocknung von außen. Zwischen den Stacheln, mit denen sie ihr Wasserreservoir gegen durstige Tiere verteidigen, sitzen unzählige haarfeine Öffnungen. Durch sie kann der Saguaro-Kaktus Wasser versprühen. Wenn das Wasser auf die heiße Außenhaut trifft, entsteht Verdunstungskälte, mit deren Hilfe die Pflanze während des Sommers einer lebensgefährlichen Überhitzung vorbeugt.

Das Tal des Todes in Kalifornien trägt seinen Namen nicht ohne Grund. Kaum ein Lebewesen hat eine Chance, sich gegen das unerbittliche Klima durchzusetzen. Die Luftschicht über der Erde ist so stark aufgeheizt, dass der wenige Regen niemals den Boden erreicht - er verdampft schon 1000 Meter über der Oberfläche. Hier lebt die Haarnetzpflanze - und zwar nicht einmal schlecht. Sie siedelt genau im Verdampfungsbereich der "Geisterregen".

Außerdem steht sie auf dem Kopf. der Wurzelteil, der in der Erde haftet, sorgt für den mineralischen Teil der Nahrung. Um Feuchtigkeit aufzunehmen, besitzt die Pflanze ein Luftwurzelsystem, das weit über die Blätter empor reicht. Die Luftwurzeln sind mit einem dichten netzartigen Geflecht besetzt, mit dem der Überlebenskünstler den Wasserdampf mühelos aus der Atmosphäre filtert.

Kakteen wachsen auf besonders nährstoffreichem Boden

Die meisten Kakteen findet man auf mineralischen Wüsten- und Steppenböden von lehmig-steiniger Beschaffenheit. Ihr äußerst spärlicher Pflanzenwuchs mag darauf hindeuten, dass es sich um besonders nährstoffarme Böden handelt. Doch das ist ein Trugschluss. In Wirklichkeit sind diese Böden sehr reich an Kali, mäßig an Phosphorsäure und arm an Stickstoff. Das Verhältnis der Nährstoffe zueinander ist etwa 6:3:1. Der Stickstoff - ein Abbauprodukt des Humus - tritt kaum in Erscheinung, weil durch die spärliche Besiedlung keine nennenswerten Mengen abgestorbener Pflanzenteile anfallen, die allein die Humusbildung ermöglichen.

Somit ist humusartiger, steiniger Mineralboden mit hohem Kaligehalt, mittlerem Phosphorsäurebestand und wenig Stickstoff die beste Pflanzenerde für die Kakteen aus den trockenen Steppengebieten. Bis auf wenige Ausnahmen sind die Pflanzen ungiftig und essbar. Vor allem das saftige Fleisch der Kugelkakteen hat schon vielen Menschen das Leben gerettet. Einige amerikanische Kakteen dienen auch als Rauschmittel. Die Indianer aßen getrockene Stücke von einem stachellosen Kaktus namens Peyote und versuchte so, Visionen vom Großen Geist zu empfangen.

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