Anzügliche Ortsnamen

Eltern von pubertierenden Jugendlichen sollten es sich gut überlegen, ob sie in bestimmten Orten Urlaub machen möchten. Busendorf beispielsweise gibt es gleich zweimal in Deutschland. Ein Ortsteil der brandenburgischen Spargelhauptstadt Beelitz leitet diesen ungewöhnlichen Namen möglicherweise vom religiösen Bußbegriff ab. Alternativ könnte aber auch die Ausbuchtung eines Sees zur Namensgebung beigetragen haben, ebenso, wie beim gleichnamigen Dörfchen in Oberfranken. Dort könnte aber auch der Gründer des Ortes Pate für die Namensgebung gestanden haben, ein gewisser Bouzzo.

Ähnlich erging es offenbar den bayerischen Orten Petting und Tuntenhausen. Petting geht möglicherweise auf einen Mann namens Petto zurück. Für Tuntenhausen gibt es zwar ebenfalls einen personellen Zusammenhang, jedoch existieren hier auch andere Erklärungen. Derlei doppeldeutig anzügliche Ortsnamen sind allerdings keineswegs eine Besonderheit des deutschsprachigen Raums, wie ein populäres Beispiel aus Frankreich zeigt.

Kulinarisches und dubiose Substanzen

Linsen sind Geschmackssache. Seit einer gewissen Begebenheit in der Bibel (1. Mose 25, 29-34) hat das Linsengericht außerdem zumindest gedanklich einen faden Beigeschmack. Dennoch gibt es einen Ort in Deutschland, der den Namen Linsengericht trägt. Die Erklärungsversuche zum Namen der hessischen Gemeinde gehen hier von zwei grundsätzlichen Richtungen aus. Einerseits könnte tatsächlich das landwirtschaftliche Produkt dafür verantwortlich sein. Anderseits ist aber auch der juristische Zusammenhang mit einer Gerichtslinde möglich.

Etwas lieblicher klingt dagegen schon die Ortsbezeichnung Weingarten. Sie kommt vor allem in Süddeutschland häufig vor und weist (im Gegensatz zu anderen kuriosen Ortsnamen) in der Regel tatsächlich einen Bezug zum Weinanbau auf. Ganz und gar nichtalkoholische, aber illegale Rauschmittel könnte man hingegen in Drogen erwarten, einer Ortschaft im beschaulichen Thüringen. Doch wahrscheinlich ist dort die Suchtproblematik trotzdem nicht überdurchschnittlich hoch. Die dortigen Einwohner haben mit ganz anderen Schwierigkeiten zu kämpfen: Die Ortsschilder mit dem kuriosen Namen geraten immer mal wieder ins Visier diebischer Souvenirjäger.

Von Elend, Sorgen und Krankheiten

Auch das ganze Elend menschlichen Erdendaseins hat sich offenbar in einigen deutschen Siedlungen verewigt. So trägt eine Ortschaft im Havelland die deftige Bezeichnung Kotzen. Ähnlich "ungesunde" Namen tragen auch die Ortschaften 54689 Jucken oder 67466 Krankenthal. Sogar gleich mehrfach in Deutschland vorhanden sind die Ortsbezeichnungen Elend und Sorge. Darüber sollten wir einmal ernsthaft nachdenken...

Die irrwitzige Welt der skurrilen Ortsnamen

Seltsame Ortsbezeichnungen gibt es in Deutschland erstaunlich häufig. Wer nicht gerade dort wohnt, kann deshalb über Ortsnamen wie Fucking, Lederhose, Pissen, Hundeluft oder Irrhausen durchaus schmunzeln.

Schon beinahe bieder wirken dagegen das sächsische Amerika oder das bayerische Übersee. Im mecklenburgischen Penzlin hingegen fordert ein Ortsteil zu besonderer Aufmerksamkeit auf: Siehdichum. Wirklich viel gibt es in der winzigen Ansiedlung aber dann doch nicht zu sehen. Da lohnt schon eher ein Blick ins benachbarte Alt Rehse...

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