Mais (Bild: Couleur / Pixabay)

Ein wenig Botanik über den Mais: Zea mays lässt grüßen

Der Mais zählt wie auch die anderen Getreidearten zu den Süßgräsern (Poaceae), wobei der Mais von einem Wildgras in Mexiko abstammt, das Teosinte heißt. Die Bezeichnung stammt aus dem Nahuatl-Indianischen und bedeutet: der unser Leben Erhaltende.

Botanisch wird heute beides, die ursprüngliche Teosinte wie auch der Mais als zwei Unterarten von Zea mays aufgefasst.

  • Teosinte (Zea mays subsp. parviglumis) und
  • Mais (Zea mays subsp. mays)

Unterschiede bzw. Gemeinsamkeiten dieser zwei Unterarten sind:

der Mais hat eine Hauptachse, Teosinte ist stark verzweigt; Ährchen am Mais sind gepaart; die der Teosinte nicht. Maiskolben sind vielzeilig, der Kolben der Teosinte nur zweizeilig. Eine Maisähre hat mehr als 500 Körner, Teosinte maximal zwölf. Die Ähre von der Teosinte ist brüchig, die Samenkörner fallen von selbst aus, beim Mais eben nicht.

Der Mais hat getrennte männl. und weibl. Blütenstände! An der Spitze der Pflanze befinden sich die männl. Blütenrispen. (sehr grasähnlich) Die weibl. Blütenstände sind von Hüllblättern umgeben stehen seitl. an den Sprossen. Die Büschel sind die Narbenfäden (Seide).

 

Getreide weltweit (Bild: a.sansone)

Die Kulturgeschichte vom Mais

Zea mays … wurde vor Linné als Frumentum indicum Mays dictum, oder auch als Frumentum turcicum (auch bei uns oft im Sprachgebrauch "der Türken", Türkisch Korn) bezeichnet. Die Linnésche Bezeichnung Zea mays bildet sich aus: gr. Zea=Grund des Lebens, mays=haitianisch unsere Mutter.

Über die Abstammung der Bezeichnung gibt es wahre Romane, etwa nachzulesen im Etymologischen Wörterbuch von Genaust!

Der Mais gehört zur Familie der Süßgräser, ursprünglich stammt er aus Mexiko und wurde von den spanischen Eroberern (Conquistadores) um 1500 nach Europa gebracht. Zunächst wurde er (wie auch die Kartoffel) nur als Zierpflanze angebaut. Seit 1700 auch als Ackerfrucht angebaut und ist heute eine der wichtigsten Ernährungspflanzen für Mensch und auch Vieh.

Los geht es in Mexiko

Teosinte,  wächst nach wie vor in der mex. Provinz Oaxaca. Kann sich auch sehr leicht mit dem Mais kreuzen! Die Urpflanze vom Mais wurde bis heute noch nicht gefunden … der Mais, bzw. die veredelte Teosinte wurde jedoch bereits von den Inkas und Azteken veredelt und gezüchtet.

Bei archäologischen Funden, datiert auf 7000 oder 5600 Jahre v.C. - fand man Teosinte/Maiskolben, deren Größe: zwei Zentimeter lange Kolben waren.

Im Tal von Tehuacan gab es permanenten Maisanbau (historisch gesichert). Auch andere Früchte wie Kürbis, Avocado, Bohnen, Amaranth und Baumwolle wurden dort angebaut.

In Ausgrabungen jüngeren Datums, etwa aus 3000 v.Chr., waren die Kolben bereits sieben Zentimeter lang. Zur Zeitwende um Christi Geburt bereits handlang und die Körner viel größer.

Weiter geht es in Spanien bis in die Türkei

Von Andalusien aus verbreitete sich der Anbau als Getreide von Südeuropa bis in die Türkei. In der Spätrenaissance galt die Türkei (das Osmanische Reich) als Hauptanbaugebiet in der Alten Welt. Daher stammt auch die in Österreich verwendete Bezeichnung wie "Türkisch Korn", "Welschkorn" oder "Kukuruz" zeugen ebenso davon; granturco=türkisches Korn, oder auch Kukuruz (aus dem Slawischen).

Das restliche Europa

Nach Deutschland kam er zwischen 16. und 17. Jhdt. Im 18. Jhdt begann man auch bei uns zu züchten, damit er auch in kälteren Gebieten fruchtbar gedeiht. Er wurde jedoch lange nur als "Hühnerfutter" verwendet. Erst mit den Care-Paketen nach dem 2. Weltkrieg wurde das "Corn"=amerik. Bezeichnung für Mais (siehe Cornflakes oder Popcorn) breiter bekannt. Ab den 70er Jahren wurde der Mais in einer kälteangepassten Züchtung im großen Stil angebaut.

Heute gibt es fast nichts, wo nicht Mais drin oder dran ist: Maiskeimöl, Maisstärke, Cornflakes....Maissprit/Biosprit ...

 

 

Ursprünglich stammt Mais aus Mexiko.

Geht man nach den alten indigenen Völkern, so wurde die Maispflanze vom Gott Hiawatha dem Menschen geschenkt. Die wussten das Geschenk zu nützen und entwickelten aus dem einfachen Wildgras Teosinte (Zea mays subsp. parviglumis ) eine der wichtigsten Nahrungspflanzen der Welt.

Mais=Corn ist das einzige ursprüngliche auf dem amerikanischen Kontinent wachsende Getreide. Kurioses dazu:

Den indigenen Völkern Amerikas fehlten die Sicheln (in allen Anbaugebieten der Alten Welt durchaus gebräuchlich), Getreide wurde nur durch Schütteln der Pflanzen geerntet oder später durch das Abbrechen der Kolben! Unterschied zur Alten Welt und dessen Getreideanbau!
(Quelle: Weltgeschichte der Pflanzen, Seidel)

Die meist ein bis drei Kolben je Pflanze haben fest in den Kolben sitzende Körner, die abgerebelt und einzeln gesät werden, damit sich wieder vollwertige Pflanzen entwickeln. Damit ist Mais eine der wenigen "absoluten Kulturpflanzen". Lange bevor die ersten Maiskörner mit Christoph Kolumbus 1493 in Spanien ankamen, hatte sich der Mais über ganz Amerika verbreitet
und sicherte den Menschen ihre Lebensgrundlage. Bereits Anfang des 16. Jahrhunderts hatte sich sein Anbau über Südeuropa, den Vorderen Orient bis nach Afrika verbreitet.

 

Mais (Bild: a.sansone)

Kann man Mais im Garten anbauen?

Wer selbst Mais anpflanzen will (vor allem Zuckermais) muss bis nach den Eisheiligen warten. Mais ist kälteempfindlich.

Ein blockweiser Anbau (gegenseitiger Windschutz) ist besser als ihn in Reihen anzubauen. Auch die Bestäubung durch den Wind geht so besser, sonst muss man zur Handbestäubung greifen! Gut gedüngter Boden, sonnig, viel Wasser sind die Bedingungen. Die Pflanzen später kniehoch anhäufeln, damit sie standfester sind.

Erntereif ist der Mais je nach Sorte ab Mitte August, sobald sich der Bart bräunlich verfärbt.

Mais, den man trocken verarbeiten möchte, muss bis Oktober an der Pflanze abreifen.

Es gibt Maiskörner in allen erdenklichen Farbtönen, von goldgelb über ocker und orange bis zu grün und sogar violett.

Maissorten:
Hartmais (Tierfutter); Zahnmais; Puffmais= Popcorn; Zuckermais wird unreif verzehrt (noch weich und milchig); Weich- oder Stärkemais; Wachsmais; Spelzmais als reine Zierpflanze.

Gewusst wie: Handbestäubung beim Mais

 

 

 

so klein fängt es an (Bild: a.sansone)

Indianerbeet/die drei Schwestern/Milpa

Nur ganz kurz hier angerissen, weil eine Pagewizz-Autorin bereits einen wunderbaren hilfreichen Artikel dazu veröffentlicht hat:
Worum geht es bei diesem Begriff: Milpa/Indianerbeet/die drei Schwestern?

Die Mischkultur der Südamerikaner "Milpa" genannt, ist ökologisch gesehen ein wunderbares standortgerechtes und nachhaltiges Anbausystem.
Man pflanzt an einem Standort Mais im Block (als Halterung), fügt den Kürbis hinzu (keine zu große Sorte) und anlehnungsbedürftige Bohnen. Alle Pflanzen zusammen sorgen für gegenseitiges besseres Gedeihen.

Artikel Indianerbeet: die drei Schwestern

(Bild: LAWJR / Pixabay)

Ein wenig zum Nahrungsmittel Mais

Mais ist glutenfrei! und für alle zöliakiegeplagte Menschen eine gute Alternative.
Aus Maismehl und Maisgrieß kann man wunderbar ...Tortilla, Cornflakes, Popcorn, Polenta … zubereiten.

Im Gegensatz zu den anderen Gräsern/Getreide kann Mais auch frisch als Gemüse verzehrt werden.

Dazu frischen Zuckermais in Salzwasser kochen und dann noch warm mit Butter bestreichen oder im Sommer dünn mit Öl bestrichen auf den Grill …ein Leckerbissen.

Gemüsemais enthält viel Eiweiß, Mineralstoffe und Vitamine.

Aber Vorsicht: zu einseitige Ernährung mit ausschließlich Mais kann zu Mangelerscheinungen führen ... das Krankeitsbild nennt sich Pellagra ... Pellagra ist eine Erkrankung, die durch Mangel an Nicotinsäure, einem Vitamin aus dem B-Komplex, ausgelöst wird. Pellagra (Nicotinsäure-Avitaminose) trat geschichtlich häufig auf, wenn die Nahrung hauptsächlich aus Mais oder Sorghumhirse bestand. Die darin vorliegende gebundene Form der Nicotinsäure (Niacytin) kann vom Körper nicht verwertet werden. Diese Krankheit war vor Kenntnis der Zusammenhänge in armen Regionen Südeuropas und Amerikas weit verbreitet. In den Ursprungsländern des Maises wurde dieser dagegen zum Verzehr alkalisch verarbeitet (Nixtamalisation), wodurch die Nicotinsäure durch den Körper verwertbar wird (Wikipedia).

 

 

Mais als Heilpflanze oder Pharmapflanze

Als Heilmittel dienen die Maisstärke und das raffinierte Maiskeimöl.

In der Volksmedizin wurde aus dem Bart ein Tee gekocht; wassertreibend, schmerzstillend.

Mais eignet sich auch als Pharmapflanze; dabei wird medizinisch wirksamer Stoff mit Hilfe der Gentechnik der Pflanze zugesetzt und so produziert zB beim HIV-Mais, die Pflanze Antikörper gegen das HIV -Virus.

 

Mais als Industriepflanze
Energiemais und Stärke als nachwachsender Rohstoff, daher auch der enorme Bedarf und die Züchtung mit genmanipulierten Pflanzen; mehr in den unten angeführten Links zum Nachlesen, denn das Thema "Gen-Mais" ist ein ganz spezielles Thema. Mais als Bio-Kunststoff für plastikfreie kommende Zeiten; der Einsatz von Mais ist sicher noch nicht auserzählt.

 

Quellen

  • Aus unzähligen Schriften zum Thema Mais und folgenden Büchern:
    • Das Gemüsebuch, Karen Meyer-Rebenitsch; blv, 2012 München
    • Hagebutte & Co, Angelika Lüttig, Juliane Kasten; FAUNA Verlag, 2003 Nottuln
    • Die Weltgeschichte der Pflanzen, Seidel; Eichborn, 2012 Köln
    • Monster im Gemüseregal, Biologiezentrum Linz
Adele_Sansone, am 25.01.2022
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Bildquelle:
a.sansone (Natur des Jahres 2022, Jahreswesen)
Eigenes Bild (Kurze Geschichte der Nationalpark-Idee in Deutschland)

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