Was ist Matcha-Tee?
Matcha-Tee bei einer japanischen ...

Matcha-Tee bei einer japanischen Teezeremonie im Hōkoku-ji-Tempel in Kamakura (Bild: Opponent)

Matcha bedeutet auf Japanisch nicht viel mehr als 'pulverisierter Tee' und bezeichnet im engeren Sinne eine fein gemahlene Grüntee-Verarbeitung, die seit dem 12ten Jahrhundert traditionell in der japanischen Teezeremonie, vorwiegend in buddhistischen Klöstern, Anwendung findet. Ursprünglich stammt diese spezielle Art der Zubereitung jedoch aller Wahrscheinlichkeit nach aus dem China des 6ten Jahrhunderts und erreichte erst mit der Verbreitung des Chan-Buddhismus durch den Mönch Eisai etwa 600 Jahre später das Land der aufgehenden Sonne.

Der Grüne Tee, welchen man mehrere Wochen vor der Ernte beschattet, wird bei seiner anschließenden Weiterverarbeitung zuerst gedämpft, danach getrocknet und vor der traditionell in einer Steinmühle vorgenommenen Pulverisierung von sämtlichen Blattgefäßen befreit. Die korrekte Art und Weise der Zubereitung wurde lange Zeit nur mündlich in Form von Gedichten übermittelt. Für eine Teeschale Matcha-Tee werden ca. 1 bis 2 Gramm des Pulvers mit etwa 100 ml nicht mehr kochendem Wasser übergossen und anschließend mit einem speziellen Bambusbesen, dem sogenannten Cha-Sen, schaumig geschlagen. Die spezifische Wassertemperatur beim Aufgießen richtet sich nach der Qualitätsstufe Ihres Produkts.

Matcha wird jedoch nicht ausschließlich als Tee-Zubereitung geschätzt: Neben seiner ursprünglichen Verwendung findet er sich weit über die Grenzen Japans hinaus als Zutat in Fruchtsaftgetränken, Joghurtzubereitungen, Eiscreme, Schokolade und diversen Backerzeugnissen. Dabei spielt der außergewöhnliche und als 'umami' bekannte Geschmack der Aminosäuren des grünen Pulvers eine zentrale Rolle - er gilt neben süß, sauer, salzig und bitter als fünfter und jüngster Geschmackssinn. Dabei werden frühe Grüntee-Pflückungen im Allgemeinen als aromatischer beschrieben, doch je später der zur Matcha-Herstellung verwendete Tencha von den Teesträuchern geerntet wird, desto eher dominieren Bitterstoffe und herbe Aromen den Geschmack der Heilpflanze. 

Einige Rezepte, in denen Matcha als Zutat zur Anwendung kommt, finden Sie hier:

Auch außerhalb von Teetassen lässt ...

Auch außerhalb von Teetassen lässt sich Matcha-Pulver hervorragend verarbeiten (Bild: cyclonebill)

Wie wirkt Matcha-Tee?

Matcha-Tee werden die unterschiedlichsten Wirkungen nachgesagt: Er beugt angeblich Krebs, Alzheimer und Diabetes vor, fungiert als Fat-Burner und Stimulans, senkt den Cholesterinwert und hemmt Entzündungen. Kein Wunder also, dass die pulverisierte Variante des Grünen Tees derzeit in aller Munde bzw. Tasse ist. Doch sind diese Wirkungen auch belegbar?

Wissenschaftliche nachgewiesen sind die folgenden Eigenschaften:

  • Matcha-Tee enthält eine Vielzahl von EGCG-Catechinen, weitere blutreinigende Antioxidantien, Carotine, die Vitamine A, B, C, E und zwischen 2 - 4 % Koffein.
  • Prof. Dr. Peter Stehle vom Institut für Ernährungs- und Lebensmittelwissenschaften (IEL) der Universität Bonn kam 2007 unter Berufung auf die japanische Ohsaki National Health Insurance Cohort Study (Quelle) zu der Erkenntnis, dass der Konsum von Grünem Tee das Risiko tödlicher kardiovaskulärer Erkrankungen wie z. B. Herzinfarkte oder Schlaganfälle senkt. (in 'Wissenschaftlicher Informationsdienst Tee', hrsg. vom Deutschen Tee-Institut)
  • Laut einem August 2009 im Journal of Medicinal Food erschienenen Artikel verhindert Matcha-Tee zudem das Fortschreiten von Leber- und Nierenschäden bei Typ-2-Diabetes. (Quelle)
  • Eine Studie der University of Mississippi befand im April 2008, dass der Konsum von in Matcha-Tee enthaltenem Epigallocatechingallat (EGCG) zu einer signifikanten Absenkung der Wachstumsrate von Brustkrebszellen führen kann. (Quelle)
  • Laut einer 2003 veröffentlichten Studie des Department of Chemistry der University of Colorado verfügt Matcha-Tee über rund 10 bis 15 mal mehr Inhaltsstoffe als herkömmliche Teesorten, und weist dabei im Vergleich zu anderen Grüntees eine bis zu 137-fache Konzentration von Antioxidantien auf. (Quelle)

Einer der wesentlichen Vorteile des Matcha-Tees besteht in seiner Verarbeitung: Während andere Teezubereitungen z. B. in Teebeuteln aufgegossen werden, wobei durch den Verbraucher lediglich die wasserlöslichen Inhaltsstoffe aufgenommen werden können, ermöglicht die Pulverisierung die Aufnahme sämtlicher gesundheitsförderlicher Bestandteile.

Wo kann man Matcha-Tee kaufen?

Matcha-Tee lässt sich in Zeiten des Web 2.0 ganz bequem von zu Hause aus bestellen. Ob als Pulver zum traditionellen Verzehr als Tee, als Zutat zum Kochen und Backen oder in Schokolade, Bonbons und Cookies verarbeitet - Onlineshops wie z. B. Amazon bieten eine breite Palette an Matcha-Produkten, unter denen auch Sie mit Sicherheit fündig werden.

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