Blut – je weniger, desto gefährlicher

Da nun aber aufgrund des Verlustes von Blut nicht ausreichend Sauerstoff zugeführt werden kann, kommt es nach gewisser Zeit zur Bewusstlosigkeit, wobei die Schwelle des Todes bereits erreicht ist. Selbst wenn die Lunge noch funktioniert, reicht die Blutmenge nicht aus, um alle Versorgungsmaßnahmen durchzuführen, und ein innerliches Ersticken ist die Folge. Bei rund dreieinhalb Litern, also 50 Prozent Blutverlust tritt der Tod ein.

Kälte – Herzstillstand bei unter 24°C Körpertemperatur

Die durchschnittliche Körpertemperatur des Menschen beträgt 37°C. Akut lebensbedrohlich wird es, sobald die Temperatur des menschlichen Organismus unter 28°C sinkt. Liegt bei Personen eine Unterkühlung vor, sterben statistisch zwei von drei Betroffenen, denn bei unter 24°C erfolgt ein Herzstillstand.

Nur sehr selten treten Fälle auf, bei denen stark Unterkühlte ins Leben zurückgeholt werden können. Ein Beispiel dafür ist die Norwegerin Anna Bagenholm, die nach einem Skiunfall eineinhalb Stunden im Schnee liegend so unterkühlt war, dass im Krankenhaus eine Temperatur von nur 13,7°C messbar war. Ihr Leben konnte dann aber gerettet werden, indem ihr eigenes Blut aus dem Körper gesaugt, aufgewärmt und anschließend mit einer Sauerstoffanreicherung wieder in ihren Kreislauf zurückgeführt wurde.

Durst – wieviel Flüssigkeitsmangel verträglich ist

Durchschnittlich kommt der Mensch drei Tage ohne Flüssigkeitszufuhr aus, doch nach zehn Tagen ist endgültig Schluss – der Mensch stirbt. Der Grund dafür ist, dass der im Blut transportierte Sauerstoff wie auch andere lebenswichtige Nährstoffe nur dann Bereiche des Organismus versorgen können, wenn sie frei beweglich sind – und das geht nur, indem sie in Wasser gelöst sind. Selbst das Ausscheiden der Giftstoffe über den Urin kann nur erfolgen, wenn der Körper sie in H2O lösen kann. Außerdem benötigen wir Flüssigkeit, um unsere Körpertemperatur zu regulieren.

Durst stellt sich ein, sofern wir zwei Prozent unseres Gewichts in Form von Wasser abgegeben haben. Wird ein 10-prozentiger Verlust erreicht, kommt es zu Herzrasen, Muskelkrämpfen und einer Orientierungslosigkeit, der eine Bewusstlosigkeit folgt. Ein mehr oder weniger schnelles Verdursten hängt auch davon ab, in welcher Umgebung man sich aufhält. Trockenes Klima beispielsweise führt zügiger zu Flüssigkeitsmangel als feucht tropisches.

Schlafmangel – auch er ist tödlich

Wann Schlafmangel für den Menschen zum Tode führt, kann nicht eindeutig festgestellt werden. Jedoch weiß man, dass die Erbkrankheit "Letale familiäre Insomnie", bei der es für Betroffene nicht möglich ist, richtig zu schlafen, im Schnitt nach 18 Monaten tödlich endet.

Experimente mit Ratten, die man am Schlafen hinderte, zeigten, dass sie nach zehn Tagen immer mehr Nahrung zu sich nahmen, dennoch Gewicht abnahmen und ihre Körpertemperatur nicht konstant hielten. Eine weitere Folge war die Anfälligkeit für Infektionskrankheiten und die Bildung von Tumoren, bis die kleinen Nagetiere nach drei Wochen starben. Kurzum: das Immunsystem zerbrach.

Der Schlafentzug von 24 Stunden entspricht beim Menschen etwa der Wirkung von einem Promille Alkohol, wobei Freiwillige bei einem Experiment gereizt und aggressiv wirkten. Nach etwa 60 Stunden traten Halluzinationen auf. Um den Versuchspersonen keine weitere Gesundheitsgefährdung zuzumuten, wurde das Experiment dann abgebrochen.

Wasserdruck – wann es gefährlich wird

Bereits bei einem Tauchgang von zehn Metern verursacht der auf den Körper lastende Druck des Wassers ein 50-prozentiges Zusammenquetschen des Volumens der Organe. Entsprechend wird das durchschnittliche Lungenvolumen von bis zu sechs Litern auf knapp über drei Liter komprimiert, was noch nicht zwingend zur Gefahr wird, denn eine Volumenreduzierung bis auf eineinhalb Liter ist für den Menschen erträglich. Aufpassen sollten aber ungeübte Taucher, denn ab zehn Meter Wassertiefe können sie sich Lungenrisse zuziehen.

Je tiefer man taucht, desto höher ist also die Gefahr der Bildung von Rissen in der Lunge, da der Wasserdruck steigt. Befindet man sich 60 Meter unter Wasser, sind die Lungenflügel nur noch so groß wie eine Faust – kleiner können sie nicht schrumpfen. Die im Körper aufbewahrte Luft dringt dann in die Venen und verstopft somit die Adern, was schließlich zu einem Herzinfarkt oder Schlaganfall führt – in der Medizin nennt man das Baro-Trauma. Nur wenig später platzen alle weiteren Organe, wodurch es zu einem innerlichen Verbluten kommt.

write-x, am 25.11.2013
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