Ruprechtskraut, Stinkender ...

Ruprechtskraut, Stinkender Storchschnabel (Bild: a.sansone)

Botanisches Drumherum

Geranium robertianum, Stinkender Storchschnabel oder auch Ruprechtskraut genannt, gehört - der Name weist bereits darauf hin, zu den Storchschnabelgewächsen (Geraniaceae).

Er ist eine heimische weit verbreitete Pflanze mit seinen lebhaft rosa bis pinkfarbenen Blüten und seinen unverwechselbaren handförmig zusammengesetzten Blättern nicht zu verwechseln.

Die Blüten sind 5-zählig und radiär symmetrisch. Interessant und namengebend sind die Früchte, die eben einem Reiher-, bzw einem Storchschnabel ähneln und mit einem raffinierten Schleudermechanismus die Samen ausschießen.

Beim Ruprechtskraut sitzen die Blüten meist paarig auf einem Stiel. Typisch ist die Rotfärbung des Laubs und auch der Stängel.

Besonderheit: Mit seinen verdickten Blattgelenken richtet er seine Blätter optimal zum Licht aus. Das sieht gegen eine Wand immer sehr dekorativ aus. In milden Wintern behält er das Laub.

Manche bezeichnen seinen Geruch als unangenehm; das ist aber wirklich Ansichtssache.

Lesetipp: Mehr zu den beliebten Storchschnabelgewächsen Geranie und Pelargonie.

Bei mir ist er auch in Töpfen zuhause

Geranium robertianum, Tulpe, Narzisse (Bild: a.sansone)

Vielen Menschen gilt das Ruprechtskraut in deren Gärten als Unkraut. So ein Mist! (Mißverständnis - wollte ich schreiben.)

Seine Vorzüge:

  • Dieser Storchschnabel ist schattenverträglich, also an Standorte pflanzbar oder duldbar, an denen eher mühsam etwas wächst.
  • Er gedeiht aber auch an feuchten Orten, an steinigen Plätzen; also sehr anspruchslos.
  • Er blüht recht unermüdlich und ist ob seiner zierlichen Blätter auch hübsch anzusehen.
  • Sein Blattwerk verfärbt sich karminrot, entweder als Schutz vor zu viel Sonneneinstrahlung oder aber eben auch in Richtung Herbst. Auch was Schönes. Also!
auch durch das Laub ein Hingucker

auch durch das Laub ein Hingucker (Bild: a.sansone)

Ruprechtskraut und die Insekten

Bei seinen Blüten wendet das Ruprechtskraut eine clevere Technik an:

  • Erst reifen die Staubblätter heran und lassen die Pollen frei. Die ersten Bestäuber reißen sich darum.
  • Danach öffnen sich die Narben und Bienen, Wildbienen, Schwebfliegen, Hummeln und Schmetterlinge besuchen eifrig die nektar- und pollenhaltigen Blüten.
  • Wegen der lang anhaltenden Blütezeit ist das Ruprechtskraut eine echte Insektenweide.
  • Kommen mal gar keine Insekten, dann bestäuben sich die Blüten selbst.
  • Der fünfteiligen Spaltfrucht, dem Storchschnabel, sausen die Samen bei Reife durch eine clevere Schleudertechnik bis zu 3m weit. Die Samen haben klettenähnliche winzige Haarstränge und haften dann ganz fest, wo auch immer sie hingelangen. Deshalb findet man das Ruprechtskraut manchmal auch an Baumstämmen oder in moosbewachsenen Astgabeln wachsend.

Herb-Robert, Geranium robertianum (Bild: Jamie McMillan / Flickr)

Früher galt das Ruprechtskraut auch als Heilpflanze (den Heiligen Ruprecht soll es vor allerlei Magenbeschwerden bis Durchfall bewahrt haben).

Einer unbestätigten Geschichte nach soll allerdings Carl von Linné die Pflanze nach den stinkenden Socken seines Dieners Robert benannt haben; also wer Fake News glaubt, der darf sich an diesen ergötzen.

Hildegard von Bingen jedenfalls empfahl das Kräutlein herba roberti bereits im 12. Jhdt. als Mittel gegen allerlei Beschwerden.

Das ätherische Öl jedenfalls, dem der Stinkende Robert seinen Geruch zu verdanken hat, soll auch gegen Motten und Fliegen helfen.

Adele_Sansone, am 19.07.2020
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Bildquelle:
https://pagewizz.com/users/Adele_Sansone (Geranien oder Pelargonien? Schluss mit den Verwechslungen)

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