Blick auf die Rückhaltemauer in der Ehnbachklamm

(Bild: a.sansone)

Für welchen Wanderer ist die Ehnbachklamm das geeignete Ziel?

  • Für Familien, aber auch naturbegeisterte junge Erwachsene, da man hier sowohl spielen als auch grillen kann. Und die Klettergilde kennt diesen Ort, wie ihre Westentasche. Der direkte Weg über die Klamm ist romantisch, aber nicht zu anstrengend. Allerdings gibt es ein, zwei Passagen, wo man gut aufpassen muss.
  • Anfahrt: Auf der Inntalautobahn fährt man bis zur Ausfahrt Zirl-Ost, auf der B 177 Richtung Seefeld. Beim Roten Kreuz Zirl fährt man ab und vom anliegenden Parkplatz aus kann man starten (640 Meter).
  • Geht man auf direktem Weg den Ehnbach entlang in die Klamm (840 Meter), liegt die Gehdauer bis zur Staumauer bei etwa 45 Minuten.
  • Vom Frühjahr, da muss man die Schneeschmelze beachten, bis zum Herbst ist es ein lohnendes Ziel.
  • Der Weg in der Klamm ist zwar mit Seilen gesichert, aber stellenweise sehr schmal. Allerdings sind das nur einige kurze Abschnitte. Mit kleinen Kindern muss man also behutsam und aufmerksam am Weg sein.

 

  • Alternativ dazu kann man das Becken hinter der Staumauer aber auch bergauf gehend bis zum Eingang des Brunntals (850 Meter) auf der Brunntalstraße (Fahrverbot) erreichen.
  • Hier zweigt nach links eine Schotterstraße in die Ehnbachklamm ab. Über einen kurzen Abstieg erreicht man sie. Für Kletterer ist hinter der Staumauer am Klammbecken ein beliebter Klettergarten, und auch die Slackliner haben dieses Gebiet bereits für sich entdeckt.
Mit Seil gesicherter kurzer Steigabschnitt

Ehnbachklammweg (Bild: a.sansone)

Die Ehnbachklamm und geologische Feinheiten

Ist der Wanderer an der Geologie interessiert, dann bieten sich ihm opulent die verschiedensten geologischen Leckerbissen.

  • Der enge Eingang in die Klamm öffnet dem Wanderer den Blick auf ein schmales, fast schwarzes steiles Kar. Die "Schwarze Riepe", wie sie genannt wird, ist die unterste Schicht einer Raibler-Formation, durch Sedimentation entstanden vor etwa 227 bis 220 Millionen Jahren in einem seichten Ozean. Schmale und breite Karbonat- und Tonschieferbänke finden sich im Wechsel und spiegeln die Klima- und Meeresspiegelveränderungen vor Urzeiten.
  • Glücklich Suchende finden im Bachbett kleine Onkolithe oder fossile Pflanzenreste.
  • Spannend ist es auch, wenn man etwa 100 Meter vor der großen Rückhaltemauer über die den Steig bildenden Schichtköpfe von Dolomitbändern geht. Dem einfachen Wanderer sind es harmlose Felsbuckel. Wer sich aber dabei vorstellt, dass bei der Entstehung dieser Karbonatbänder zwischen rechtem und linken Fuß ein paar Millionen Jahren Unterschied liegen, dem nötigt die Genesis schon gehörigen Respekt ab.
  • Im großen Becken hinter der Staumauer faszinieren wiederum die Karsterscheinungen in den steilen Dolomitwänden auf beiden Talseiten.

Ein interessantes Gebiet, die Ehnbachklamm, die stundenlanges Schmökern in den verschiedenen Erdzeitaltern ermöglicht, während vielleicht, mit ein bisschen Organisationstalent, am Lagerfeuer die Würstchen brutzeln. So hat jedes Familienmitglied Spaß am Ausflug.

Geologie-Link: http://www.geologie-bergnatur.eu/geoberg/Geologie/Zirl/Ehnbachklamm01.htm

Gustohäppchen für Geologen

schwarze Riepe (Bild: Alexander Sansone)

Nicht umsonst ein beliebtes Exkursionsziel des geologischen Instituts der Universität Innsbruck.

Wer allerdings eine längere Wandertour bevorzugt, der wählt den Rundweg "Zirler Kalvarienberg - Ehnbachklamm - Zirl"

Da sich der Klammboden in Wassernähe für Bewuchs nicht wirklich perfekt eignet, weichen viele Pflanzen auf die steilen Felswände aus. Da kann man, wenn man den Blick ein wenig schweifen lässt, an sämtlichen Simsen, die sich bieten, allerliebste Pflänzchen entdecken. Vom Leberblümchen (im Frühjahr), Glockenblumen von Sommer bis Herbst, über Farne bis zu Fichten und Lärchen, die auch noch im steilsten Felsstück eifrig klammern und Halt suchen.

Ehnbachklamm - liebenswert, romantisch, zart begrünt

Farne

Hier die längere Variante der Tour in die Ehnbachklamm: Kalvarienberg - Ehnbachklamm - Zirl

Wo ist es noch für Geologie-Fans interessant?

Ebenfalls rund um die Tiroler Hauptstadt

Darf es ein bisschen weiter weg und orientalisch sein?

Oder soll es aufregend kalte Natur mit heißen Schauern sein?

 

Adele_Sansone, am 29.09.2014
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Bildquelle:
https://pagewizz.com/users/Adele_Sansone (Rundwanderung Zirler Kalvarienberg - Ehnbachklamm)
https://pagewizz.com/users/Adele_Sansone (Wandern in den Kalkkögeln - Dolomitenfeeling inbegriffen)
https://pagewizz.com/bergisel-winter-und (Bergisel - Winter und Sommer ein Highlight)

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