Weihnachten, Ostern ... und was war da nochmal an Pfingsten?

Weihnachten und Ostern, diese beiden kirchlichen Feste kennt jeder. Und die meisten können auch so ungefähr zuordnen, was an diesen Tagen gefeiert wird. 

Weihnachten, das ist der Tag, an dem Jesus Christus geboren wurde.

An Ostern - am Karfreitag, um es genau zu sagen - ist Jesus am Kreuz gestorben. Zwei Tage später, am Ostersonntag, hat Jesus sein Grab verlassen und ist von den Toten auferstanden. Happy End? Ende der Geschichte? 

Nein, nicht ganz. Denn da gibt es ja auch noch Pfingsten ... 

Jesus lebt ... Fortsetzung folgt. (Bild: christianluiz18 / Pixabay)

Jesus ist auferstanden - und jetzt?

Was sich damals an Pfingsten wirklich ereignet hat, das kann man in der Bibel nachlesen. Der Evangelist Lukas berichtet im 2. Kapitel der Apostelgeschichte vom "Pfingstwunder", einer ziemlich dramatischen und spektakulären Begebenheit.

Vorstellen kann man sich das vielleicht so:

Am Karfreitag stirbt Jesus am Kreuz.

Am Ostersonntag verlässt er das Grab, überwindet den Tod. Unglaublich: Jesus lebt! Seine Anhänger können es kaum fassen. Ein riesengroßes Wunder ist geschehen.

Ende der Geschichte? Könnte man meinen.

Doch wie das so ist mit Wundern: Wenn un-glaublich gute Dinge geschehen, dann sind die eben nicht so leicht zu glauben. So muss es auch den Freunden von Jesus gegangen sein. So richtig glücklich sind sie nämlich nicht.

Auferstehung, schön und gut, aber: Jesus, die Hauptperson, ist ja weg. Er fehlt seinen Freunden. Wie soll es jetzt weitergehen? Was soll geschehen?

Die Apostel treffen sich, sprechen von Jesus, aber alles passiert nur heimlich. An die Öffentlichkeit wagen sie sich mit ihrem Wissen nicht. Kaum jemand erfährt, was sie da Wunderbares mit Jesus erlebt haben. Dabei sollte doch alle Welt erfahren, dass da einer den Tod überwunden hat, die hoffnungsvolle Botschaft sollte doch jeder hören! 

Etwas muss sich ändern. Und das tut es: An Pfingsten. Die Freunde von Jesus sind gemeinsam in Jerusalem unterwegs und besuchen dort das jüdische Erntefest (Shawuot). Die Atmosphäre ist fröhlich, es wird gefeiert, Menschen aus aller Welt haben sich an diesem besonderen Tag in Jerusalem versammelt. 

Da geschieht etwas mit den Jüngern, etwas ziemlich Spektakuläres: 

"Plötzlich kam vom Himmel her ein Brausen wie von einem gewaltigen Sturm und erfüllte das ganze Haus, in dem sie sich versammelt hatten. Zugleich sahen sie etwas wie züngelndes Feuer, das sich auf jedem Einzelnen von ihnen niederließ. So wurden sie alle mit dem Heiligen Geist erfüllt und redeten in fremden Sprachen, jeder so, wie der Geist es ihm eingab." (Apostelgeschichte 2, 2-4)

Quelle: Bibleserver (Hoffnung-für-alle-Bibel)

Das wirkt auf die versammelte Menge natürlich zuerst ein bisschen merkwürdig: Manche staunen, andere spotten - haben diese Apostel vielleicht zu viel getrunken?

Sie steht symbolisch für den Heiligen Geist: Die Taube (Bild: Prawny / Pixabay)

Gute Nachrichten - bitte weitersagen!

Nein, zu viel getrunken haben sie nicht. Den Aposteln ist etwas ganz anderes passiert: Zu Pfingsten empfangen sie den Heiligen Geist. Das heißt: Sie glauben jetzt wirklich daran, dass Jesus von den Toten auferstanden ist. Und: Sie haben plötzlich den Mut, diese gute Nachricht auch aller Welt zu verkünden! 

Ein Kinderbuch erklärt es ganz einfach: "Jesus schickt uns seinen Geist. Die Freunde haben keine Angst mehr: Jesus lebt!" 

Pfingsten ist also eine Art Bestätigung der Auferstehung Jesu. Außerdem gilt dieser Tag als "Geburtstag" der Kirche: Die Apostel beginnen, das Wort Gottes zu verkünden. Mit ersten Erfolgen: 

"Viele Zuhörer glaubten, was Petrus ihnen sagte, und ließen sich taufen. Etwa dreitausend Menschen wurden an diesem Tag in die Gemeinde aufgenommen." (Apostelgeschichte 2, 41)

Weltliches Pfingstbrauchtum: Der Maibaum (Bild: Goemedien / Pixabay)

Pfingsten - alles Wichtige auf einen Blick

  • Pfingsten ist ein kirchliches Fest, das am 50. Tag nach Ostern stattfindet. Früher wurde es noch zu den Osterfeiertagen gezählt. 50 Tage nach Ostern, das sind genau 7 Wochen: Deshalb nennt man Pfingsten auch das "Wochenfest". 
  • Pfingsten feiert man - je nach Ostertermin - entweder im Mai oder Juni, es gibt zwei Feiertage: Einen Pfingstsonntag und einen Pfingstmontag, der in Deutschland, Österreich und im größten Teil der Schweiz ein gesetzlicher Feiertag ist.
  • Der Begriff Pfingsten kommt vom griechischen Wort pentekosté, das "der fünfzigste" bedeutet. 
  • In den christlichen Kirchen wird Pfingsten seit dem 4. Jahrhundert gefeiert.
  • Pfingsten gilt als Fest der Lebensfülle, der Hoffnung und der Freude. 
  • Pfingstbräuche haben nicht immer nur mit der Kirche zu tun. Auch altes Frühlingsbrauchtum spielt an Pfingsten eine Rolle: Der Maibaum, zum Beispiel, der für Wachstum und Fruchtbarkeit steht. Es gibt Prozessionen und Umzüge, den Pfingstochsen, das Pfingstsingen oder die Pfingstbrezel. 
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