Innsbruck mit Blick auf Hungerburg/Alpenzoo und Nordkette
Innsbruck Panorama

Innsbruck Panorama (Bild: https://pagewizz.com/was-is...)

Der Alpenzoo sieht sich als Fenster zur Natur für alle Besucher, die einen besseren Einblick in die alpine Tierwelt bekommen möchten. Auf einer Fläche von rund vier Hektar beherbergt er an die 150 verschiedene Arten - vom Säugetier bis zum Fisch - mit etwa 3.000 Tieren des europäischen Alpenraums. Daneben bietet der Alpenzoo durch seine Lage dem Besucher auch einen prachtvollen Ausblick auf die Stadt Innsbruck und die umliegende Bergwelt.

Wo liegt der Alpenzoo?

Der Alpenzoo liegt am Fuß der Nordkette auf der Sonnenseite von Innsbruck, hoch über der Landeshauptstadt von Tirol. Das Zoogelände befindet sich in Hanglage und hat auch steile Abschnitte. Die Wege sind großteils asphaltiert, einige Geländestufen müssen über Treppen überwunden werden. Für einen Rundgang ohne große Verweildauer benötigt man etwa zwei Stunden.

 

Alpenzoo Innsbruck

Alpenzoo Innsbruck (Bild: https://pagewizz.com/was-is...)

Umgestaltungen in Europas höchst gelegenem Zoo

Um den heutigen Ansprüchen eines Zoos zu genügen, wurden im Laufe der letzten Jahre zahlreiche Umbauten vorgenommen. Naturnah gestaltete, großzügige Tiergehege, eine dem Lebensraum der Tiere entsprechende Bepflanzung, moderne Gehegearchitektur. Auch die Bepflanzung entlang der Wege wurde sowohl dekorativ als auch botanisch informativ gestaltet.

Nicht wundern, dass man zu den Steinböcken und Gämsen den Berg hochlaufen muss. Der Alpenzoo sieht sich als eine Nachbildung der Gebirgswelt und der Masterplan für den Zoo sieht eine Nachahmung der natürlichen Verhältnisse des alpinen Themenzoos vor.

Von unten nach oben ergibt sich nunmehr deutlich gegliedert der aquatische Bereich, mit Biber, Fischotter, Fischen (Aquarium, Auwaldvoliere). Gefolgt vom borealen Bereich (Waldzone) mit den Waldbewohnern, wie Bär, Luchs, Wolf, Elch oder Wildschwein. Wobei der Bereich des Bären sich allerdings über mehrere Zonen, wie auch in der Natur, erstreckt. Den Abschluss bildet der auch im Zoo am höchsten Punkt gelegene Bereich der hochalpinen Stufe: mit Gämse, Bartgeier, Adler und Steinbock.

Link zum Alpenzoo

Tiere im Alpenzoo

Steinbock im Alpenzoo (Bild: a.sansone)

Besonderheiten im Alpenzoo in Innsbruck für die Besucher

  • Wer mit seinen Kindern unterwegs ist, hat vergnügliche Augenblicke, wenn sich im Luchsgehege das Männchen wieder einmal irgendwo in den lichten Höhen der Baumwipfel versteckt hat und die Menschen versuchen, ihn zu entdecken.
  • Im Frühjahr, wenn es in allen Gehegen vor Jungtieren nur so wimmelt, ist es entzückend, die Gämsen oder die Steinbockkitze bei ihren ersten noch unbeholfenen Geh-, Spring- und Kletterversuchen zu beobachten.
  • Doch auch im Herbst und Winter, wenn die Alpentiere ihr Kleid wechseln und aus dem vorher unscheinbaren Schneehasen plötzlich ein weiß-glänzendes Tier geworden ist. Pech nur, wenn gerade eine schneearme Winterphase ist, dann fällt er umso mehr auf.
  • Zu den Besonderheiten gehören die frei begehbaren Gehege der Steinböcke und des Waldrapps. Wo sonst, außer in der freien Natur, kann man ohne ein trennendes Gitter oder eine Glasscheibe die Tiere wirklich hautnah beobachten?
  • Jedoch auch die Einblicke zu den Kinderstuben der Murmeltiere oder in die Bärenhöhle oder den Wolfsbau vermitteln, besonders Kindern, einen wunderbaren Zugang zur Welt der Tiere.

 

Such den Luchs (Bild: https://pagewizz.com/was-is...)

Alles für die Kinder!

Die Kinder haben es dem Zoo auch darüber hinaus angetan.

  • Man kann Kindergeburtstage buchen, bei denen Kinder auch hinter die Kulissen dürfen, Futter zubereiten und selber füttern.
  • Für größere Kinder bietet die Zooschule ein breites Programm um Wissen spannend zu vermitteln. Sogar Erwachsene haben ihren Spaß daran ihre Armweite mit der verschiedener alpiner Vögel zu messen.
  • Der Zooshop bietet vom Kuscheligen bis zum Wissen vertiefenden Buch Vielerlei an, auch Artenschutz der anderen Art, nämlich T-Shirts mit witzigen Alpentiermotiven von Kontaktil.

Die Geschichte des Alpenzoos

Am 22. September 1962 wurde der Alpenzoo von Prof. Hans Psenner eröffnet. Sein Anliegen war, einen alpinen Tiergarten zu gestalten und darüber hinaus einmal der alpinen Tierwelt und seinen bedrohten Arten als eine Art Arche Noah zur Verfügung zu stehen.

Ein Bauernhof mit alten Haustierrassen erfreut die großen und kleinen Besucher. Den wolligen Schafen beim Trinken vom Wasserstrahl zuschauen, den prächtigen Gockel mit seinen Hennen im Anhang über das begrünte Scheunendach stolzieren sehen, das sind schon besondere Anblicke.

Die Leitung des Alpenzoos: von Psenner, über Pechlaner zu Martys

Erster Zoodirektor war der Gründer des Alpenzoos Prof. Hans Psenner. Ihm folgte Dr. Helmut Pechlaner, der anschließend den Tiergarten Schönbrunn übernahm. Auf Dr. Pechlaner folgte der Salzburger Dr. Michael Martys.

Dr. Psenner

Martys, der als Doktorvater noch den Nobelpreisträger Konrad Lorenz hatte, forschte lange Zeit in Grünau im Almtal mit handaufgezogenen Wildschweinen. Diesem Umstand verdankte er auch seinen damaligen Spitznamen "Sau-Michi". Nachdem er die Leitung der Forschungsstelle für Ethologie in Grünau (Oberösterreich) abgegeben hatte, wechselte er in den Tiergarten Hellbrunn in Salzburg. 1992 löster er Helmut Pechlaner als Direktor des Alpenzoos ab.

Was mir am Alpenzoo so besonders gut gefällt

Der Alpenzoo, als räumlich und auch von der Thematik her sehr begrenzter Zoo (Themenzoo Alpentiere), zeigt vor, wie man mit gutem Bemühen den präsentierten Tieren im Laufe der Jahre immer bessere Haltungsbedingungen zaubern kann.

Peu à peu wird der ganze Alpenzoo umgekrempelt. Mit Tricks, welche das Publikum im wahrsten Sinne des Wortes in die Gehege locken (Auwald-Voliere, Waldrapp-Voliere) und ihnen damit neue Einblicke ermöglichen.

Michael Martys übernahm ein nicht ganz leichtes Erbe. Er gestaltet seither vor allem baumäßig den Zoo mit seinen begrenzten Flächen erfolgreich um. Jahr für Jahr wird gebuddelt, umgestaltet und modernisiert. Neue Ideen umgesetzt, sodass der Alpenzoo auch heute wieder als einer der schönsten und was Artenschutz und Nachzucht betrifft, erfolgreichsten Zoos Europas dasteht. Nicht umsonst wurde Michael Martys zum Festakt der 50 Jahrfeier von den Freunden des Alpenzoos liebvoll-ironisch ein Bauhelm mit Geweih aufgesetzt.

Sehr schön und artgerecht ist das Braunbärgelände, wo man abwechselnd - welchen Ausblickspunkt man wählt- entweder einen schönen Überblick von unten auf das gesamte Gelände hat. Dabei die Bären beim Herumstromern mit aufmerksamen Blicken verfolgen kann. Oder oben durch die Glasscheibe den imposanten Gestalten ganz nahe kommen kann.

Lesetipp: Was wissen wir über Braunbären?

 

Steinböcke Alpenzoo (Bild: https://pagewizz.com/was-is...)

Begehbare Gehege und Volieren: Auwald, Waldrapp, Steinbock 

Beobachtungen zeigen, dass sich auch Kinder durch diese Unmittelbarkeit sanfter benehmen, als wenn sie vor einem geschlossenen Käfig stehen. Szenen, wie das entnervende Klopfen an Glasscheiben, weil das Tier gerade ruht, werden somit verhindert. Beobachtungsstände in den Volieren oder dem Steinbockgehege sind ein tolles Konzept für interessierte Besucher und Fotografen. Besonders, wenn dann ein übermütiger Steinbock mitten unter die Besucher springt. Da bleibt jeder dann respektvoll stehen, staunt und freut sich.

Weitere kleine Details: Pluspunkte für Tier und Mensch

  • Kleine Sichtfenster in den Drahtgittern, durch die man die Tiere fotografieren kann.
  • Schalldichte Glasscheiben, durch die man ohne das Tier zu stören sie auch in ihren Rückzugsbereichen beobachten kann.
  • Enrichment, also Beschäftigungsprogramm für die Tiere, geschieht fast unbemerkt über Futterverstecke (Man muss nur einmal zeitig früh Braunbär Attila beim eifrigen Aufstöbern der Leckerlis beobachten-das ist auch für den Besucher spannend und oft auch belustigend.), natürliche Materialien und Vergesellschaftung, wie im natürlichen Lebensraum.

Artenschutz und Auswilderung, die Hauptanliegen des Alpenzoos

Besonderen Verdienst machte sich der Alpenzoo mit seinen Artenschutzprojekten und erfolgreichen Auswilderungen. Es wurde und wird geforscht, gezüchtet, Wissen vermehrt und weiter gegeben. So mancher Bartgeier, der heute wieder den alpinen Raum durchsegelt, hat sein Licht der Welt im Alpenzoo erblickt. Auch für die Wiederansiedlung der bereits stark bedrohten Steinbockkolonien auf der Nordkette und im Karwendel hat deer Alpenzoo seinen Beitrag geleistet. Die Rettung des Waldrapps, ein an einen Punk erinnernden Vogel, ein Zuchtprojekt, das wie viele andere auch im Zusammenschluss mit anderen Zoos durchgeführt wird (in diesem Falle mit Grünau im Almtal) scheint ebenso erfolgreich zu verlaufen. Darüber hinaus ist der Alpenzoo besonders auch um den Erhalt der heimischen Fischarten bemüht.

Hilfsstation für verletzte Wildtiere:

Aber nicht nur für die Auswilderung steht der Zoo. Die Eulen und der Specht, die im Dezember 2009 eine neue Voliere mit besonderen Einblicken bezogen haben, sind allesamt Tiere, die verletzt in der Wildnis gefunden wurden. Da sie aber aufgrund ihrer Verletzungen nicht wieder in Freiheit entlassen werden können, haben sie eben hier ihre neue Heimat gefunden.

Wie kommt man zum Alpenzoo?

Den Alpenzoo kann man sowohl mit PKW als auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln von der Stadt Innsbruck aus erreichen. Auch mit der neugebauten Hungerburgbahn kommt man spektakulär hin. Darüber hinaus gibt es aber auch noch einen wunderbaren Spazierweg vom Innufer bergwärts. So taucht man von Anfang an direkt aus der Stadt in ein schönes Waldgebiet ein. Das Lokal Weiherburg, sowie das Terrassenbuffet Dohlennest bieten Verpflegung. Für jüngere Kinder ist auch noch unterhalb des Bärengeheges ein großzügiger Spielplatz eingerichtet.

Durch die Hanglage des ganzen Zoos ist es allerdings erforderlich, dass der Kinderwagen schiebende Papa seine Armmuskeln vorher ein wenig trainiert. Sonst ist ein anschließender Muskelkater die unweigerliche Folge. Hunden ist der Zutritt, wie in vielen anderen Zoos, verboten.

Wann ist es im Alpenzoo am schönsten?

Kinderstube im Frühling Alpenzoo (Bild: https://pagewizz.com/was-is...)

Wann ist der Zoo am schönsten?

Für Touristen, die nur begrenzt Zeit in ihrer Urlaubsplanung haben, passt ein Tag im Zoo zu jeder Zeit.

  • Frühjahr: Besonders schön ist es natürlich in den Frühjahrsmonaten, wenn sich viele Jungtiere tummeln.
  • Sommer: Ist es ein Tiroler Sommer, dann freut man sich im Zoo auf der Sonnenseite der Stadt zu sein. Ist es ausnahmsweise richtig heiß, dann sind die Morgenstunden oder Abendstunden zu empfehlen. Im Waldbereich kann man aber auch heiße Tage angenehm überstehen. Die beliebten Sommer-Abendführungen, wenn die Hitze des Tages nachlässt, sind mit den ZoomitarbeiterInnen eine tolle Einrichtung.
  • Im Herbst kann man vom Blick auf die Berge, den Föhnwolken und den tollen Stimmungen profitieren.
  • Am schönsten - nicht lachen - ist der Alpenzoo im Winter. Traumhafter Blick auf die umliegenden Berge. Der Zoo ist sonnig, die Tiere, bis auf wenige Ausnahmen (Winterschlaf) munter unterwegs. Die Besucherströme halten sich in Grenzen. Alles läuft irgendwie in gebremstem Tempo ab. Eine tolle Jahreszeit, um Alpentiere zu beobachten.

 

Adele_Sansone, am 13.12.2014
0 Kommentare Melde Dich an, um einen Kommentar zu schreiben.


Bildquelle:
https://pagewizz.com/users/Adele_Sansone (Ist ein Zoo eine moderne Arche Noah?)
https://pagewizz.com/users/Adele_Sansone (Alpenzoo: Gespräch um Artenschutz, EEP, Fortpflanzung und Nachwuchs)
https://pagewizz.com/users/Adele_Sansone (Innsbruck ist besonders - die Stadt mit Alpenfeeling stellt sich vor)

Laden ...
Fehler!