Glückliche Katzen

im Garten (Bild: a.sansone)

Hilfreich für den Katzenhalter ist immer die möglichen Gefahrenquellen zu kennen, damit er rasch und passend reagieren kann. Von leichter Übelkeit und leichtem Durchfall bis zum echten Notfall ist alles an Reaktionen gegeben.

  • Auf reine Aufzählung der giftigen Pflanzen wird hier bewusst verzichtet. Dafür werden Links auf Tierarzt-Portale oder Katzen-Foren, welche die giftigen Pflanzen alphabetisch auflisten, in einem eigenen Absatz angeführt.

Aus meiner eigenen Erfahrung als Gartenbesitzerin und Katzenmutti (Katzen begleiten mich von Kindheit an) gebe ich meine Erkenntnisse weiter. Ob Sie meine Anregungen und Tipps befolgen, liegt alleine in Ihrem Ermessen und an Ihrem Nervenkostüm.

 

1) Gibt es wirklich giftige Pflanzen in Wohnung und im Hausgarten?

"Oh, bei mir gibt es solche Pflanzen nicht!" ist die häufigste Reaktion. Doch in der kleinsten Wohnung finden sich oftmals - gerade für reine Wohnungskatzen - gefährliche Pflanzen.

Beim Gartenrundgang mit dem stolzen Gärtner muss ein botanisch gut informierter Mensch dann ebenfalls häufig Aufklärung betreiben, denn es entpuppt sich so mancher vermeintlich harmlose Liebling als Giftpflanze.

Lesetipp: Giftküche in unserem Garten.

Dennoch. Nur keine Panik. Nicht alles an Giftpflanzen gerät wirklich in den Katzenmagen.

Aber so einige Pflanzen sind entweder besonders verlockend, vor allem für Jungkatzen oder es genügt schon das Streifen mit dem Fell, um möglicherweise die Giftstoffe aufzunehmen. Deshalb gehen wir die Aufgabe stufenweise an.

2) Welche Pflanzen sind gefährlich/giftig für Katzen?

Generell vereinfachend kann man sagen, fast jede Pflanze, die für Menschen gefährlich und giftig ist, ist es für seine Katze auch. Hilft normalerweise dem Menschen sein Wissen, um die Gefahren hintanzuhalten, so ist es bei der Katze der Instinkt, der sie die gefährlichen Pflanzen meiden lässt. Sonst hätten die Katzen in freier Natur nie überlebt.

3) Welche Vergiftungen sind leicht geschehen?

a) Outdoor - sprich in freier Natur und Garten:
Nicht immer muss die Katze einen Stängel oder ein Blatt von einer giftigen Pflanze direkt gefressen haben. Bei einigen hochgiftigen Pflanzen genügt es, dass die Katze mit dem Körper streift und über die Fellpflege die Giftstoffe mittels Zunge und Schleimhaut zu sich nimmt. Das gilt auch für die Giftpflanzen, deren Samenkapseln auch noch behaart oder stachlig sind und sich im Fell verhängen können (Epichorie/Epizoochorie/Tierstreuer). Von der Pflanze zum Weitertransport gedacht, aber für den behaarten Träger hochgefährlich, wenn er sich mit der Zunge sein Fell putzt.

 

b) Indoor - speziell bei reinen Wohnungskatzen:

Katzen knabbern Gras. Haben sie keines zur Verfügung, nehmen sie auch mit grasähnlichem Ersatz vorlieb.

Katzen trinken gerne abgestandenes Wasser. Was im Freien die Vogeltränke, ist in Wohnung oder Haus das Blumenwasser (Vase, Untersetzer). In dem können sich durch die Verrottung der Blumen toxische Stoffe befinden – lassen Sie Ihre Katze also niemals davon trinken. Hier sind besonders die Frühlingsblüher, Tulpen, Hyazinthen in der Blumenvase eine Gefahrenquelle. Oder der wassergefüllte Untersetzer des Oleanders.

4) Diese Pflanzen im Garten? Die sollte man überdenken!

Pflanzen, bei denen schon der harmlose Hautkontakt genügt, um sich die Giftstoffe einzuverleiben, sind als besonders gefährlich einzustufen. Welche Katze liebt es nicht Baumstämme raufzuklettern? Welche Katze spielt nicht gerne mit herabhängenden Zweigen oder grasähnlichen Blättern? Welche Katze streift nicht gerne durch dichtes Gebüsch oder lauert darunter auf Vögel, Mäuse etc.? Diese Verhaltensweisen bedeuten für mich, als Katzenmutter:

Vermeide Giftpflanzen bei denen

  • giftige Samen im Fell hängen bleiben können - beim Putzen schluckt die Katze das Gift
  • Giftstoffe in der Rinde sind, die beim Hochklettern oder Kratzen in die Pfoten geraten
  • Pflanzen, bei denen Samenkapseln zum Spielen einladen.

 

Goldregen - schön, aber nicht ungefährlich

Goldregen/Laburnum (Bild: parue85 / Flickr)

A Kontaktgift

Nachdem Katzen liebend gerne auf Bäume klettern, muss man sich überlegen, ob diese großen baumartigen Sträucher wirklich für den Katzengarten geeignet sind: 

  • Goldregen (Laburnum anagyroides) und
  • Glyzinie (Wisteria sinensis).
  • Alle Teile dieser baumähnlichen Gartenpflanzen enthalten Cytisin. (Kommt auch im Ginster vor). Also reicht das ausgiebige Hochklettern oder Kratzen am Stamm! Schon geringe Mengen können zu Vergiftungserscheinungen oder gar zum Tode führen. Zunächst kommt es zu Reizungen und Brennen im Maul- und Halsbereich, hartnäckigem, oftmals blutigem Erbrechen und Lähmungen, die sich auf die Atmungsorgane ausbreiten können und damit tödlich sind.

B Giftige Samen

Besonders die folgenden Pflanzen können für Ihren behaarten Liebling tödlich sein, weil sich gerade deren stachlige Samenkapseln besonders leicht im Fell verhaken.

  • Rizinus/Wunderbaum Ricinus communis
  • Stechapfel/Datura stramonium

Wenn man den Verdacht hat (Giftpflanzen in Nachbars Garten), sollte man das Fell mit einem feuchten Lappen und mildem Reinigungsmittel säubern.

Stechapfel Samenkapsel (Bild: WikimediaImages / Pixabay)

5) Das giftige Zimmerpflanzen- ABC

Zimmerpflanzen sind eine Freude für den Pflanzenfreund. Leider ist nicht alles dabei für den Stubentiger bekömmlich. Grasähnliches Blattwerk, das zum Knabbern oder damit Spielen einlädt, ist besonders gefährlich, wenn man eine Jungkatze in der Wohnung hält.

  • Asparagus
  • Diffenbachie
  • Grünlilie
  • Hyazinthen, Lilien, Tulpen in Vasen (Blumenwasser)
  • Misteln
  • Weihnachtsstern

Auch Blumensträuße, die fiedrige Beigaben haben, laden junge Katzen zum Spielen und daran Knabbern ein.

Wählen Sie Blumenuntersetzer klein genug, so dass ihre Katze nicht die Reste des Gießwassers daraus trinken kann (auch wenn Düngestäbchen verwendet werden). Auch Gießkannen mit Wasser und Dünger darin nie stehen lassen. Die Katzenpfote ist schnell da drinnen. Ebenso in weitbäuchigen Blumenvasen.

Für Zimmerkatzen lohnt es sich immer einen Topf mit Katzengras zu pflanzen. Wer seiner Katze mit Clickertraining antrainiert, nur an den für sie vorgesehenen Pflanzen zu knabbern, hat Spaß mit seinem Haustier und liegt auf der sicheren Seite.

6) Anzeichen von Vergiftung und erste Hilfsmaßnahmen

  • Anzeichen reichen von Lethargie, Speicheln, Schwanken, Zittern und Krämpfen bis Erbrechen oder heftigem Durchfall. Besonders schneller oder extrem langsamer Puls sind Alarmzeichen.

  • Bei Verdacht auf Vergiftung nicht die Katze zum Erbrechen bringen, das kann vollkommen falsch sein. Ab zum Nottierarzt.

  • Jedes Erbrechen, das länger andauert, sollte beim Tierarzt abgeklärt werden. Am besten eine Probe vom Erbrochenen mitnehmen. Das hilft dem Tierarzt bei der Diagnose.

  • Das gleiche gilt für Durchfall. Am besten ist es auch hier eine Stuhlprobe in einem verschließbaren Behälter mitzunehmen. (Ein leeres Marmeladenglas ist in jedem Haushalt zu finden.)

Durchfall und Erbrechen können die Katze austrocknen. Trockene Schleimhäute und eingesunkene Augen sind ernste Alarmzeichen für eine Dehydrierung. Wer nicht schnell zum Tierarzt kann, sollte stündlich etwas Wasser mit Löffel oder Pipette verabreichen.

Lieber einmal zu oft zum Tierarzt gelaufen, also zu spät zu gehen! ... ist jedenfalls meine Devise.

7) Links zu Verzeichnissen der giftigen Pflanzen

Sehr gute Verzeichnisse der giftigen Pflanzen finden Sie unter den Seiten von Tierärzten, Katzenspezialportalen und Pflanzenseiten:

Im Oleandertopf (Bild: a.sansone)

8) Aus eigener Katzen- und Gartenerfahrung

In meinem Garten und in der Winterzeit auch innerhalb des Wohnbereichs befinden sich folgende Pflanzen:

  • Buchs
  • Christrose
  • Efeu, Eibe, Eisenhut
  • Farne, Flieder
  • Geranien, Goldlack
  • Hyazinthen
  • Krokus,
  • Lilien, Lupinen
  • Maiglöckchen,
  • Narzissen und jede Menge Nachtschattengewächse (von Kartoffel bis Tomate)
  • Oleander
  • Primeln
  • Seidelbast
  • Tulpen

Ich habe meine eigenen Katzen (aber auch Besucherkatzen) noch nie an ihnen knabbern gesehen. Unter dem Oleander wird im Wintergarten geruht. Zwischen den schattigen Lupinenstängeln wird im Frühsommer Schutz gesucht. Primeln, Tulpen, Narzissen etc. werden rücksichtslos beim Durchjagen geknickt, aber gefressen oder angeknabbert? Nie.
Meine älteste Katze wurde 21 Jahre alt und starb an Altersschwäche. Liebte den Garten und die verschiedenen Plätze mitten zwischen den verschiedenen, ja auch giftigen, Blumen.

Was ich jedoch nie anpflanzen würde bzw. beseitigt habe, waren Goldregen (auch wegen der Kinder), Rizinuspflanzen, Stechapfel und Asparagus, Gummibaum, Grünlilie und Weihnachtsstern im Haus.

Humanmedikamente (Bild: kaboompics / Pixabay)

9) Achtung, das sind in Wirklichkeit die häufigsten Ursachen für Vergiftungen bei Katzen

Einer Studie aus den USA zufolge, ist die Vergiftung durch humanmedizinische Präparate die häufigste, Vergiftungen durch Flohmittel, Nahrungsmittel (z.B.Schokolade), Frostschutzmittel, Haushaltsreiniger, Herbizide, Pflanzen, Rattengifte folgen.

Also - nicht das Fressen von giftigen Pflanzenstoffen liegt an erster Stelle der Vergiftungsursachen, sondern Medikamente von Herrchen oder Frauchen, die der Besitzer der Katze verabreicht, oder die sie versehentlich frisst. Aber bereits an zweiter Stelle liegen falsch angewendete Floh- und Zeckenmittel. Mittel, die für Hunde gedacht sind, werden aus Unwissenheit auch bei der Katze aufgetragen und schon ist es passiert.

  • Antiparasitika für Hunde (z.B. gängige Flohmittel für Hunde wie Permethrin) werden in unterschiedlichsten Form (spot-on, dip, Puder, Spray...) vorwiegend zur Kontrolle von Flöhen und Zecken am Hund angewendet. Verwenden Sie diese für Hunde konzipierte Mittel bei einer Katze kommt es zur Vergiftung!
  • Auch dieser im Netz kursierende Tipp führt geradewegs in die Tierarztpraxis: das Teebaumöl. Teebaumöl eignet sich nicht für die Flohbekämpfung, auch wenn dieses oft propagiert wird. Die im Teebaumöl und vielen anderen ätherischen Ölen befindlichen Terpene und Phenole schaden dem Organismus der Katze. Es genügen bereits einige wenige Tropfen, die auf das Fell der Katze zur Ungezieferbekämpfung geträufelt werden, um die Katze zu gefährden.
  • Ratten- und Mäusegift
  • Schneckenkorn
  • Insekten- und Unkrautvernichter

Erst jetzt stehen statistisch die Giftpflanzen in der Reihe.

Aus Tierarztpraxen habe ich jedenfalls diesen Merkspruch mit auf den Weg bekommen:

Eine Katze ist KEIN kleiner Hund! ... und auch KEIN kleiner Mensch!

Die Medikamente, welche der Tierarzt verschreibt sollen nicht seine Taschen füllen, sondern Ihre Katze gesund machen.

 

Warum fressen/brauchen Katzen Gras?

"Weil die Katze Verdorbenes gefressen hat?" Die Beobachtung, dass Katzen, wenn sie brechen, meist ein paar Grashalme mit herausspucken, legt diese Folgerung nahe. Auch wenn sie über das Putzen zu viele Haare verschluckt haben, nimmt man an, dass sie gerne an Gras knabbern.

Tatsache ist aber, dass Katzen bewusst Grashalme kauen, um sich Nährstoffe zu holen, die in ihrer herkömmlichen Nahrung nicht vorhanden sind, nämlich Folsäure.

Quellen

... neben verschiedenen tierärztlichen Portalen, die nach brauchbaren Informationen abgesucht wurden und eigenem Wissen und persönlicher Erfahrung

    • Geheimnisse und Heilkräfte der Pflanzen, Verlag das Beste, Stuttgart 1980
    • Heil-, Gewürz-, Nutz- und Giftpflanzen im Botanischen Garten der Universität Innsbruck, Bortenschlager/Vergörer, Innsbruck 2004
    • Kräuter, McVicar, Bassermann Verlag, München 2013

Auch diese Blumen sind hübsch, aber nicht bekömmlich

Adele_Sansone, am 26.10.2015
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Bildquelle:
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a.sansone (Weltkatzentag - ein Festtag für Katzen und Katzenfreunde)
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