So entrümpeln Sie richtig

Bevor Sie lernen können, Ordnung zu halten, müssen Sie sie zunächst einmal schaffen. Sicher kennen Sie das: Im Laufe der Zeit sammeln sich alle möglichen Dinge an, die Sie eigentlich gar nicht mehr brauchen oder von denen Sie teils gar nicht mehr wissen, warum Sie sie überhaupt angeschafft haben. Oder Sie bekamen einst etwas geschenkt, das seinen Erinnerungswert inzwischen bereits wieder verloren hat. Wenn Sie lernen, diese nicht mehr benötigten Dinge loszulassen, werden Sie nach erfolgreichem Ausmisten wieder mehr Platz haben, aber auch einen besseren Überblick über Ihre Besitztümer bekommen und somit idealerweise besser Ordnung halten können. Sie werden mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge haben, sich mehr entspannen können und so ein Stück mehr Lebensqualität gewinnen.

Doch wo sollten Sie mit dem Entrümpeln anfangen? Und wie gestalten Sie es möglichst effizient, selbst wenn Sie nur wenig Zeit dafür haben? Hier ist systematisches Vorgehen gefragt.

  • Nehmen Sie sich für Ihr Aufräumprojekt jeden Tag einen Schrank oder eine Ecke vor. So wird nach und nach Zimmer für Zimmer abgearbeitet. Je nach Wohnungsgröße können Sie dann selbst, wenn Sie einen Vollzeitjob, Familienangelegenheiten und weitere Belange zu bewältigen haben, schon nach einer bis zwei Wochen fertig sein. Die Teilergebnisse sehen Sie sofort.
  • Machen Sie beim Aufräumen jeweils drei Haufen: Einen für die Sachen, die Sie auf jeden Fall behalten wollen, einen für die zu entrümpelnden Dinge und einen für die Gegenstände, wo Sie sich noch nicht sicher sind, ob Sie sie behalten oder entsorgen wollen.
  • Haben Sie Schwierigkeiten damit, sich von Dingen zu trennen, dann stellen Sie sich diese beiden Fragen: 1. Wann haben Sie diesen Gegenstand zuletzt benutzt? 2. Hat das Objekt für Sie einen persönlichen Wert? Dinge, die Sie schon mehrere Monate oder gar Jahre nicht mehr benutzt haben und voraussichtlich auch nicht mehr brauchen werden, können Sie getrost entrümpeln. Natürlich gibt es auch Gegenstände, die nur ein Mal im Jahr gebraucht werden, wie zum Beispiel Oster- und Weihnachtsdeko. Bestimmte Dinge wie Plätzchenformen oder ein Mixer werden auch nicht regelmäßig gebraucht, sondern nur ab und zu (würden Sie hingegen definitiv gar nicht mehr backen, dann könnten diese Geräte durchaus weg). Dies können Sie beim Entrümpeln selbstverständlich berücksichtigen. Aber ob Sie etwa die Erinnerungsstücke vom oder von der Ex und dergleichen unbedingt aufbewahren müssen, sollten Sie mit der ehrlichen Beantwortung von Frage 2 abwägen.
  • Wenn Sie mit dem Ausmisten an der Stelle, die Sie sich heute vorgenommen haben, fertig sind, sortieren Sie den Haufen mit den Dingen, die weg sollen, in diejenigen Dinge, die Sie noch verschenken oder verkaufen könnten, und die, die entsorgt werden müssen.
  • Im nächsten Schritt geben Sie erstere Gegenstände dann weg (an Bekannte, die sie noch brauchen können, an die Tafel, ein Sozialkaufhaus oder andere gemeinnützige Organisationen in Ihrer Umgebung), bieten sie auf einem Flohmarkt an, stellen sie online zum Verkauf oder auf einer Tauschbörse im Internet ein. Die Möglichkeiten, nicht mehr benötigte, gut erhaltene Gegenstände loszuwerden, sind vielfältig. Die zur Entsorgung vorgesehenen Dinge entsorgen Sie bitte fachgerecht.

Tipps zum effektiven Aufräumen

Nachdem Sie Ihre Wohnung komplett entrümpelt haben, geht es ans Aufräumen. Auch hierbei gehen Sie am besten mit System vor, Schrank für Schrank, Zimmer für Zimmer.

Am besten, Sie ordnen die einzuräumenden Gegenstände zuerst nach Zusammengehörigkeit. Dinge, die zu einer Tätigkeit, an einer bestimmten Stelle oder in einem Raum gebraucht werden, sollten Sie auch gemeinsam aufbewahren. Durch eine logische Ordnungsstruktur erleichtern Sie sich die betreffenden Arbeiten und sparen Zeit, weil Sie nicht lange danach suchen müssen.

Im Folgenden gebe ich spezifische Hinweise, die beim Ordnung schaffen an den wichtigsten Orten im Haus helfen können.

Küche

In den Küchenschränken sollten Sie Geschirr, Besteck, Töpfe und Pfannen sowie alle Geräte, die Sie beim Zubereiten von Speisen benötigen, parat haben, und zwar geordnet. Dinge, die Sie häufiger brauchen, sollten dabei griffbereit und vorne aufgeräumt werden, am besten im mittleren Bereich, wo Sie sich weder bücken noch auf einen Stuhl stellen müssen, um daran zu kommen. Was Sie nur selten benötigen, kann in der hinteren Ecke eines Küchenschranks oder ganz oben stehen.

Für kleinere Gegenstände bieten sich Schubladen an. In der obersten Schublade befindet sich oft ein Besteckkasten, in den das Besteck ordentlich eingeräumt werden kann. So haben Sie leicht Zugriff dazu, wenn Sie schnell ein Messer, eine Gabel oder einen Löffel entnehmen wollen.

Lebensmittel, die nicht im Kühlschrank stehen und deren Verkaufsverpackung eher unpraktisch ist (weil sie etwa leicht einreißt oder schlecht wieder verschlossen werden kann), können Sie in Plastikdosen lagern, Gewürze in separaten Gewürzbehältern. Brot kommt in eine Brotkiste, idealerweise einer aus Ton. Weitere Tipps zur Lagerung von Lebensmitteln erhalten Sie in einem anderen Artikel.

Badezimmer

Ins Bad gehört alles, was mit der Körperpflege zu tun hat sowie Toilettenutensilien (Klobürste und Klopapierrollenhalter neben der Toilette, WC-Reiniger, Entstopfer). Duschgel und Shampoo und was Sie sonst noch unter der Dusche brauchen, stellen Sie am besten in einem dafür vorgesehenen Duschregal ab, das Sie dort an die Wand hängen. Bei einer Badewanne haben Sie möglicherweise schon eine Ablagefläche für die dort benötigten Pflegeprodukte.

Für aktuell gebrauchte Zahnbürsten gibt es Zahnputzbecher, die auf der Ablage des Waschbeckens Platz finden. Für Seife gibt es spezielle Behälter, oder Sie verwenden gleich Flüssigseife aus dem Spender, was hygienischer ist, als wenn zig Leute mit ihren noch zu reinigenden Fingern ein Stück fester Seife betatschen. Alles, was nicht gerade in Gebrauch ist, sowie Vorräte, sollten Sie in einen Schrank aufräumen.

Wenn Sie genug Stauraum im Bad haben, können Sie auch die Handtücher und Waschlappen fein säuberlich gestapelt in einem Schrank direkt im Badezimmer aufbewahren.

Platz sparender Stauraum im Bad
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Wird in Ihrem Badezimmer zudem die Wäsche gewaschen, sollte dort auch mindestens ein Korb für schmutzige Wäsche stehen, damit sie nicht auf den blanken Boden herumliegt, bis wieder eine Waschmaschine voll gereinigt werden kann.

Sinnvoll ist es, auch für die Hausapotheke (wichtige Medikamente und Erste-Hilfe-Mittel wie Pflaster und Verbandszeug) einen Platz im Bad vorzusehen. Dies kann ein separater Schrank oder eine ausreichende Ablagefläche in einem Badezimmerschrank sein. Putzzeug, das nur fürs Bad verwendet wird, können Sie ebenfalls direkt vor Ort lagern. Alternativ bietet es sich an, einen Putzmittelschrank im Haus zu haben, in dem alle Putzmittel, Besen und Wischlappen zentral aufbewahrt werden.

Kleiderschrank

Ordnung im Kleiderschrank spart ebenfalls viel Zeit und Nerven. Schließlich wollen Sie ja nicht in die Situation kommen, dass Sie zu spät zu einem Termin erscheinen, nur weil Sie nicht sofort etwas Passendes zum Anziehen gefunden haben.

Auch bei der Kleidung ist es angebracht, sie systematisch im Schrank zu ordnen. Es empfiehlt sich, auf jeder Ablage eine Art Kleidungsstücke gut gefaltet und gestapelt unterzubringen, also eine Ablage für T-Shirts, je eine für Pullover, Hosen, Schlafanzüge und Unterwäsche. Hemden und Blusen, Kleider, Hosenanzüge, Jacken und andere Textilien, die nicht zerknittern sollen oder schlecht zu falten sind, hängen Sie am besten auf Kleiderbügeln an die Stange in dem dafür vorgesehenen Bereich des Kleiderschranks. Socken, Taschentücher und sonstige Kleinteile passen in Schubladen.

Schuhe bewahren Sie am besten in einem getrennten Schrank oder Schuhregal auf. Schmuck können Sie in eine Schmuckschatulle einsortieren. Bettwäsche kann ebenfalls in einem anderen Schrank aufgeräumt sein, falls sie nicht in den Kleiderschrank passt.

Schreibtisch

Auf dem Schreibtisch sollte idealerweise nur das liegen, was Sie brauchen und griffbereit haben müssen, also beispielsweise Computer, Schreibmaterial, Locher und Tacker. Drucker und andere Bürogeräte können eventuell, sofern der Schreibtisch zu klein dafür ist oder die Geräte stören, auf einer anderen Fläche im Raum stehen. Es ist ja ohnehin gesünder, wenn Sie zum Drucken oder Kopieren aufstehen müssen und somit zwischendurch etwas Bewegung haben.

Herumliegende Papiere, die Sie aufbewahren müssen oder wollen, heften Sie am besten in verschiedene thematisch beschriftete Ordner mit Einteilungen ab. Die Ordner können Sie in ein Regal nahe dem Schreibtisch stellen, so dass Sie auf den Ordnerrücken auf Anhieb lesen können, was sich darin befindet. Lose Papiere, zum Beispiel zu Dingen, die Sie noch bearbeiten müssen, finden in Ablagefächern Platz, welche Sie normalerweise auch stapeln können.

Was Sie nicht brauchen, räumen Sie in den Schreibtisch oder - bei Kleinkram - in die Schubladen. Auch dort halten Sie am besten Ordnung, indem Sie die Dinge thematisch ordnen. In Griffnähe kommt dabei am besten das, was Sie häufiger benötigen. Das, was Sie seltener brauchen, kann weiter weg, hinten oder ganz unten eingeräumt werden.

Ordnung halten im Haushalt leicht gemacht

Nun, da Sie hoffentlich erfolgreich in Ihrer Wohnung Ordnung geschaffen haben, möchten Sie sicherlich noch wissen, wie Sie diese auch langfristig beibehalten können. Anbei gebe ich Ihnen einige Anregungen, wie dies gelingen kann.

  • Putzen Sie regelmäßig. Setzen Sie sich dabei Prioritäten: Hygienische Sauberkeit im Bad und in der Küche ist wichtiger als Fensterputzen oder das Entfernen der feinen Staubschicht auf der Dekoablage des Wohnzimmerschranks. Teilen Sie sich die Reinigungsarbeiten so ein, dass Sie sie problemlos in ihren Tagesablauf integriert bekommen. Wenn Sie sich jeden Tag etwas vornehmen, müssen Sie keinen ganzen Putztag einlegen. Dann kann in einer halben Stunde täglich alles hierzu Notwendige erledigt sein. Kleinere Arbeiten wie Geschirr spülen können Sie auch zwischendurch machen.
  • Gewöhnen Sie sich daran, nicht benötigte Dinge an ihren vorgesehenen Platz aufzuräumen. Idealerweise sollte jeder Gebrauchsgegenstand seinen Platz haben. Wichtige Dokumente, Verträge und Rechnungen sowie Belege heften Sie am besten so schnell wie möglich ab, damit nichts verloren geht.
  • Für herumliegenden Krimskrams, den Sie bemerken, können Sie zunächst Behälter wie Dosen oder kleine Kisten aufstellen, in die diese Gegenstände kommen, damit Sie sie ggf. später ordnen können. Es gibt auch Platz sparende Ordnungssysteme für kleine Objekte, die Sie aufhängen können. Schlüssel sind an einer Schlüsselleiste zuverlässig aufgehoben. Schrauben und sonstige Kleinteile können in dafür vorgesehenen Boxensets aufbewahrt werden. Für Schraubenzieher und anderes Werkzeug gibt es wiederum spezielle Halter.
  • Erstellen Sie bei Bedarf eine To-Do-Liste mit den Dingen, die zur Erhaltung der Ordnung durchgeführt werden müssen. Eventuell können Sie sich auch einen Zeitplan mit diesen Tätigkeiten machen, um einen besseren Überblick zu haben.

Bildquellen: Hans, stux und PublicDomainPictures bei Pixabay

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