Beitrag der Mitarbeiter zum Erreichen wirtschaftlicher Ziele

Um die gesteckten Ziele zu erreichen, sind Unternehmen auf die Mitwirkung ihrer Mitarbeiter angewiesen. Das Personal kann durch bestimmte Verhaltensweisen einen wichtigen Beitrag zum Erreichen der Unternehmensziele leisten. Unternehmen sollten dies erkennen und innerhalb der Organisation entsprechend kommunizieren. Der Leistungsbeitrag der Mitarbeiter kann etwa durch den sparsamen Verbrauch von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen, Weitergabe von Know-How, Loyalität und der Bereitschaft zur Weiterbildung optimiert werden. Darüber hinaus können Mitarbeiter versuchen unberechtigte Fehl- und Leerlaufzeiten zu vermeiden, indem sie etwa den Einsatz der Betriebsmittel effizienter gestalten, unnötige Krankheitstage vermeiden und eine entsprechende Arbeitsdisziplin an den Tag legen.

Unternehmen können ihre Mitarbeiter zwar dazu anhalten, die wirtschaftlichen Ziele zu beachten, sind aber auf deren Mitwirkung weitestgehend angewiesen. So kann der sparsame Umgang mit Rohstoffen zum Beispiel nicht erzwungen werden, da dieser nicht zu den arbeitsvertraglichen Pflichten gehört. Auch lassen sich die Vergeudung von Arbeitszeit oder unnötige Krankheitstage nicht oder nur schwer nachweisen. Für Unternehmen ist es daher wichtig ihre Mitarbeiter zu guter Leistung und wirtschaftlichem Handeln zu motivieren. Etwa durch gute Arbeitsbedingungen, faire Löhne und betriebliche Sozialleistungen.

Wirtschaftliche Ziele

Die wirtschaftlichen Ziele von Unternehmen bestehen hauptsächlich in der Gewinnmaximierung oder der Kostenminimierung. Dabei wird versucht, die Produktionsfaktoren möglichst effizient zu kombinieren, um einen minimalen Faktorverbrauch gemäß dem ökonomischen Prinzip zu erreichen.

Aus dieser Zielsetzung lassen sich unterschiedliche Funktionen ableiten. So wird etwa das Personalmanagement versuchen, das zur betrieblichen Leistungserstellung benötigte Personal nach lokalen, qualitativen, quantitativen und zeitlichen Erfordernissen bereitzustellen. Es obliegt dann den einzelnen Abteilungen die Arbeitsleistung ihrer Mitarbeiter zu steigern, um Kosten zu senken und Gewinne zu maximieren.

Soziale Ziele

Die sozialen Ziele von Unternehmen betreffen in erster Linie die Erwartungen, Bedürfnisse und Interessen der Mitarbeiter und schlagen sich in einer Verbesserung der materiellen und immateriellen Arbeitsbedingungen nieder. Da sich die Befriedigung sozialer Ziele unmittelbar auf die Mitarbeiterzufriedenheit auswirkt, haben die Arbeitgeber ein grundsätzliches Interesse daran, deren Zielerreichungsgrad zu erhöhen.

Zu den materiellen Arbeitsbedingungen zählen neben fairen Gehältern auch die Arbeitsplatzsicherheit, die betriebliche Altersvorsorge und Kantinen. Immaterielle Arbeitsbedingungen beziehen sich hingegen auf die Gestaltung des Arbeitsplatzes. Hierzu zählen die Reduzierung von Belastungseinflüssen, Gesundheitsschutz, interessante und abwechslungsreiche Arbeitsaufgaben, Sport- und Kulturangebote, sowie Möglichkeiten der Personalentwicklung.

Die Wünsche und Bedürfnisse der Mitarbeiter sind dabei einem ständigen Wandel unterzogen, der analog zum Wertewandel der Gesamtbevölkerung verläuft. Während Werte wie Zuverlässigkeit, Gewissenhaftigkeit und Gehorsam in den letzten Jahrzehnten zunehmend in den Hintergrund rückten, sind Themen wie Arbeitsplatzsicherheit, eine gesicherte Altersversorgung und ein gutes Betriebsklima nach wie vor für viele Mitarbeiter von großer Bedeutung. Hinzu kommen neue Werte wie etwa das zunehmende Umweltbewusstsein. Da es zum Teil große Abweichungen zwischen den einzelnen Mitarbeiterzielen gibt, ist eine hundertprozentige Zufriedenstellung aller Mitarbeiter nicht möglich. Problematisch ist auch die Messung des Zielerreichungsgrades sozialer Ziele, da sich diese in der Regel nicht mengen- oder geldmäßig erfassen lassen.

Zielbeziehungen

Wirtschaftliche und soziale Ziele beeinflussen sich gegenseitig und können daher nicht isoliert voneinander betrachtet werden. Allerdings harmonieren die Zielbeziehungen wirtschaftlicher und sozialer Ziele nicht immer miteinander. Es können komplementäre, indifferente und konkurrierende Zielbeziehungen bestehen.

Komplementäre Ziele liegen vor, wenn die Erhöhung des Zielerreichungsgrades eines Ziels gleichzeitig zur Erhöhung des Zielerreichungsgrades eines anderen Ziels führt. Da die Erwartungen und Interessen der Mitarbeiter nur umgesetzt werden können, wenn die Existenz des Unternehmens gesichert ist und weil die betriebliche Leistungserstellung nur dann funktionieren kann, wenn Mitarbeitern dem Unternehmen ihre Arbeitskraft zur Verfügung stellen, besteht zwischen wirtschaftlichen und sozialen Zielen grundsätzlich eine Mittel-Zweck-Beziehung. Gelingt es Unternehmen die Mitarbeiter durch gute Arbeitsbedingungen zu motivieren, steigt deren Leistungsbereitschaft und somit gleichzeitig der Unternehmenserfolg.

Von Zielindifferenz ist die Rede, wenn das Erreichen eines Ziels keinen Einfluss auf das Erreichen eines anderen Ziels hat. Dies ist etwa bei der Einräumung von Mitbestimmungsrechten für die Mitarbeiter der Fall. Zwar werden dadurch soziale Ziele befriedigt, mit einem Einfluss auf wirtschaftliche Ziele kann allerdings nicht gerechnet werden.

Bei Zielkonkurrenz führt die Erhöhung des Zielerreichungsgrades eines Ziels zur Verminderung des Zielerreichungsgrades eines anderen Ziels. Dies kann etwa der Fall sein, wenn Unternehmen aufgrund der Wirtschaftslage Personal entlassen müssen. Im Zeitverlauf können diese Maßnahmen allerdings die Wettbewerbsfähigkeit steigern und sich somit wieder komplementär zu sozialen Zielen verhalten. Eine stetige und gegebenenfalls auch rückwirkende Betrachtung von Zielbeziehungen erscheint daher sinnvoll.

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