Spremberg in der frühen Neuzeit bis zu den Befreiungskriegen

1567 kaufte der Hofrat Kaspar Minkwitz von Minkwitzburg aus Drehna dem Landvogt Bohuslav Felix von Lobkowitz und Hassenstein die Herrschaft Spremberg ab. 1584 erwarb Karl von Kittlitz abermals die Herrschaft Spremberg für das Geschlecht derer von Kittlitz.

Im Verlauf des Dreißigjährigen Krieges wurde Spremberg 1642 von schwedischen Truppen überfallen und geplündert.

1671 fiel die Herrschaft Spremberg nach Einheirat in die Familie von Kittlitz an den Grafen Carl Moritz von Redern. 1680 wurde Herzog Christian I. zu Sachsen-Merseburg Herr über Stadt und Schloss Spremberg. Der ließ sein nachgeborenen Sohn Heinrich von Sachsen-Merseburg hier residieren. Am 28. Juli 1738 starb Herzog Heinrich von Sachsen-Merseburg ohne männliche Nachkommen. Das Herzogtum Sachsen-Merseburg mit der Markgrafschaft Niederlausitz fiel an das Kurfürstentum Sachsen.

Preußen gliederte 1815 die Niederlausitz in Brandenburg ein

Nach Beschluss des Wiener Kongress musste Sachsen große Gebiete an Preußen abtreten. So wurde seit dem 3. August 1815 auch die Niederlausitz mit Spremberg vom preußischen König Friedrich Wilhelm III. regiert. Der ordnete die Niederlausitz der Provinz Brandenburg zu. Spremberg wurde zur Kreisstadt des Landkreises Spremberg.

In Spremberg wurde von 1871 bis 1920 der geographische Mittelpunkt des Deutschen Reiches verortet. Die Berechnung dieses Ortes erfolgte durch den Geographen Heinrich Matzat. Der war Oberlehrer am Spremberger Realgymnasium. Der Mittelpunkt des Reiches wurde durch einen Stein markiert. Seit 1991 erinnert eine Kopie des Steins wieder an diesen Mittelpunkt.

1893 wurden 1000 Jahre Spremberg gefeiert. Diesem Fest lag die Hypothese zugrunde, das der ostfränkische König Arnulf von Kärnten die Stadt Spremberg anno 893 gründete- Doch diese Annahme stellte sich als falsch heraus. Und zwar noch vor der Feier. Die aber schon vorbereitet war und dennoch über die Bühne ging.

1912 kam der inzwischen wahrscheinlich berühmteste Spremberger zur Welt: der Schriftsteller Erwin Strittmatter. Der setzte seiner Heimatstadt, den Sorben und der Niederlausitz mit seiner Trilogie "Der Laden" ein literarisches Denkmal.

Spremberg im und nach dem Zweiten Weltkrieg

Am 20. April 1945 eroberten sowjetische Truppen nach heftigen Kämpfern die Festung Spremberg. Die Innenstadt lag danach zu etwa 70 Prozent in Trümmern.

1952 wurde die Verwaltungsstruktur in der DDR grundlegend geändert. Dabei wurde der seit 1815 bestehenden Landkreises Spremberg zum Kreis Spremberg im Bezirk Cottbus. Nach der Wiedervereinigung ging der Kreis Spremberg in dem neu entstandenen Landkreis Spree-Neiße im Bundesland Brandenburg auf.

Die Stadt Spremberg wuchs nach dem Zweiten Weltkrieg mehrfach durch Eingemeindungen:

  • 1.1.1946 Cantdorf, Kochsdorf, Trattendorf, Heinrichsfeld, Slamen und Weskow
  • 1.1.1974 Pulsberg
  • 1.5.1978 Roitz
  • 1.1.1984 Groß Buckow und Stradow
  • 1.1.1986 Radeweise-Straußdorf
  • 1.1.1987 Klein Buckow
  • 1.1.1991 Wolkenberg
  • 27.9. 1998 Schwarze Pumpe mit dem Ortsteil Terpe und Sellessen mit den Ortsteilen Bühlow und Muckrow
  • 1.1.2003 Groß Luja, Türkendorf, Graustein, Lieskau und Schönheide
  • 1.1.2006 die Gemeinde Haidemühl

Nach der Wende wurden der noch vorhandene Altbaubestand und auch die Plattenbauten der Innenstadt umfassend saniert. Heute präsentiert Spremberg sich mit einer belebten und sehenswerten Innenstadt.

Schwarze Pumpe

Seit 1998 gehört Schwarze Pumpe, wie die Gemeinde Terpe seit dem 5. August 1959 genannt wurde, zu Spremberg. Das "Restaurant zur schwarzen Pumpe" in einer Siedlung der Gemeinde Terpe gab dem ab 1955 entstehenden Braunkohlenveredlungswerkes seinen Namen.

Ab 1958 bestand der VEB Gaskombinat Schwarze Pumpe. 1959 wurde erstmal Strom erzeugt. Bis 1965 wurden drei Brikettfabriken in Betrieb genommen. Ein wichtiger Zweig des Kombinats war die Erzeugung von Braunkohlehochtemperaturkoks für die Stahlwerke der DDR und die damit verbundene Erzeugung von Stadtgas. Die drei Kraftwerke am Standort lieferten rund 11 Prozent der Elektroenergie für die DDR. Das Stadtgas in der DDR kam zu 75 Prozent aus Schwarze Pumpe. Rund 15000 Menschen arbeiteten in dem Kombinat. Das war ein Zentrum der Energiewirtschaft der DDR. Und mit erheblichen Umweltproblemen belastet. Für die Menschen mit der Nase deutlich erfahrbar war der mit der Verkokung und Gaserzeugung typische Geruch rund um die Betriebe.

Mit der Wende von 1989 wurde in Schwarze Pumpe vieles abgewickelt. 1990 wurde aus dem Kombinat die Energiewerke Schwarze Pumpe AG (ESPAG). Zwei Brikettfabriken wurden abgerissen. Die Brikettfabrik Mitte produziert heute noch Briketts (Marke Rekord) und Braunkohlestaub. Die Kokerei wurde 1992 stillgelegt und abgerissen. Die typische Duftmarke verflüchtigte sich.

Die ESPAG ging 1993 in der Lausitzer Braunkohle Aktiengesellschaft (LAUBAG) auf. Damit begann auch der Bau eines neuen Kraftwerks mit zwei Blöcken zu je 800 MW durch die VEAG. Die Kraftwerksblöcke gingen 1997 bzw. 1998 in Betrieb. Das Kraftwerk und andere Werksteile gehören inzwischen dem schwedischen Energiekonzern Vattenfall. Neben dem Kraftwerk erprobt Vattenfall die so genannte CCS-Technik in einer Pilotanlage, in der das entstehende Kohlendioxid nach dem Oxyfuel-Verfahren abgeschieden wird. Es entweicht dabei nicht in die Atmosphäre, sondern soll unterirdisch gelagert werden. Was an den vorgesehen Lagerorten trotz der erfolgreichen Versuche bei Ketzin auf heftigen Widerstand stößt.

Das Gelände wird heute als Industriepark Schwarze Pumpe bezeichnet. Mitten durch diesen Park zieht sich die Landesgrenze zwischen Brandenburg und Sachsen. Eine Reihe neuer Betriebe hat sich inzwischen auf den frei gewordenen Flächen angesiedelt.

Spremberg heute

Über das heutige Spremberg berichtet der Beitrag "Spremberg - Perle der Niederlausitz".

Mehr zur Geschichte von Spremberg und Schwarze Pumpe

  • Eckbert Kwast: Spremberg – Als die Schornsteine noch rauchten. Leipziger Verlagsgesellschaft 2007, ISBN 3-910143-99-7

 

Autor seit 3 Jahren
195 Seiten
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