Koriander - Coriandrum sativum - ein Doldenblütler

Doldenblüte Koriander (Bild: a.sansone)

Wie sieht die Koriander-Pflanze aus?

Früher wurde er auch als Arabische Petersilie, Kaliander oder Wanzendill bezeichnet. Das zeigt bereits, wem er als Doldenblütler (Apiaceae) sehr ähnlich sieht.

Aussehen:

Die einjährige Pflanze hat einen runden, feingerillten Stängel. Sie wird bis 60 cm hoch,die Laubblätter sind hellgrün; die unteren (grundständigen) sind leicht eingekerbt, die höheren fiederschnittig bis ganz fein zerteilt. Die flachen weiß- oder rosablühenden Dolden sind langgestielt und 3-5 strahlig. Die Frucht ist kugelig bis 5 mm. Erntezeit: Juli/August.

Vorkommen: Coriandrum sativum ist eine mediterrane Pflanze, schon vor der Antike bekannt. Sativum (gesät) deutet bereits auf die jahrhundertealte Verwendung als Kulturpflanze hin. Heute kommt er angebaut und verwildert in Europa, Nordafrika, Ostasien und Nord- und Südamerika vor.

Als eigene Gattung in der Familie der Doldenblütler ist der Koriander nahe verwandt mit anderen Gewürz-, Heil- und Gemüsepflanzen, wie:

  • Kümmel (Carum carvi),
  • Anis (Pimpinella anisum), 
  • Dill (Anethum graveolens),
  • Liebstöckel (Levisticum officinale),
  • Fenchel (Foeniculum vulgare),
  • Petersilie (Petroselinum crispum), oder
  • Sellerie (Apium graveolens).

Aber auch Karotte (Daucus carota) und der Pastinak (Pastinaca sativa) gehören dazu.

Achtung - es gibt auch giftige Vertreter der Doldenblütler:

Der Gefleckte Schierling (Conium maculatum), der Wasserschierling (Cicuta virosa) oder die Hundspetersilie (Aethusa cynapium).

 

Korianderpflanze

Coriandrum sativum (Bild: a.sansone)

Was verwendet man beim Koriander zum Kochen und Würzen?

Eigentlich ist alles am Koriander für den Genuss geeignet; vom Blättchen bis zur Wurzel.

  • Blätter:

Die jungen Blätter für Salat, Soßen oder Currygerichte verwenden. Der Geschmack von Korianderblättern ist süßlich, leicht zitronig, dabei aber auch pfeffrig. Nie mitkochen, sondern erst zum Schluss einstreuen.

  • Samen:

Ganz oder gestoßen zum Würzen von Fleisch, Fisch, Wild. Als Anti-Blähungspille ins Kochwasser von Gemüsesorten, wie Kohl. Gestoßener Koriandersamen passt als Würze auch besonders gut zu Ofengemüse oder Gemüseeintöpfen.

Gemahlen: zum Backen (eine kleine Messerspitze) für Lebkuchen, Brot, Apfelkompott, Apfelstrudel. Aber auch zu Linsen passt eine Messerspitze gemahlener Koriander gut. Als Brotgewürz.

  • Wurzel:

In der thailändischen Küche wird, ähnlich wie bei uns die Petersilwurzel, die ganze Pflanze samt Wurzel kleingeschnitten verwendet.

Chinesen verwenden die Körner in ihren diversen Kraftbrühen. (Koriander zählt zu Metall-Elementen und seine Wirkung ist warm.)

Koriander Samen/Körner (Bild: a.sansone)

Genuss- und Kochtipps mit Koriander

Sowohl für die chinesische 5-Elemente-Küche als auch für ayurvedische Gerichte ist Koriander ein wichtiger und wohlschmeckender Bestandteil der Ernährung.

Hier einige Anregungen für spezielle Koriander-Schmankerln:

Koriander-Limetten-Butter:

  • 120 g Butter
  • Salz
  • 2 EL Koriandergrün, gehackt
  • 1 Limette

Zubereitung: Zimmerwarme Butter schaumig rühren, leicht salzen und den gehackten Koriander untermengen. Limettenschale dünn abreiben, etwa 1 TL voll, hinzufügen. Den Saft einer halben Limette ausdrücken und einrühren. Diese Koriander-Limetten- Butter passt besonders gut zu Geflügel, Fisch und Meeresfrüchten. Wer mag, kann auch noch etwas frischen Ingwer reiben und dazu mischen.

Koriander-Pesto:

Nehmen Sie anstelle von Basilikum eine Handvoll frische Korianderblätter, eine halbe Tasse Pinienkerne, eine halbe bis eine ganze Knoblauchzehe, zwei Esslöffel Zitronensaft und fünf Esslöffel Olivenöl. Das Gemisch in einem Mixer gut zerkleinern und ab mit diesem Koriander-Pesto auf die frische Pasta.

Frisches Korianderkraut ist übrigens ein Hauptbestandteil der von den Kanaren stammenden Mojo verde.

Tipp: Einige Korianderkörner bei blähenden Gemüsesorten, wie Kohl, Brokkoli etc. ins Kochwasser geben. Koriander und Kümmel

Abb. Kümmel/Koriander

Ich verwende es gerne statt Kümmel, weil es weniger vorschmeckt. Wer also Kümmelgeschmack nicht mag, dem ist so geholfen!

 

Der Koriander als Heilpflanze

Als Heilpflanze wird Koriander besonders in der TCM (Traditionelle chinesische Medizin) und im Ayurveda geschätzt. Aber auch die westliche Medizin greift auf seine Eigenschaften vermehrt zurück. In der europäischen Naturheilkunde kommt Koriander bereits ein hoher Stellenwert als Ausleitungsmittel für Schwermetalle zu.

  • Droge: Coriandri fructus, - die Korianderfrüchte: Sie enthalten bis 1% ätherisches Öl. Phytonährstoffe, Dodecenal, Phenole, welche im ätherischen Korianderöl enthalten sind, unterstützen den Organismus durch die Produktion von Enzymen und Verdauungssäften. Anregung der Magensaftsekretion, krampflösend, blähungswidrig;
  • Ein Teeaufguss der Samen kann Abhilfe bei leichten Magen-Darm-Beschwerden leisten.
  • Sehr geschätzt ist die Wirkkraft von Korianderöl gegen bakterielle Infektionen. Antiseptisch: Das Öl hat bakterizide und pilztötende Wirkung und wirkt wundheilend.
  • Kauen einiger Koriandersamen nach Knoblauchgenuss vertreibt den Mundgeruch.

Dodecanal und Linalool und ein Dutzend weitere antibiotisch wirkende Komponenten werden von den Korianderblättern extrahiert. Dodecanal ist auch in den Koriandersamen enthalten.

Tipp:  Es lohnt sich also, sowohl frisches Korianderkraut als auch Koriandersamen in die Ernährung zu integrieren. Vorbeugende Medizin quasi.

Verwendung äußerlich:

  • Korianderlotion hilft bei rheumatischen Schmerzen.
  • Ein Bad mit Koriandersamen (eine Handvoll in ein Leinensäckchen geben) wirkt anregend und deodorierend.

Koriander - das "Wanzenkraut" historisch gesehen

"Na toll, ein Wanzenkraut soll man essen!" Werden Sie denken, wenn sie den historisch-botanischen Spuren über die Namensherkunft folgen. Denn gr. koríandron/koríannon kommt von korís=Wanze. Es wird als wanzenartiger Geruch gedeutet.

Es stimmt, dass die frische Pflanze, sowie unreife Samen, einen speziellen Duft haben, der möglicherweise dem Geruch ähnelt, den Wanzen zum Anlocken oder bei Gefahr ausstoßen können. Wer, so wie der heutige Mensch keine geruchliche Verbindung zu Wanzen herstellt, empfindet diesen Geruch sogar als angenehm. So ändern sich eben Bezüge mit dem Wandel der Zeit.

Aber auch dem armen Kümmel ging es so an den lausigen Kragen, denn gr. káron=Kümmel kommt angeblich von kár=Laus. Nachdem aber weder der eine (Koriander) grausig nach Wanze oder der andere (Kümmel) fürchterlich nach Laus riecht oder gar schmeckt, vielmehr zitronig-pfeffrig, sollte man vielleicht bescheiden zugeben, dass die Deutung der Namensherkunft unbestimmt sei.

Etwa 8000 Jahre alte Funde (Samenkörner) bei Ausgrabungen um Jericho sind die ältesten Belege für den Koriander.

  • Eine im Britischen Museum befindliche Tontafel listet Koriander unter den Pflanzen im Palastgarten des babylonischen Königs Marduk-apla-iddina II auf.
  • Das machte ihm einige Jahrhunderte später ein anderer bedeutender Herrscher nach. Denn im Mittelalter war der Koriander (wie auch der Kümmel) auf der berühmten Pflanzenliste Capitullare de Villis von Karl dem Großen und somit in den Gärten der kaiserlichen Landgüter und in den Klostergärten vertreten.

In früheren Zeiten wurde der Koriander auch für die Bierbrauerei als Würzpflanze verwendet. Korianderöl hingegen wurde im Orient für die Herstellung von Düften, also Parfüm, verwendet. Auch heute noch ist Korianderöl dafür ein wichtiger Bestandteil. Sehen Sie selbst, wo überall Koriander drinnen ist.

Koriander selber anbauen? Nichts leichter als das.

Kultivieren lässt sich der Koriander sowohl im Topf, Balkonkasten, Kübel oder als einjähriges Beetkraut.

Am einfachsten macht man es sich, wenn man ihn als Topfpflanze kauft und auf Balkonien oder der Terrasse aussetzt.

Tipp: Gekaufte Kräuterpflanzen im Topf behutsam ans Freie gewöhnen. Erst stundenweise an einen halbschattigen Ort, bevor man sie endgültig an ihren Platz versetzt. Als Standort mag er es gerne sonnig bis halbschattig.

Aber auch ihn selber aussäen ist keine Hexerei. Gemäßigt gute Blumen- oder Kräutererde, um ihn in einem Topf oder Kübel zu ziehen, genügt. Im Garten ist ein humoser und gleichmäßig feuchter Boden gut geeignet. Die Samen (gerne auch die aus dem Gewürzregal) werden locker aufgetragen und angedrückt. Ganz fein mit etwas sandiger Erde (wegen der Schimmelbildung) bedecken und angießen. Bis sich die ersten Keime zeigen feucht, aber nicht tropfnass, halten. Falls es bereits sehr sonnig ist, die zarten Pflänzchen etwas beschatten.

Ein wenig Gemüsedünger oder Kompost genügt als Düngung. Man kann laufend die Blättchen zum Würzen abzupfen. Sobald er blüht, kann man geduldig auf die Samenfrüchte warten.

So ernten Sie die Samen:

Die Dolden abschneiden, sobald die Samen leicht hellbraun sind. An einem schattigen luftigen Ort zum Trocknen gebündelt aufhängen. Auf Küchenpapier ausschütteln und noch etwas trocknen lassen. In einem gut verschließbaren Gefäß dunkel aufbewahren. Haltbarkeit 1 Jahr.
So ernten Sie nicht nur ihren eigenen Samen für das Folgejahr, sondern haben auch die würzigen Körner zum Gebrauch für die Küche.

Persönlicher Pflanztipp: Ich setze meinen Koriander gerne gemeinsam mit Karotten in einen großen Pflanztrog. Die etwas sandige Erdmischung behagt beiden.

Quellen

... neben der eigenen gärtnerischen Erfahrung

  • Geheimnisse und Heilkräfte der Pflanzen, Verlag das Beste, 1980 Stuttgart
  • Heil-, Gewürz-, Nutz- und Giftpflanzen im Botanischen Garten der Universität Innsbruck, Bortenschlager/Vergörer, 2004 Innsbruck
  • Essbare Wildpflanzen, Fleischhauer/Guthmann/Spiegelberger; Weltbild Verlag, 2014 Augsburg
    • Kräuter, McVicar; Bassermann Verlag, 2013 München
Adele_Sansone, am 11.04.2014
1 Kommentar Melde Dich an, um einen Kommentar zu schreiben.


Bildquelle:
https://pagewizz.com/users/Adele_Sansone (Wie halte ich Basilikum richtig?)
https://pagewizz.com/users/Adele_Sansone (Vom Zierlauch bis zur Speisezwiebel - alles rund um Allium)
https://pagewizz.com/users/Adele_Sansone (Kräuterernte aus dem eigenen Garten - Vorräte für den Winter schaffen)

Laden ...
Fehler!