Portulak - woher kommt er?

Portulak, botanische Bezeichnung Portulaca oleracea oder Portulaca sativa, stammt ursprünglich aus China oder Indien (Westasien). Babylonische Schriften erwähnten Portulak schon um 800 v. Chr. unter anderem auch, weil Portulak im Kräutergarten des Königs von Babylon angebaut wurde. Im Mittelmeergebiet wächst er wild und wurde in der Antike bereits als Heilpflanze eingesetzt.

Klostergarten

In Klostergärten wurde er seit dem Mittelalter - wie auch der Koriander - angepflanzt. Im 16. Jahrhundert setzte man Portulak als wichtigste Vorbeugung von Skorbut ein (Vitamin-C-Mangelerkrankung).

Hildegard von Bingen hat ihn unter der Bezeichnung Burtel in ihrem Hauptwerk "Physika" erwähnt.

 

Der Portulak als Heilpflanze

Seine heilkräftigen Eigenschaften beruhen auf seinem Gehalt an schleimigen Substanzen (Mucilago). Er wirkt blutreinigend, entzündungshemmend, erfrischend, harn- und wurmtreibend. Portulak enthält viel Vitamin C, ist reich an Magnesium und besitzt eine blutreinigende und magenstärkende Wirkung. Als frisch gepresster Saft oder als Aufguss seiner Samen wird er medizinisch angewendet bei Blasenentzündung, Fieber und Darmparasiten.

Heute weiß man auch, dass er einen hohen Gehalt an der lebensnotwendigen Folsäure aufweist und zudem LDL-Cholesterin senkenden Einfluss hat.

Portulak wurde in der Antike bei den alten Griechen ausschließlich als Medizin verwendet. Auch im Mittelalter wurde er noch sehr geschätzt. Tabernaemontanus (Heilpflanzen im Mittelalter) empfahl ihn gegen Sodbrennen. Auch Hildegard von Bingen befasste sich mit der Heilwirkung des Bürzelkrauts.

 

Portulak - eine vergessene Gartenpflanze

Portulak (Bild: a.sansone)

Portulak (Portulaca) - ein klein wenig Botanik

Der Gemüse-Portulak Portulaca oleracea gehört zur Familie der Portulakgewächse Portulacaceae.
Aus der spindelförmigen Wurzel treibt ein fester, fleischiger und stark verzweigter Stängel hervor. Von Juni bis September erscheinen in den Blattachseln die kleinen ungestielten Blüten. Die Pflanze wird 15 - 30 cm hoch.

Die wilde Art, die ursprünglich aus Westasien stammt, ist inzwischen bei uns zu Unkraut auf Äckern verkommen. Besonders beliebt ist Portulak als Gemüsepflanze im Mittleren Osten und in Indien.

Im Mittelmeerraum (Südeuropa) sind zwei Unterarten vertreten. So etwa in Griechenland auf Kreta. Die grasige Pflanze, leicht kriechend, mit verzweigten Stängeln und eiförmigen fleischigen Blättern, kommt hier auf Feldern und Wegrändern vor. Die Blüten sind gelb.

Bei uns wird die kultivierte Gartenform auf Märkten angeboten.

Das Portulakröschen Portulaca grandiflora gehört ebenfalls in diese Familie, ist aber eine sukkulente Zierpflanze. Sie ist in Uruguay und Argentinien verbreitet, wo die Pflanzen auf sandigen Böden wachsen.

Nicht verwandt, aber im Namen ähnlich:

Die Portulak-Keilmelde (Halimione portulacoides), auch Strand-Salzmelde genannt, ist eine Pflanze aus der Familie der Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae). Sie ist eine typische Vertreterin der Salzpflanzenfluren. Der deutsche Name bezieht sich auf den Geschmack ihrer Blätter, der an die Gemüsepflanze Portulak erinnert.

 

Portulak auf den Tisch - macht frühlingsfrisch

Frische Portulakblätter können leicht gehackt auf das Brot genossen werden. Auch unter Frischkäse oder Hüttenkäse gerührt schmecken sie lecker und erfrischend. Ebenfalls reichlich roh auf Salat gestreut sind sie eine kleine Vitaminbombe. Portulak in größeren Mengen genossen wirkt leicht verdauungsanregend.

Die saftigen Blätter samt Stängelchen und Blüten sehen nicht nur hübsch aus, sondern können in Salaten, in Spinat (mitgedünstet), in Kräutersoßen und unter Frischkäse gemischt gegessen werden.

Zur Spargelzeit passt Portulak auch bestens fein gehackt in die Sauce hollandaise.

Mit frischen jungen Zwiebeln, frischem jungen Knoblauch und reichlich Portulak, alles fein gehackt, in ein wenig Butter geschmort und zu einem Frühlingssüppchen aufgegossen, haben Sie eine feine leichte Frühlingsmahlzeit im Nu auf dem Tisch.

Woher kommt der Name Portulak? Was bedeutet er?

Der Garten- oder Gemüseportulak Portulaca oleracea ssp. sativa hat mehrere Namensgeber. So zum einen das lat. porcus (Schwein) oder porcellus (Ferkel), also wäre es ein "Schweinekraut". Aber auch lat. portula (Pförtchen) oder porta (die Tür, Pforte) könnten als Ursprung des Namens herhalten. Die deutschen volkstümlichen Bezeichnungen lauten: Burzelkraut oder Purzelkraut, Bürzelkohl oder Kreusel, Kohlportulak, Ackerpurzel, aber auch Sauburzel oder Burgel.

Rezepte mit Portulak - Gnocchi mit Portulak

Zutaten für 3 Portionen:

300 g Portulak • 1 Becher Ricotta • 1 Ei und ein Eidotter • 150 g Mehl • Salz, Pfeffer, Muskat • Butter • Parmesan

Zubereitungszeit 20 min - Gesamtzeit 30 min:

Den frischen Portulak waschen, etwas trocken tupfen und fein hacken. Das gehackte Gemüse wird mit Ricotta, Ei, Eidotter, Salz, Pfeffer und Muskatnuss vermischt. Das Mehl untermischen, bis ein geschmeidiger Teig entsteht. Aus dem Teig mit einem Teelöffel die Gnocchi (Nockerln) abstechen und in leicht siedendem Salzwasser garen. Sobald die Gnocchi an die Oberfläche steigen abschöpfen und beiseitestellen. Nach und nach die ganze Menge Teig zu Gnocchi verarbeiten. Anschließend wird die Backofenform mit Butter ausgefettet.. Die Gnocchi hineingeben, mit dem Parmesan bestreuen und im vorgeheizten Backofen bei 220 °C 8 Minuten überbacken. Eine hervorragende kleine Mahlzeit.

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Das Bürzelkraut (Portulak) im Biogarten

Wer einen Biogarten sein Eigen nennt, legt Wert auf einen gut sortierten Kräutergarten. Dabei sollte auch der Portulak nicht fehlen. Er braucht, wie viele andere Kräuter aus dem Mittelmeerraum, viel Wärme. Im Mai gesät, mit etwas Kompost bestreut, schön feucht gehalten, ist er bereits nach 3 - 4 Wochen zum ersten Mal zum Schneiden.

Die Pflanzen werden 15 - 30 cm hoch. Den ganzen Sommer lang kann man ernten, denn es wächst brav immer wieder nach.

Es gibt bereits eine breitere Auswahl an Portulaksorten, weiß, gelb, aber auch blau blühend.

Vielleicht erobert der Portulak ja auch unsere Gärten und Mahlzeiten, wie noch vor einigen Jahren die vergessene "Rauke", sprich Rucola?

Quellen

  • Geheimnisse und Heilkräfte der Pflanzen, Verlag das Beste, 1980 Stuttgart
  • Heil-, Gewürz-, Nutz- und Giftpflanzen im Botanischen Garten der Universität Innsbruck, Bortenschlager/Vergörer, 2004 Innsbruck
  • Essbare Wildpflanzen, Fleischhauer,Guthmann, Spiegelberger, Weltbild Verlag, 2014 Augsburg

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Adele_Sansone, am 20.04.2013
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Bildquelle:
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