Heimisches Gemüse oder Exoten?

Wegen des Angebotes fast aller Obst- und Gemüsesorten über das gesamte Jahr ist es den Verbrauchern fast unmöglich geworden, zu erkennen, ob es sich um heimisches Saisongemüse und Obst handelt oder um reiseerfahrene Erzeugnisse aus aller Welt; es sei denn, der Verbraucher ist an heimischem Obst und Gemüse interessiert und kümmert sich darum, was, wann und wo gerade Saison hat und denkt dabei auch an die Umwelt. 

Beachten Sie den unten stehenden Saisonkalender für heimisches Obst und Gemüse.

Ein gutes Beispiel ist hierfür die heimische Spargelsaison, die 2017 mit Ware aus dem Folientunnel bereits vor Ostern begann und in jedem Jahr mit dem letzten Spargelstechen am 24. Juni endet. Einträchtig aber liegt in den Supermärkten neben dem heimischen frischen Spargel immer noch Spargel aus Peru und Marokko; beide sind aber unabhängig von der heimischen Saison bereits seit Weihnachten im Angebot der Supermärkte.

Heimisches Gemüse und Umweltschutz

Ein frischer Blattsalat und Spargel beispielsweise sollten nicht als Importware gekauft werden, denn weite Lebensmitteltransporte besonders mit dem Flugzeug belasten unsere Umwelt. Allerdings steht auch heimisches Gemüse wie Tomaten im Frühling auf dem Index des Umweltschutzes, wenn es außerhalb der Saison in beheizten Treibhäusern angebaut wird.

Der zielgerichtete Einkauf heimischer saisonaler Produkte bringt gleichzeitig mehrere Vorteile: für Gesundheit, Umwelt und Gaumen. Aber Achtung: Wenn heimische Erzeugnisse Saison haben, achten Sie trotzdem auf die Herkunft der Ware, denn manche Händler kaufen, um die saisonale Nachfrage bedienen zu können, manchmal auch Ware aus dem weiteren Ausland hinzu!

Neben garantierter Frische und mehr Geschmack enthält heimisches Saisonobst und -gemüse meist viel weniger bis gar keine Rückstände von Pflanzenschutzmitteln gegenüber importierter Ware. Gleichzeitig sparen die kurzen Transportwege von regionaler Saisonware Energie und Treibhausgase ein und schonen so das Klima. Anbau und Vermarktung zusammen dienen unserer Umwelt.

Weitere Argumente für heimische Produkte

Besonders beim Transport des Obstes und Gemüses per Flugzeug verbrauchen die Lieferanten viel Energie und belasten das Klima durch die freigesetzten Treibhausgase. Durch kurze Vertriebswege für heimische Produkte werden Energie und Treibhausgase eingespart und so das Klima geschont.

Obst und Gemüse aus Deutschland und der EU enthält weniger Rückstände von Pflanzenschutzmitteln als importierte Ware aus Nicht-EU-Ländern. Noch besser schneiden meist zertifizierte Bioprodukte ab, in denen überwiegend keine Pestizidrückstände nachweisbar sind.

Der Einkauf auf dem Wochenmarkt oder beim Erzeuger unterstützt heimische Arbeitsplätze und spart zudem Verpackungsmaterial.

Die Verringerung des Verkehrsaufkommens an Zulieferern verringert den Verkehrslärm. Auch viel Verbraucher könnten ihre eigenen Einkäufe oft zu Fuß oder per Fahrrad statt mit dem großen SUV erledigen.

Bei der Preisgestaltung spielen Produktions-, Lager- und Transportkosten meist eine geringe Rolle, denn diese werden zum Teil auf andere Lebensmittel umgelegt, um ein möglichst kostengünstiges Angebot vorzutäuschen. Der Preis bietet folglich oft für viele Verbraucher keinen Anreiz, heimische Ware der Saison zu bevorzugen; Gesundheits- und Umweltaspekte sollten deshalb umso mehr ein Anreiz für den Kauf heimischer Produkte während der Saison sein..

Haben Sie das gewußt? Freilandgemüse verursacht beim Anbau bis zu 30-mal weniger klimaschädliche Gase als Produkte aus beheizten Gewächshäusern.

Ein Saisonkalender hilft dem Verbraucher

Die Verbraucherzentrale hat jüngst im Internet einen Ratgeber für den Einkauf heimischer Produkte veröffentlicht. Er zeigt deutlich, wann die einzelnen Produkte auf dem heimischen Markt Saison haben. Anhand von vier Symbolen wie einer Sonne oder einer Lagerkiste lässt sich schell erkennen, in welchen Monaten das Obst und Gemüse draußen wächst oder eher aus dem Treibhaus, dem unbeheizten Folientunnel oder dem gekühlten Lager kommt.

Rein optisch läßt sich durch die Ampelfarben auf den ersten Blick erkennen, wann Saison ist: Rot kennzeichnet hohen, Gelb mittleren und Grün sehr geringen Energieverbrauch und entsprechende Klimabelastung. Geringer Energieverbrauch bedeutet Hochsaison auf dem Freilandbeet.

Der Saisonkalender ist über https://www.verbraucherzentrale.de/saisonkalender abrufbar. Obst- und Gemüsearten mit geringem Marktanteil wie Freilandtomaten sind darin nicht erfasst.

Ein Überblick über die Saisonzeiten der wichtigsten heimischen Obstsorten

(Um keine unübersichtliche Flut von Informationen zu erzeugen, sind die Monate mit Zahlen entsprechend der Reihenfolge, zum Beispiel 7 für den siebenten Monat Juli) gekennzeichnet).

Apfel 8-10, Birne 8-9, Erdbeere 6-9, Himbeere 7-8, Johannisbeere 6-8, Kirsche süß und sauer Ende 6-8, Pflaume 8-9, Quitte 10-11 und Stachelbeere 7-9.

Ein Überblick über die Saisonzeiten der wichtigsten heimischen Gemüsesorten

(Um keine unübersichtliche Flut von Informationen zu erzeugen, sind die Monate mit Zahlen entsprechend der Reihenfolge, zum Beispiel 7 für den siebenten Monat Juli) gekennzeichnet).

Blumenkohl 5-11, Bohnen 6-10, Erbsen 5-9, Grünkohl 9-2, Kohlrabe 6-10, Kürbis 9-11, Möhren Ende 6-11, Porree 4-12, Radieschen 5-10, Rosenkohl 9-12, Rote Bete 6-11, Rotkohl 7-11, Sellerie nach Sorte 6/7-11,, Spargel 4-6, Weißkohl und Wirsingkohl 9-11, Zucchini 7-10, Zwiebel je nach Sorte 5-11.

Salat

Heimischer Salat kommt je nach Sorte zwischen Mai und November ins Angebot.

Autor seit 3 Jahren
265 Seiten
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