Johanniskrautöl in der Medizin und Hautpflege

Schon von den alten Römern ist überliefert, dass sie Verletzungen mit Rotöl behandelten, um die Blutung zu stillen und zu verhindern, dass sich die Wunde entzündete. Heutzutage verwendet man Johanniskrautöl bei schuppiger, juckender Haut. Alten- und Krankenpflegerinnen benutzen es, um gebrechliche Menschen vor dem Wundliegen zu schützen. Als Massageöl kann es Muskelverspannungen lösen und so Spannungskopfschmerzen lindern. Bei Sportverletzungen und Blutergüssen kann es die Schmerzen lindern und das Abschwellen unterstützen.

Vorsicht – Rotöl macht die Haut lichtempfindlich und die Wirkung von Medikamenten beeinflussen

Obwohl es Balsam für die Haut ist, kann Rotöl unserem Schutzmantel auch gefährlich werden. Denn es erhöht die Lichtempfindlichkeit der Haut. Wer nach einer großflächigen Behandlung mit Johanniskrautöl ein ausgiebiges Sonnenbad nimmt, kann sich dabei leicht einen Sonnenbrand einhandeln. Da Johanniskraut die Wirkung einiger Medikamente beeinflussen kann, sollten Sie es gegebenenfalls nur in Rücksprache mit Ihrem Arzt anwenden.

Johanniskraut für den Ölauszug kann man selbst sammeln

Wer mag, kann das Johanniskraut für das Öl selber sammeln. Die Pflanze liebt trockene, sonnenbeschienene Wegränder und Wiesen. Am Gehaltvollsten sind Blüten, die mitten im Sommer um den Johannistag am 21. Juni herum gesammelt werden. Für Ihr Rotöl sollten Sie jedoch keine Pflanzen verwenden, die nahe an einer stark befahrenen Straße oder einem Acker wachsen, der mit Spritzmitteln behandelt wird. Denn diese Pflanzen könnten giftige Schadstoffe enthalten, die sie dann an das Öl abgeben würden.

Zutaten und Material, um Johanniskrautöl selber herzustellen

Für einen halben Liter Rotöl benötigen Sie:

  • 500 Milliliter hochwertiges kalt gepresstes Olivenöl, wenn möglich aus kontrolliert biologischem Anbau,

  • etwa 25 bis 30 Gramm frische Johanniskrautblüten,

  • eine Weißglasflasche mit großer Öffnung oder ein großes, verschließbares Glas,

  • eine Braunglasflasche, in die 500 Milliliter hineinpassen,

  • einen Trichter, um das Öl abzufüllen,

  • und einen feinen Tee- oder Kaffeefilter.

 

Damit das fertige Johanniskrautöl gut haltbar ist und nicht schimmlig wird, sollten Sie alle verwendeten Gläser und Gegenstände vor der Benutzung heiß ausspülen oder mit Essigwasser auswaschen.

Das Rotöl zubereiten

Geben Sie die etwas zerkleinerten Johanniskraut-Blüten in die Flasche aus Weißglas. Anschließend schütten Sie das Olivenöl vorsichtig darauf. Vermischen Sie die Zutaten gut und verschließen Sie danach das Gefäß. Jetzt stellen Sie das Glas an einen sonnenbeschienenen, warmen Ort und lassen es dort ungefähr zwei bis drei Wochen stehen. Zwischendurch sollten Sie den Ölansatz hin und wieder schütteln oder umrühren. Sobald die typische Färbung des Rotöls entstanden ist, ist der Ölauszug fertig und kann in ein Braunglas abgefüllt werden.

Das selbstgemachte Johanniskrautöl richtig lagern

Das fertige Rotöl sollten Sie vor Wärme und direktem Sonnenlicht schützen. In beispielsweise einem kühlen, dunklen Schrank oder Regal kann es bei Zimmertemperatur etwa ein Jahr lang aufgehoben werden. Damit Sie später noch nachvollziehen können, wann Sie das Johanniskrautöl zubereitet haben, ist es sinnvoll, das Glas mit dem Herstellungsdatum zu beschriften.

 

Quellen

"Heilen, pflegen, kochen mit Speiseölen" von Nora Kirchen, Jopp/Oesch Verlag

Fortbildungsunterlagen Aromatherapie

 

Bitte beachten Sie, daß dieser Artikel nicht den Besuch bei einem Arzt oder Heilpraktiker ersetzen kann. Wenn Sie Beschwerden mit Johanniskraut behandeln möchten, tun Sie dies bitte nicht ohne ärztlichen Rat.

Autor seit 3 Jahren
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