Hundszahn oder Zahnlilie (Erythronium dens-canis)

HundszahnlilieKleinen Elfen gleich schweben die zart-weißen, rosafarbenen oder auch zitronengelben Blüten über noch kargen spätwinterlichen Böden. Die Blätter, oval, marmoriert oder gefleckt, sind der hübsche Rahmen für die schlanken etwa 20 cm hohen Stängel, auf der jeweils eine zartgliedrige Blüte schwebt.

Ein seltener Gast in heimischen Gärten ist die Hundszahnlilie. Höchste Zeit, sie vorzustellen.

 

 

Sie schweben elfengleich - die Zahnlilien

Hundszahnlilie (Bild: a.sansone)

Die Zahnlilien - Botanisches -

Die Zahnlilien (Erythronium) sind eine Pflanzengattung aus der Familie der Liliengewächse (Liliaceae). Zahnlilien sind mehrjährige Lilien aus den gemäßigten Zonen Eurasiens und Nordamerikas.Die Gattung umfasst knapp dreißig Arten, die meisten sind in Nordamerika beheimatet. Das höchste Artenvorkommen liegt dabei im Bundesstaat Kalifornien mit 12 Arten, einige davon endemisch. Aus dem asiatischen Raum bekannt sind der Sibirische Hundszahn (Erythronium sibiricum) und der Japanische Hundszahn (Erythronium japonicum). Die einzige europäische gartentaugliche Form ist Erythronium dens-canis.
Wie alle Liliengewächse haben sie Zwiebeln als Speicherorgan, die 6 Perigonblätter sind frei und zurückgebogen, etwa 3 cm lang, die 3 Fruchtblätter bilden Kapselfrüchte.
Die Hundszahnlilie (Erythronium dens-canis) ist in den Gebirgen Südeuropas, den Südalpen und im Kaukasus beheimatet. Die Blüten sind einfach oder sogar türkenbundlilienähnlich (Erythronium californicum). Die Farbpalette reicht von Weiß, über Rosé, Fliederfarben bis Gelb oder Orange.

Weitere Verwandte aus der Familie der Liliaceae sind Tulpe, Türkenbundlilie, Gelbstern oder Schachbrettblume.

 

Hundszahnlilie

Die vorgestellte Art, die Hundszahnlilie (Erythronium dens-canis), ist in Europa zu Hause.

Der Name "dens-canis=Hundszahn" leitet sich aus der Zwiebelform, hundszahnförmig, ab. Auf den ersten flüchtigen Blick kann man sie am ehesten mit Zyklamen, auch wegen der gefleckten Blätter, verwechseln.

Vorkommen: In Deutschland kommt diese Art wild nicht vor. In Österreich ist der Hundszahn noch im Burgenland, in der Steiermark und in Kärnten verbreitet. Zahnlilien aus dem Lavanttal/Kärnten/Österreich. Er gilt jedoch als regional gefährdet. Der Hundszahn wächst natürlich in Edellaubwäldern, Waldrändern und feuchten Wiesen, in Österreich in colliner bis montaner Höhenlagen von 200 bis 2200 Meter.

Blütezeit: März bis Mai.

Sein weißgelbes Sftmal ist durch die zurückgeschlagenen Blütenblätter gut zu sehen. Hummeln, Bienen und die ersten Tagfalter nehmen diese frühe Nahrungsquelle dankbar an.

Hundszahn, Zahnlilie (Erythronium dens-canis)

Zahnlilienblüte (Bild: a.sansone)

Wie und wo pflanzt man die Hundszahnlilien im eigenen Garten?

Die Lilien sind winterhart und benötigen im kühlen Klima einen humusreichen, aber durchlässigen Boden. Halbschatten ist wunderbar. Sie eignen sich auch hervorragend zum Verwildern. Sehr hübsch ist eine Bepflanzung gemeinsam mit Christrosen.

Pflanzzeit:

Im August/September ist Pflanzzeit für die meisten Frühlingsblüher. Die hundszahnähnlichen Zwiebel einpflanzen und gut feucht halten. Sie lieben es, sich ungestört auszubreiten. Pflanzabstand ist etwa die halbe Wuchsbreite. Pflanztiefe: 2-3 Mal so tief wie die Blumenzwiebel groß ist.

Blütezeit: Ab März bis April/Mai.

Schneiden: Die abgeblühten Blütenstiele kann man direkt nach dem Verblühen unten abschneiden. Blätter nicht zurückschneiden, bevor sie vergilben, denn sie dienen zur Nährstoffaufnahme für nächstes Jahr.

Pflege. In rauen Lagen ist Winterschutz empfehlenswert. Aber rechtzeitig vor Austrieb (Ende Februar, Anfang März) entfernen.

Achtung: Wildarten, die sich aussäen und verwildern sollen, nicht zurückschneiden, auch nicht die Stängel. Aufliegend pflanzt sich über Samen so die Zahnlilie selber fort.

 

Die Pagoden-Zahnlilie - ein Traum in Gelb

Erythronium tuolumnese "Pagode" (Bild: a.sansone)

Zahnlilien im Garten - Welche Arten gibt es für den Garten?

Mögen Sie es romantisch zart und blass? Dann wählen sie die zartfarbenen Arten. Sie haben es lieber spektakulär? Dann greifen Sie zu bei Erythronium tuolumnense oder Erythronium californicum. Besonders hübsch in Kombination mit Schneerosen.

Einige Arten für den Garten

  • Erythronium americanum: blassgelbe bis bronzefarbene Blüten. Sie stammt aus dem Osten Nordamerikas und liebt sandige Böden.
  • Erythronium californicum: Heimat ist Nordkalifornien, Kiefernwälder. Türkenbundähnliche weiße Blüten, bis 30 cm hoch.
  • Erythronium dens-canis: Sie ist in Europa und Asien zu Hause. Die Blüten bis 5 cm breit und von weiß bis lila mit dunkel-violetten Staubbeuteln.
  • Erythronium henderssonii: Nordkalifornen ist die Heimat, deshalb liebt sie eher trockene Sommer und einen schattigen Standort. Die Blüten sind lavendelfarben bis dunkelviolett. Sie wird etwa 30 cm hoch.
  • Erythronium revolutum: Waldige Gebiete im Nordosten Amerikas sind der Ursprung dieser etwa 30 cm hohen Art, auch die Stängel sind leicht rosa, wie die Blüten.
  • Erythronium tuolumnense: Diese Art hat leuchtend gelbe Blüten und gedeiht sehr gut in den Gärten. Durch ihre höheren Stängel (bis 30 cm) und bis zu fünf Blüten pro Pflanze ist sie ein echter Hingucker.

Züchtungen:

  • Forellenlilie: ist eine Züchtung aus revolutum und tuolumnense. Diese Sorte ist stark wüchsig mit schwefelgelben Blüten und tiefgelben Staubbeuteln. Sie wird 15 bis 35 cm hoch. Die dunkelgrünen elliptischen Blätter sind bronzefarbig marmoriert und glänzend.

Quellen

  • Botanica, Könemann Verlagsgesellschaft mbH, 2000 Köln
Adele_Sansone, am 04.04.2013
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Bildquelle:
https://pagewizz.com/users/Adele_Sansone (Frühlingsblüher Krokus)
https://pagewizz.com/users/Adele_Sansone (Warum haben Rosen keine Dornen?)

Autor seit 5 Jahren
270 Seiten
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