Platz 10: King Kong und die weiße Frau

Das achte Weltwunder

King Kong und die weiße FrauMan muss keine großen Worte über den berühmtesten Filmaffen aller Zeiten verlieren. Der 1933 in "King Kong und die weiße Frau" erstmals präsentierte XXXL-Primat kann zweifellos als einer der einflussreichsten Horrorfilme überhaupt gelten. Auch viele Jahrzehnte später noch fasziniert die Story durch ihre Geradlinigkeit und die charmanten Spezialeffekte. 

Weshalb dieser Film als einer der Top 10 Horrorfilme gilt, ist auf Anhieb zu erkennen: Er enthält einfach alle klassischen Genre-Elemente. Eine Handvoll Männer sowie eine hübsche, unschuldige Heroine jagen einer Legene nach, müssen sich schauriger Monster erwehren, erleiden grausige Schicksale und entfesseln letztendlich ein Verderbnis, das zahlreiche Opfer fordert.

Wollten Sie immer schon mal wissen, wer die erste echte "Scream Queen" war? "King Kong und die weiße Frau" beantwortet diese Frage eindrucksvoll. Ein halbes Jahrhundert vor Jamie Lee Curtis kreischte sich Fay Wray die Seele aus dem Leib. Verständlich, angesichts des monströsen Affen, dem sie geopfert werden sollte... 

Kaum eine andere Horrorfilmfigur erlangte größere Bekannt- und Beliebtheit als das "achte Weltwunder" King Kong.

 

Kuriosum: Erstmals wurden in einem Tonfilm Dialogszenen musikalisch untermalt, womit der gebürtige Österreicher Max Steiner als Begründer der Filmmusik gilt.

Platz 9: Rosemaries Baby

Paranoid?

 Rosemaries BabyWas Regisseur Roman Polanski aus Ira Levins Roman "Rosemaries Baby" machte, kann ohne Übertreibung als einer der wirkungsvollsten Horrorthriller überhaupt bezeichnet werden. Dies liegt nicht nur an den großartigen Schauspielern, allen voran Mia Farrow, John Cassavetes und Ruth Gordon, sondern auch an Polanskis subtiler, mitunter ironischer Inszenierung.

 

Von Splatter oder Folterhorror ist "Rosemaries Baby" meilenweit entfernt. Ganz im Gegenteil: Das Böse kommt auf leisen Sohlen daher! Dabei beginnt doch alles ganz harmlos, als die etwas schüchterne Rosemary (Mia Farrow) und ihr Mann Guy (John Cassavetes) eine neue Wohnung beziehen. Kurz darauf wird sie schwanger und das Liebesglück scheint perfekt. Doch beunruhigende Alpträume und seltsame Zwischenfälle verunsichern Rosemary zunehmend, bis sie schlussendlich davon überzeugt ist, von Satan höchstpersönlich geschwängert worden zu sein und dessen Sohn auszutragen!

 

Ob Rosemary tatsächlich, wie sie vermutet, von ihrem eigenen Ehemann dem Teufel versprochen wurde oder sie nicht vielmehr paranoid geworden ist, soll natürlich nicht verraten werden. Kein Geheimnis ist, dass "Rosemaries Baby" einer der Top 10 Horrorfilme laut IMDB ist und jedem Genrefan ans Herz gelegt werden kann. So er denn noch eines besitzt …

 

 

Kuriosum: Unmittelbar nach der Premiere von "Rosemaries Baby" wurde Roman Polanskis schwangere Frau Sharon Tate von Charles Mansons Jüngern ermordet. Manson hatte zuvor behauptet, der Teufel zu sein...

Platz 8: Faust - Eine deutsche Volkssage

Pakt mit dem Teufel

Faust - Eine deutsche VolkssageSatanisch geht es weiter mit Platz 8 der Top 10 Horrorfilme – und dem einzigen Regisseur, der gleich zweimal in dieser Liste vertreten ist, nämlich dem Deutschen Friedrich Wilhelm Murnau. Der Stummfilm "Faust - Eine deutsche Volkssage" schildert auf bildgewaltige Weise den berühmtesten Pakt mit dem Teufel und reduziert ihn inhaltlich auf das Wesentliche: Den Kampf zwischen dem Guten und dem Bösen!

 

Konsequenterweise beginnt der Streifen mit einer makabren Wette. Mephisto höchstderoselbst schließt mit einem Engel die Wette ab, dass er jeden Menschen zum Bösen verführen könne. Das Versuchskaninchen: Der untadelige Alchimist Faust, der während der mittelalterlichen Pestwelle an einem Heilmittel gegen den Schwarzen Tod forscht. Geschickt bietet ihm Mephisto Unterstützung an, die Faust zögernd annimmt. Die Folgen des Paktes mit dem Teufel dürften bekannt sein. Denn leider galt damals das Widerrufsrecht bei Haustürgeschäften noch nicht …

 

Kuriosum: Für die Rolle der Gretchen hatte sich auch eine gewisse Leni Riefenstahl beworben.

Platz 7: Der Exorzist

Von Dämonen besessen?

 Der ExorzistIn den 1970er-Jahren erlangten esoterische Themen ungeahnte Popularität. Hollywood, darauf bedacht, jeden Trend zu erkennen und bis zum letzten Tropfen aufzusaugen, konnte sich dieser cineastischen Goldgrube natürlich nicht entsagen. Dennoch überraschte der sensationelle Erfolg von William Friedkins "Der Exorzist" 1973 selbst kühnste Prognostiker. Wiewohl der Film teils vernichtende Kritiken erntete, zählte er zu jenen Streifen, die man einfach gesehen haben musste.

 

Weshalb, ist nicht schwer zu erkennen. Die Geschichte der jungen Regan (Linda Blair), die offenbar von Dämonen besessen ist, weshalb ihre verzweifelte Mutter den Exorzisten Pater Merrin (Max von Sydow) um Hilfe bittet, schockiert durch ihre tabulose Ungezügeltheit noch heute. Autor William Peter Blatty verfasste für die Leinwandadaption seines gleichnamigen Bestseller auch das Drehbuch und erhielt dafür ein Jahr später den "Oscar".

 

Zu Recht. Denn wenngleich der Plot natürlich zu Übertreibungen neigt und den Akt des Exorzismus als probates Mittel bei einem Fall psychologischer Erkrankung darstellt, funktioniert "Der Exorzist" auf der Ebene reiner Unterhaltung prächtig. Im Gegensatz zu manch anderen Genrewerken hat die Nummer 7 der Top 10 Horrorfilme keinerlei Patina angesetzt, was für das inszenatorische Genie von William Friedkin spricht.

 

Kuriosum: William Peter Blatty verfasste unter anderem das Drehbuch zu der Komödie "Ein Schuss im Dunkeln", die den Grundstock für Blake Edwards "Inspector Clouseau"-Reihe bildete.

Platz 6: Nosferatu, eine Symphonie des Grauens

Geburt eines weiteren Vampir-Mythos

Nosferatu, eine Symphonie des GrauensFriedrich Murnau zum Zweiten: Sein 1922 inszenierter "Nosferatu, eine Symphonie des Grauens" schafft es immerhin auf Platz 6 der Top 10 Horrorfilme. Lose auf Bram Stokers "Dracula" basierend, behandelt er die entfesselte Liebe des vampirischen Grafen Orlok (furios: Max Schreck) zur schönen Ellen, was der Stadt Wisborg nicht gerade zum Vorteil gereicht.

 

Der Star des Filmes ist ganz klar Max Schreck (übrigens kein Künstlername!), der dem romantischen Bild des adeligen, verführerischen Vampirs eine völlig neue Variante überstülpt: Den grausigen Nosferatu! Dieser ist hässlich, bucklig und erinnert eher an eine kahlgeschorene Ratte auf zwei Beinen, als an einen Menschen. Seine Finger münden in riesigen Klauen, seine Kleidung ist von ausgesuchter Schlichtheit. Anders als Dracula ist Murnaus Graf Orlok kein verzweifelter Kämpfer wider den Tod, sondern vielmehr repräsentiert er den Tod selbst, indem er die Pest nach Wisborg trägt.  

 

"Nosferatu, eine Symphonie des Grauens" stellt sich als alptraumhafte Reise in eine düstere Welt des Todes dar, die dennoch einige hoffnungsfrohe Momente bereit hält. Nicht minder sehenswert ist Werner Herzogs Hommage an Murnaus berühmtestes Werk: "Nosferatu - Phantom der Nacht" mit einem wie (fast) immer brillanten Klaus Kinski in der Titelrolle.

 

Kuriosum: Die heutige Vorstellung, dass ein Vampir von Tageslicht getötet werde, geht auf "Nosferatu, eine Symphonie des Grauens" zurück

Platz 5: Das Ding aus einer anderen Welt

John Carpenters Meisterwerk

Das Ding aus einer anderen WeltDas Nesthäkchen unter den Top 10 Horrorfilmen stammt aus dem Jahr 1982 und ist zugleich das einzige Remake. Dabei basiert John Carpenters Meisterwerk "Das Ding aus einer anderen Welt" auf dem gleichnamigen Klassiker von Howard Hawks, der seine Version von John W. Campbells Kurzgeschichte "Who Goes There?" 1951 in die Kinos brachte.

 

Freilich: In den drei Jahrzehnten, die zwischen dem Originalfilm und dem Remake lagen, hatte sich vieles verändert. Anstatt eines großgewachsenen, dezent geschminkten Schauspielers als Monster, setzte Carpenter auf die damals beste Tricktechnik.

 

Das Resultat: Ein bis heute visuell beeindruckendes Meisterwerk, das anders als Hawks' Science-Fiction-lastige Version auf Splatter und einen schweißtreibenden Score setzte. In den Kinos war dem Streifen kein großer Erfolg vergönnt. Gleich etwa "Blade Runner" avancierte der einst  verschmähte Film im Laufe der Jahre zum Genreklassiker, was sich auch in der IMDB-Wahl deutlich ausdrückt. Platz 5 für "Das Ding aus einer anderen Welt"!

 

Kuriosum: Die gesamte Schauspielcrew bestand aus Männern. Die einzige weibliche Stimme ertönt aus einem Computer.

Platz 4: Die Teuflischen

In der Tradition von Alfred Hitchcock

 Die TeuflischenIrgendwo in der französischen Provinz: Der rücksichtslose Michel (Paul Meurisse) führt ein Landesschulheim, das er nur dank des Geldes seiner Frau Christina (Véra Clouzot) erwerben konnte. Dennoch betrügt er sie mit der schönen Lehrerin Nicole (Simone Signoret) und erniedrigt sie auf jede nur denkbare Form und Weise.

Eines Tages reicht es Christina, die von der Affäre ihres Mannes weiß, und sie verbündet sich mit Nicole, um Michel zu töten. Der heimtückische Mord gelingt zwar. Doch als die Leiche spurlos verschwindet, droht die frischgebackene Witwe in den Wahnsinn abzugleiten.

 

Mehr vom Plot des 1955 inszenierten "Die Teuflischen" zu verraten, käme einem Sakrileg gleich. Henri-Georges Clouzots Psychothriller steht den besten Werken eines Alfred Hitchcock in Nichts nach. Eine alltäglich scheinende Situation eskaliert und führt zu einem Mord, der das Leben der darin Verwickelten komplett umkrempelt. Das ist der Stoff, aus dem Thriller gemacht sind!

 

Kuriosum: Als ein solches kann das 1996 produzierte US-Remake "Diabolisch" bezeichnet werden. Der Versuch, auch noch das letzte bisschen an Erfolg aus "Basic Instinct" herauszuquetschen scheiterte trotz der prominenten Besetzung der Hauptrolle mit einer beslipten Sharon Stone.

Platz 3: Shining

Jack Nicholson dreht durch

ShiningEin Stanley-Kubrick-Film unter den Top 10 Horrorfilmen? Wie das? Nun, der exzentrische Brite begab sich 1980 auf ungewohntes Terrain, als er Stephen Kings Bestseller "The Shining" für die Leinwand adaptierte. Selbst Kubrick-Fans sind sich nicht einig, was sie mit dem Streifen anfangen sollen. Visuell wie gewohnt perfekt inszeniert, fällt die Horrorebene mitunter etwas allzu oberflächlich aus.

 

Egal: Die Zuschauer und das Publikum liebten "Shining" auch – oder vor allem? – dank Jack Nicholsons entfesselter Performance. Wobei sich sein Charakter erheblich von der literarischen Vorlage unterscheidet. Während in Kubricks Verfilmung von Anfang an klar ist, dass der verhinderte Schriftsteller einen an der Waffel hat und es nur eine Frage der Zeit ist, bis er völlig ausrastet, präsentiert sich der Jack Torrance aus Kings Roman als treu sorgender Familienvater, der nur auf Grund der Verdorbenheit des Overlook Hotels in den Wahnsinn getrieben wird.

 

Somit ist "Shining" nüchtern betrachtet mehr eine Jack-Nicholson-Show, als ein typischer Kubrick-Streifen. Dennoch hoben ihn die IMDB-User auf Platz 3 unter den Top 10 Horrorfilmen. "Hiiier ist Shining!"

 

Kuriosum: Szenen aus der Eingangssequenz wurden für den Schluss der 1982er-Kinoversion von "Blade Runner" recycelt.

Platz 2: Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt

Ridley Scotts erstes Meisterwerk

Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt Sicher: Unfreundliche Außerirdische hatten die Leinwand schon lange vor 1979 bevölkert. Aber was der ehemalige Werbefilmer Ridley Scott in diesem Jahr auf das Publikum losließ, war ein Ausbund an Alpträumen, der noch heute Genrefans begeistert.

"Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt" ist oberflächlich betrachtet nur ein weiterer Film, in welchem ein Weltraummonster eine Gruppe Menschen bedroht. Aber bereits der Vorspann machte klar: Dieser Film ist anders!

 

Und wie anders … Der Schweizer Künstler H.R. Giger schuf ein Monster, wie man es nie zuvor gesehen hatte. Furchteinflößend und auf bizarre Weise elegant, riesig und dennoch schier unsichtbar agierend. Denn es konnte von allen Seiten aus angreifen, die Luftschächte durchqueren oder sich inmitten der spärlich beleuchteten, riesigen Räume des Frachters "Nostromo" verstecken.

 

Die bis dato unbekannte Sigourney Weaver wurde mit "Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt" über Nacht ein Star und ging gleichzeitig als erste echte Heroine des Science-Fiction-Genres ein. Eine Rolle, die sie sieben Jahre später in James Camerons Fortsetzung "Aliens" perfektionieren sollte. Kein Wunder also, dass Ridley Scotts Meisterwerk unter den Top 10 Horrorfilmen Platz 2 einnimmt und inzwischen in mehreren Fassungen auf DVD und blu-ray erhältlich ist.

 

Kuriosum: Der Schemen des sich noch in seinem riesigen Ei befindlichen Facehuggers, der Kane angreifen sollte, wurde durch zwei Hände simuliert. Und zwar jene von Regisseur Ridley Scott.

Weiterführende Links zur "Alien"-Reihe

Alien Limited Egg Edition

Aliens vs. Predator 2: Requiem für die beliebten Kinoserien

"Prometheus" statt Prequel zu "Alien": 2012 im Kino

"Alien": Satire zum Science-Fiction-Klassiker von Ridley Scott

Platz 1: Psycho

Das berühmteste Muttersöhnchen der Filmgeschichte

PsychoKaum ein anderer Film hätte es mehr verdient, die Liste der Top 10 Horrorfilme anzuführen, als das unumstrittene Meisterwerk von Alfred Hitchcock: "Psycho"!

 

Der auf Robert Blochs gleichnamigen Roman basierende Thriller begeistert seit Jahrzehnten und hat von seiner Faszination einfach nichts eingebüßt. Die "Duschszene" dürfte eine der bekanntesten und gleichzeitig am Öftesten parodierten Szenen der Filmgeschichte sein. Umso bemerkenswerter, da die aus fünfzig Schnitten bestehende Sequenz kein einziges Mal zeigt, wie das Messer in den Leib des Opfers stößt.

 

Überhaupt erweist sich "Psycho" als ungewöhnliches Werk. Begonnen bei der mutigen Entscheidung, den Film in Schwarzweiß zu drehen, bis hin zur raschen Ermordung der vermeintlichen Protagonistin, brach Hitchcock mit vielen Konventionen. Eine kluge Entscheidung, die aus einem guten Genrefilm erst jenes Meisterwerk machte, das wir heute kennen und schätzen.

 

Hauptdarsteller Anthony Perkins brachte die Rolle zwar ewigen Ruhm, aber aus dem Schatten des verstörend sympathischen Motelbesitzers vermochte er nie zu steigen. Bis 1990 spielte er in nicht weniger als drei Fortsetzungen mit, von denen freilich keine auch nur im Entferntesten die Qualität von Hitchcocks Original erreichten. Was dieser von den Sequels gehalten hätte, wird man nie erfahren, da er lange vor der Produktion von "Psycho II" starb.

 

Über das 1998 inszenierte Remake von Gus van Sant breiten wir besser den Duschvorhang des Schweigens aus …

 

Kuriosum: Im Vorfeld des Kinostarts von "Psycho" wurde enormer Aufwand betrieben, um das überraschende Filmende geheim zu halten. Keiner der Schauspieler durfte Interviews geben, es gab auch keine Test- oder Pressevorführungen und angeblich ließ Hitchcock sogar möglichst viele Exemplare von Robert Blochs Roman aufkaufen.

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Quelle der Top 10 Horrorfilme aller Zeiten

IMDB
Stand der Liste: März 2011

Autor seit 7 Jahren
824 Seiten
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