Linke Deutungshoheit über deutsche Geschichte

Diese im Osten Deutschlands keineswegs außergewöhnliche Szenerie ist symptomatisch für ein Land, in dem Betroffenheit und Erinnerungskultur vor allem den Verbrechen der NS-Zeit gelten, während Opfer der DDR oftmals als Halbverbrecher, ehemalige Nazis oder dergleichen diffamiert werden.

So kommt es, dass linke Aktivisten eifrig forschen, ob frühere Nazifunktionäre noch irgendwo als Ehrendoktoren oder Ehrenbürger gelistet sind. Solcherlei "Funde" sind den öffentlich-rechtlichen Medien nicht selten einen Teil ihrer kostbaren Sendezeit wert. So kommt es auch, dass gebührenfinanzierte Sender mit "Bildungsauftrag" ungestraft suggerieren dürfen, der Freistaat Sachsen sei eine Nazi-Hochburg. (Zur Erinnerung: Bei den Landtagswahlen 2014 im angeblichen Nazi-Freistaat machte fast jeder Fünfte sein Kreuzchen bei den Kommunisten. Ungefähr noch einmal soviel Stimmen entfielen auf SPD und Grüne…)

Der Eifer der genannten Aktivisten erlahmt jedoch anscheinend recht schnell, wenn es um dunkelrote Flecken auf weißen Westen geht. Welcher Linksaktivist hat sich bisher auf die Suche nach den Mördern, Folterknechten und Schreibtischtätern von Hoheneck, Torgau, Hohenschönhausen, Halle, Leipzig, Dresden und Potsdam gemacht? Welcher gebührenfinanzierte Sender berichtet beispielsweise schon gern darüber, dass zahlreiche Minister und hohe Funktionäre der DDR zuvor stramme Nazis waren?

Geehrte Täter – glorifizierte Diktatur

Können Sie, liebe Leser, sich vorstellen, dass irgendwo in Deutschland eine Straße nach dem hingerichteten Nazi-Publizisten Julius Streicher benannt wird? Wahrscheinlich nicht! Der gesellschaftliche Aufschrei wäre völlig zu Recht ungeheuerlich.

Bei einem kommunistischen Schreibtischtäter sieht die Sache allerdings anders aus. In Rostock gibt es eine Straße, die nach Ilja Ehrenburg benannt ist. Dieser Mann, den seine Bewunderer als "Schriftsteller" bezeichnen, war Stalins wahrscheinlich erfolgreichster Hetzer. Ab 2001 existierte in Berlin zudem für einige Zeit ein "Cafe Ehrenburg", ideologisch passend in der Karl-Marx-Allee. Ehrenburg wurde bekannt wegen seiner Propagandaschriften für die Rote Armee. Das heute bekannteste Machwerk des Mannes ist der Aufruf "Tötet", welcher unverblümt die tägliche Ermordung Deutscher einfordert. Verteidiger Ehrenburgs wiederum bestreiten dessen Verfasserschaft und sprechen von Fälschung sowie Verschwörung. Holocaust-Leugner argumentieren übrigens ganz ähnlich…

Wer es in Deutschland jedoch wagt, Kritik an Ehrenburg zu üben, sollte sich auf die ganz große Nazi-Keule einstellen. Denn Ehrenburg war nicht nur ein eifriger Diener des roten Massenmörders Stalin, sondern zudem auch jüdischer Abstammung. Eine echte Aufarbeitung der Taten Ehrenburgs ohne linke Schönfärberei verbietet sich in Deutschland daher von selbst. Zu groß ist die Gefahr, dass rechte Chaoten daraus Profit schlagen. Ob man den roten Hetzer deshalb aber gleich glorifizieren muss, erscheint dennoch fraglich.

Das Straßennetz der roten Täter

Ilja Ehrenburg ist allerdings kein Einzelfall. Es folgt eine sicherlich unvollständige Aufzählung:

  • Die Stadt Chemnitz ehrt den kommunistischen Vordenker Karl Marx mit einem riesigen Monument.
  • Marx ist jedoch nicht der einzige geehrte Kommunist der Stadt. In der sächsischen Industriemetropole trägt beispielsweise eine Straße den Namen des russischen Revolutionärs Sagorski. Diese befindet sich in einem Wohngebiet namens "Fritz Heckert", benannt nach einem KPD-Funktionär. Eine weitere Plattenbausiedlung der Stadt wurde zudem mit dem Namen des kommunistischen Spanienkämpfers Hans Beimler versehen.
  • Marx, dessen Ideen millionenfaches Leid über die Menschheit brachten, erfährt auch anderenorts zahlreiche Huldigungen. So gibt es beispielsweise einen Karl-Marx-Platz in Torgau, also ausgerechnet in der Stadt, deren Geschichte zwei kommunistische Konzentrationslager sowie den berüchtigten Geschlossenen Jugendwerkhof aufweist.
  • Nach einem Bericht von welt.de aus dem Jahr 2016 tragen in Deutschland noch mehrere hundert Straßen, Plätze und sogar Schulen die Namen der kommunistischen Ikonen Marx, Engels, Liebknecht und Luxemburg.
  • In der mecklenburgischen Gemeinde Dabel erinnert eine Straße an den roten Kulturfunktionär Johannes R. Becher. Der dröge Apparatschik war unter anderem Kulturminister der DDR und dichtete den (später verbotenen) Text zur ostdeutschen Nationalhymne. Berlin ehrt ihn übrigens (so wie andere Kommunisten) mit einer Statue...
  • Ebenfalls in Dabel wird auch des Kommunistenführers Pieck durch einen Straßennamen gedacht. Pieck war der erste und einzige Präsident der DDR. In seine Amtszeit fiel die blutige Niederschlagung des Volksaufstandes vom 17. Juni 1953.
  • Das brandenburgische Örtchen Leegebruch wiederum kann mit einer Straße der Jungen Pioniere aufwarten. Wie passend, dass ausgerechnet hier eine ehemalige Vorsitzende dieser roten Kinder-Organisation wohnen soll...

 Das Netz der kommunistischen Straßennamen ist also immer noch erstaunlich groß und sorgt so täglich dafür, dass rote Täter und ihre Ideologie verharmlost oder sogar gesellschaftsfähig werden. Der Philosoph George Santayana prägte einst den Satz: "Wer sich nicht an seine Vergangenheit erinnert, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen."

Wollen wir das wirklich?

Autor seit 6 Jahren
174 Seiten
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