Eindeutig Katze

Katze, ob in Natur oder als Tonfigur (Bild: a.sansone)

Wenn ein Tier im Pflanzennamen Platz nimmt ...

dann handelt es sich entweder darum eine Pflanze und ihren Wert quasi zu erhöhen:

  • Das geschieht durch edle Tiere wie Adler, Löwe

oder den Wert der Pflanze zu mindern, was durch niedere Tiere geschieht:

  • Hund, Schwein, Ferkel

In zweiter Linie werden Pflanzen oft nach der Ähnlichkeit mit einem tierischen Merkmal bezeichnet. Ob durch Niedlichkeit (Pfötchen) oder Häßlichkeit (räudiger Schwanz), liegt alleine oft im Auge des Betrachters oder des Namengebenden.

 

Katzenpfötchen, mal so, mal so

Katzenpfötchen; Antennaria (Bild: a.sansone)

Katzenpfötchen (Bild: nile / Pixabay)

Den Füßen nach: Katzenpfötchen und Katzenpratzerl

Wenn Merkmale der Pflanzen (Blütenform, Blütenstand, Blattform etc.) einem Merkmal von Tieren gleichen, dann wird dieses Tier gerne in den Namen mit übernommen. Besonders häufig guckt man im Fall der Pflanzen auf Tierfüße. So bekamen ganze Pflanzenfamilien, die Gänsefußgewächse oder die Hahnenfußgewächse ihren Namen.

Auch die Katze liefert hier einer ganzen Gattung die Vorlage

  • Katzenpfötchen, Antennaria, Fam. Korbblütler

Die samtweichen Pfötchen der Katze entsprechen im weitesten Sinn dem weich filzig behaarten Blütenstand des Katzenpfötchens. Sie bilden dichte Polster, die Blütenköpfchen sind strohblumenartig. Eine Besonderheit ist, dass männliche und weibliche Blüten auf getrennten Pflanzen (dioica=zweihäusig) wachsen. Als Wiesen- oder Alpinpflanze findet man Antennaria dioica auch bei uns. Für Steingartenliebhaber wurde Antennaria in vielen Sorten gezüchtet.

Anmerkung: Das eng verwandte Edelweiß heißt eigentlich botanisch Löwenfüßchen.

  • Katzenpratzerl/Wundklee, Anthyllis vulneraria; die pfotenähnliche flauschige Gestalt der Blütenköpfe stand auch hier Pate für den Namen.

 

Katzenschwanz, Katzenschweif

Die meisten Säugetiere tragen ihren Schwanz oder Schweif wie ein Schmuckstück. Also kann man annehmen, dass es sich um eine besonders hübsche, prächtige Pflanzenform handelt, wenn sie "geschwänzt" ist.

  1. Katzenschwanz/Löwenschwanz, Leonurus cardiaca, siehe "Ist hier ein Löwe drin?"
  2. Katzenschwanz/Katzeschwänz/eigentl. Straußglockenblume, Campanula thyrsoides; der allerdings ein wirklich prachtvoll buschiger Katzenschwanz wäre. Eindeutig eine Rassekatze.
  3. Katzenschwanz/Ackerschachtelhalm/Zinnkraut; Equisetum arvense. Naja, der ist etwas zerzaust; eher arme verhungerte Streunerkatze.
  4. Katzenschweif/Wiesenlieschgras; Phleum pratense. Eher ein Kätzchen der Besitzer.

 

Katzeschwänz/Strauß-Glockenblume

Katzeschwänz/Strauß-Glockenblume (Bild: a.sansone)

Katzenminze

Soll bei der Katzenminze betont werden, dass die Katzen sie mögen, oder dass sie im Gegensatz zur edlen Pfefferminze minderwertig ist? Den Katzen kann es gleich sein, denn sie mögen diese auch botanisch nach ihnen benannte Minze, Nepeta cataria, wirklich zum Riechen gerne. Auch zum Schlafen im Freien, die Nase reingesteckt. Oder zum sich Wälzen. Egal - geliebt wird sie. Ganz viele Spielmäuse im Tierhandel sind ebenfalls mit Katzenminze (Catnip) behandelt, beträufelt, mit trockenem Kraut gefüllt.

  • Katzenminze/Katzenkraut/Katzenmelisse, Nepeta cataria, an die 200 Nepeta-Arten gibt es weltweit.
  • Nepeta amethystina ist eine westmediterrane Art mit blauvioletten/amethystfarbenen Blüten.

Anmerkung: Nepeta nach der Stadt Nepet in Etrurien; catus lat.=Kater.

Lesetipp: Porträt Katzenminze

Katzenminze und die Katzen

She really really loves it (Bild: boughtbooks / Flickr)

Katzenkraut

Nach der Katzenminze das zweit-geliebte Kraut von Katzen ist eindeutig der Baldrian. Deshalb hat er auch den Beinamen

Allerdings reagieren die unterschiedlichen Katzen-Charaktere ganz gegensätzlich auf Baldrian; die einen beruhigt er, wie auch viele Menschen, andere wiederum werden extrem aufgekratzt und rauflustig. Muss man als Katzenfreund selbst herausfinden.

Dactylis glomerata (Bild: Jon. D. Anderson / Flickr)

Katzengras, Katzenklee

Beim Katzengras ist eindeutig das Gewöhnliche im Vordergrund, denn damit wird

  • das gemeine Knaulgras, Dactylis glomerata, bezeichnet. Es ist allerdings ein wertvolles Weidegras.
  • Was jeder Katzenfreund aus den Tierhandlungen unter dem Begriff "Katzengras" kennt, sind allerdings verschiedene Pflanzen (überwiegend Gräser), die innerhalb von Wohnungen gezogen und aufgestellt werden können, um von Hauskatzen als Zusatznahrung verzehrt zu werden. Meist handelt es sich verschiedene Sorten von Zypergras, Cyperus zumula, das dafür verwendet wird.
  • Auch der Katzenklee, damit ist der Ackerklee, Trifolium arvense, gemeint, zeichnet sich eher durch Gewöhnlichkeit/Häufigkeit aus. Hier stehen die langen weichen Zotten wie ein Pelz rund um die Schmetterlingsblüten, daher die Katzenverbindung.

Trifolium arvense (Bild: Macleay Grass Man / Flickr)

Quellen

  • Die deutschen Pflanzen- und Tiernamen, Helmut Carl; Quelle & Meyer, Wiesbaden 1995
  • Blick ins Buch der Natur, Bardorff; Gutenberg, 1963
  • Botanica, Könemann; Verlagsgesellschaft mbH, 2000 Köln
Adele_Sansone, vor 7 Tagen
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Bildquelle:
https://pagewizz.com/users/Adele_Sansone (Warum haben Rosen keine Dornen?)

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