Daten zum Buch

  • Titel: Wildlife Gardening
  • Autor: Dave Goulson
  • Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
  • Verlag: Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG; Auflage: 2 (11. März 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3446261885
  • ISBN-13: 978-3446261884
  • Größe und/oder Gewicht: 14,9 x 2,6 x 21,9 cm

 

Anmerkung: Eine Buchbesprechung/Rezension stellt immer auch eine #werbung für das besprochene Produkt dar; auch wenn der Entgelt dafür nur das Freiexemplar des betreffenden Verlages ist. Oder, wie in einigen meiner Besprechungen, das Buch ganz normal im Buchhandel für den eigenen Gebrauch gekauft worden ist.

Ein kleiner "Garten" kann die Welt retten?

(Bild: a.sansone)

Dave Goulson

... ist den meisten Naturliebhabern von seinen Hummel-Büchern her bekannt.

  • Und sie fliegt doch: Eine kurze Geschichte der Hummel
  • Wenn der Nagekäfer zweimal klopft: Das geheime Leben der Insekten

  • Das Summen in der Wiese: Das geheime Leben der Insekten

Nun hat er es sich zur Aufgabe gemacht, den Privatmenschen, den kleinen Gärtner, zu ermuntern, im eigenen Garten zur "Weltrettung" beizutragen.

Gewohnt launig - in manchen Passagen, wie etwa bei den Experimenten über die Teilungsmöglichkeit der Regenwürmer oder der sinnvollen Verwertung von verunfalltem Wild auch mit pechschwarzem britischen Humor gewürzt, schlägt er dennoch einen dem Thema gemäßen ernsten Ton an.

Illustrationsseite (Bild: Copyright Nils Hoff)

Übersicht der Kapitel

In den einzelnen Kapiteln befasst er sich damit:

  • Pflanzen in Hülle und Fülle
  • Die Gartenwiese
  • Ohrwürmer in meinem Obstgarten
  • Der Giftcocktail
  • Das Summen der Bienen
  • Falter, Geschöpfe der Nacht
  • Kopfüber in den Teich
  • Ameisen im Grün
  • Das Wimmeln der Würmer
  • Garten-Invasoren
  • Der Lebenskreislauf
  • Gärtnern, um den Planeten zu retten

Interessant sind seine Anregungen für die Pflanzen-Vielfalt (und der Auswahl, die man seiner Meinung nach treffen sollte). *siehe Zitate

Den nützlichen Garten-Mitbewohnern, also dem Wildlife, oft eher unterschätzt, wie Ohrwürmer, Ameisen, Nachtfalter und Würmer aller Art und deren unverzichtbarem Nutzen für eine intakte Natur, widmet er sich ausführlich.

Dem Bienen- bzw. Insektensterben gilt natürlich sein Augenmerk. Mit zahlreichen hilfreichen Informationen dem Ganzen etwas entgegen zu setzen.

Kritisch wird der Giftcocktail der Agrarwirtschaft ins Visier genommen. Da kann ich dieser Bewertung nur zustimmen:

"Anhand vieler Beispiele zeigt der Autor die heutigen Missstände der industriellen Landwirtschaft und Konsumverhalten von uns auf und legt mit praktischen Analysen die Folgen dessen auf, der jeder von uns nur zustimmen kann. Fazit: Sehr lesenswert und Augenöffner!" (Quelle amazon)

Als kleines Extra gibt es noch pro Kapitel ein Rezept des Autors,

sowie den Text auflockernde doppelseitige Illustrationen von Nils Hoff.

Borretsch und Hummeln

Borretsch und Hummeln (Bild: a.sansone)

Gärtnern, um den Planeten zu retten

Vom Sinn und Nutzen des eigenen Gartens/Balkons, etc. ist noch einmal eindringlich am Ende die Rede.

Denn Labels wie: Bienenfreundlich kann man nicht blindlings vertrauen. Zu viele dieser Labels sind etwas leichtfertig vergeben worden.

Seine Tipps; die 16 liebsten Gartenpflanzen für Bestäuber und die Top 12 der Beerenpflanzen für Vögel sind in meinen Augen ein Kritikpunkt. Nicht dass es dumme Empfehlungen wären, aber leider sind sie doch allzu sehr auf britische Verhältnisse angelegt. Wo wir wieder in die zwickmühle Heimisches gegen Fremdländisches geraten.
Anmerkung: Da hätte sich der Verlag die Mühe machen können/müssen, explizit darauf hinzuweisen.
Wer also wirklich die heimischen und seiner Umgebung angepassten Pflanzen sucht, der muss sich schon die Mühe machen und bei örtlichen Naturschutzvereinen nachfragen.

Tipp: Wer das Buch Heilsame Wildpflanzen kennt, kann sich aus dieser Pflanzenauswahl gleich die neuen Lieblingspflanzen für den eigenen Garten aussuchen. Hilfreiche Listen gibt u.a. auch hier:. www.bienenfuettern.de

 

 

Ein paar der bei Biene & Co beliebten Blütenpflanzen, die ich persönlich sehr schätze, sind etwa:

Im zeitigen Frühjahr, die blaublühenden Wildpflanzen, Günsel, Gundermann, Braunelle und Ehrenpreis, die jeder in seinem nicht perfekten Rasen hüten sollte, wie seinen Augapfel.

... und ganz viele Gemüsearten, die man einfach auch mal blühen lässt, etwa Senf oder Kohlsorten oder Salate, wie den Zuckerhut, die zu schießen beginnen (siehe Foto).. 

 

 

 

Von den verschiedenen, meist mediterraner Herkunft stammenden Gewürzpflanzen, die dann überall, wo es ihnen behagt wuchern dürfen, gar nicht zu reden.

 

 

Was hat mich besonders angesprochen?

Zitat:
Die Trennlinie zwischen Heimisch und Nichtheimisch, zwischen Gut und Böse ist manchmal nicht so leicht zu ziehen. Wie lange soll hier etwas gewachsen sein oder gelebt haben, bis wir es als zugehörig bezeichnen? Manchmal enthalten diese Bezeichnungen oder Meldungen so etwas wie Fremdenhass. (Quelle:Wildlife Gardening)

Dem kann ich nur beistimmen; denn die Diskussionen rund um die genehmen Pflanzen enden oftmals geradezu bösartig.

Wer also, ist meine persönliche Meinung, eine ausgewogene Mischung von vorwiegend (die Menge macht es) heimischen Pflanzen in seinem Garten hat, der kann sich auch guten Gewissens Exotisches/Fremdländisches halten, besonders wenn es für die Insekten und Vögel zusätzlich wertvoll ist.
Nur das Ausbringen in die freie Natur durch etwa illegales Entsorgen seiner Gartenabfälle, ist ein absolutes NoGo.

  • Diesen besonders hilfreichen Tipp, was die Auswahl der Blütenpflanzen betrifft, liebe ich:
    *Zitat: Am besten außerhalb der Stoßzeiten in ein Gartencenter gehen und den Blick schweifen lassen. Dann sehen Sie wo es sich bewegt; Bienen, Schmetterlinge und Schwebfliegen umkreisen ihre Lieblingsblumen und meiden Schund. Das ist viel verlässlichr als Logos mit Bienenporträts.(Quelle:Wildlife Gardening)
    Wenn dann die eignen Gartenverhältnisse passen, ist die Entscheidung nicht mehr schwer.
  • Beipflichten kann ihm wohl jeder Hobbygärtner über das sinnvolle und auch sinnreiche Pflanzen-Tauschen unter Nachbarn. Nicht nur, dass diese Pflanzen klimatisch sicher bereits gut angepasst sind, sie sind (hoffentlich) auch ohne Pestizide groß geworden, die heimischen Insekten nehmen sie gut an und sie gedeihen eben auch hier. Vor allzu großen Misserfolgen als Gärtner, ob neu oder alt, ist man gefeit.

Für wen ist das Buch "Wildlife Gardening" besonders geeignet?

  • Es ist ein gutes Sachbuch, das für Gärtner auf jeden Fall eine Bereicherung über sein sinnvolles Tun oder Unterlassen (Stichwort Torf) in der eigenen Gartenpraxis bietet.
  • Wer sich schon mit naturgerechtem Gärtnern (das ist eben Wildlife Gardening) beschäftigt hat, bekommt viele neue Ideen und Impulse. Und Argumente, warum es in seinem Garten eben doch ein bisschen "wild" hergehen darf und soll!
  • Für alle, die sich für das Thema Naturgarten interessieren.
  • Für Schrebergärtner, deren Einsatz Goulson so hoch lobt, und dass möglichst viele die Zeichen der Zeit erkennen, ihre veralteten Gartenordnungen möglichst anpassen und aktiv reagieren.
.

Was ist das Buch "Wildlife Gardening" nicht!

Was es, entgegen der Pressestimmen, nicht ist: Dave Goulsons neuer Bestseller bietet eine charmante Anleitung zum bienenfreundlichen und klimaneutralen Gärtnern.

Es ist keine Anleitung, wie ich meinen Garten gestalte. Das muss ich schon selbst übernehmen. Aber er gibt die nötigen Hinweise, was man gefälligst zu unterlassen hat (siehe Torf).

 

Fazit

Wieder einmal etwas Neues erfahren, Befriedigung, dass man Vieles schon instinkmäßig bereits richtig gemacht hat. Ermutigung, dass der Weg, den man persönlich im "naturnahen" Garten beschritten hat, etwas bewirkt.

Totholzecken, Steinhaufen, Insektenhotels der verschiedensten Art, Igelhäuser, alles da. Abgehakt.

So und jetzt gehe ich mit dem Spaten zu meinem Kompost und hole mir die Bewohner für meine erste selbstgebastelte Wurmfarm!

 

Adele_Sansone, am 25.07.2019
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Bildquelle:
https://pagewizz.com/was-essen-wir-eigen (Was essen wir eigentlich? Wurzel, Frucht oder gar die Blüte?)

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