Frucht vom Rhizinus

Frucht vom Rhizinus (Bild: foto-augenblick / Pixabay)

Früchte - ein kurzer Überblick

Der Botaniker unterscheidet in

Hier wenden wir uns einer kleinen Auswahl an spektaktulären Früchten zu. Ich habe eine willkürliche Auswahl getroffen, denn die Natur bietet so viele unterschiedliche clevere Möglichkeiten an, da fällt die Auswahl nach

  • am cleversten
  • am schönsten
  • am wildesten

verdammt schwer. Forschen Sie selbst weiter nach und wählen Sie für sich ihr spektakulärstes "Früchtchen". Viel Spaß dabei!

So weit springt sonst keiner

Indisches Springkraut (Bild: spuren-der-kriege.de / Flickr)

Wer hüpft am weitesten?

In die engere Auswahl der Schleuderverbreiter (Ballochorie) kommt sicher das Springkraut, Impatiens . Nicht nur das importierte Indische Springkraut Impatiens glandulifera sondern auch das heimische Echte Springkraut Impatiens noli me tangere. Es hat eine Kapselfrucht (Explosionskapsel), die im Reifezustand bei Berührung aufspringt und die Samen bis zu 4m wegschleudert. (Das Indische Springkraut schafft es bis zu 7m) Nicht übel.

Mehr Druck geht nimmer

Sieht harmlos aus dieses Gürkchen. Die Rede ist von der Spritzgurke, Ecballium elaterium - die wir aus so manchem Urlaub am Mittelmeer kennen. Die Gurke, haben wir ja bereits gelernt, ist eine Beere. Diese Beere allerdings hat einen Saftdruck, der dreimal so hoch ist wie in einem Autoreifen. Kein Wunder also, dass sie beim richtigen Reifegrad so enorm explodiert und ihre Samen, also ihre Kinder, in die weite Welt schleudert. Die Samen werden auf diese Weise 10 bis 12 m weit verteilt. Da sie zudem noch Elaiosomen besitzen, werden sie von Ameisen zusätzlich weiter ausgebreitet.

Spritzgurke

Ecballium elaterium - Spritzgurke (Bild: sarsifa / Flickr)

Fliegen, kriechen und bohren - Clever hoch drei

Schopf Silberwurz (Bild: a.sansone)

Clever hoch drei

Ein weiterer Schleuderer ist der Reiherschnabel, Erodium. Springt zwar nur bis zu einem Meter weit, dafür ist seine Kombination aus Springen, Kriechen und Bohren besonders gefinkelt. Bei Berührung spaltet sich die Frucht (Spaltfrucht), beim

Ablösen ringeln sich die Grannen der Teilfrüchte korkenzieherartig ein. Durch diese Energie schleudert es die Nüsschen mit Granne von der Pflanze weg. Oft genug wird dies durch Tiere ausgelöst und die behaarten Grannen bleiben im Fell hängen (Zoochorie). Sobald eine Teilfrucht auf den Boden fällt, betätigt sie sich als Bodenkriecher. Am Boden liegend können sie sich nun, je nach Feuchtigkeit strecken und wieder zusammenziehen und einige Millimeter kriechen. Dabei sucht der gespitzte Samen (ein Nüsschen) einen geeigneten Ort, richtet sich auf und bohrt sich dann ebenfalls durch Spannen und Aufrichten mit einer Drehbewegung in die Erde-Video. Na, wenn das nicht clever ist?

Dieses System des Bohrens beherrschen auch viele Hahnenfußgewächse, besonders die Federschweifflieger von Küchenschelle oder Clematis. Aber auc die borstigen Hüllblätter von Kornblume oder Rasselblume können am Boden kriechend weiter wandern.

Mutter Erdnuss

Peanuts (Arachis hypogaea) (Bild: CIFOR / Flickr)

Die Erdnuss, eine fürsorgliche Pflanzenmama

Unglaublich, was Pflanzen trotz oder wegen ihrer Standortfestigkeit anstellen, um noch für ihren Nachwuchs zu sorgen. Die Erdnuss, Arachis hypogaea, ein Hülsenfrüchtler, macht etwas ganz Einzigartiges.

Sie pflanzt ihre Früchte selbst ein und zwar so: Zwischen Pflanze und Fruchtknoten wächst ein Stiel, der sich immer weiter schiebt. Die Spitze beginnt sich zu krümmen und bohrt sich in den Boden. Der Fruchtknoten wird nun bis zu 5 cm tief in den Boden eingegraben und erst jetzt beginnen die zwei Samenanalgen zu wachsen. So wird die Frucht (Hülse), immer noch an der Nabelschnur hängend, versorgt und weiter entwickelt. Erst beim Absterben der Mutterpflanze wird die Nabelschnur unterbrochen. So ähnlich verfahren noch Erdbohne und Erderbse.

Dekorativ

Schopf Silberwurz (Bild: a.sansone)

Schön, schöner, am schönsten

Besonders schön sind die Kapselfrüchte.

*Deshalb ist auch bei Giftpflanzen Vorsicht angesagt, wenn der Garten auch für Kinder geeignet sein soll. Zu verlockend sind manche dieser rasselnden Kapseln.

Stechapfel, Mohn, Bilsenkraut oder Jungfer im Grünen haben sehenswerte Kapseln, die im getrockneten Zustand auch für Gestecke beliebt sind. Weiters im trockenen Zustand als Aufputz beliebt ist der Fruchtstand der Lampionblume, Physalis alkekengi, einer Beere.

Sie können wählen, was Ihnen optisch am besten gefällt.

Aber ebenfalls ein optischer Genuss sind die Fruchtschöpfe der Küchenschellen. Die Büschel an flauschigen beschweiften Nüsschen (Federschweifflieger) sind ebenfalls eine Zier.

Nicht so bekannt, aber ein kleines optisches Highlight sind die kleinen Schnecken vom Mädesüß (Filipendula ulmaria). Wie kleine Schnecken geformt - durch einseitiges Wachstum -sind die Nüsschen auf den Rispen stehend einfach allerliebst.

 

 

Als Fruchtstand sehr hübsch sind auch die Doldenblütler im Herbst. Auch als Einzelfrucht niedlich ist die stachelbewehrte Spaltfrucht, ein Nüsschen, der Wilden Möhre, Daucus carota.

Diese Früchte sind zum Fürchten schön

Rhizinus - eine Giftpflanze (Bild: a.sansone)

Aua, denkt man oft schon beim Anblick

Diese Früchte oder Fruchtstände rufen eher Ängst hervor. Alle Kletten oder Disteln allein durch ihre Bewehrung. Aber auch ein Gutteil der Lippenblütler hat sehr kratzbürstige Früchte, Hohlzahn oder Herzgespann etwa. Nicht nur gefährlich anzusehen, sondern auch durch ihre hohe Giftigkeit gefährlich sind die verschiedenen Früchte von Rhizinus oder Stechapfel.

Harmloser in der Wirkung, allerdings "Aua"-schmerzhaft, wenn man draufsteigt ist dieses hübsche Sternchen, Stern-Klee, Trifolium stellatum, mit Namen. Die Nüsschen sind von spitzen Kelchzähnen umgeben und äußerst unangenehm und pieksig. Mittelmeer-Urlauber lernen ihn sicher beim Barfußgehen oft genug kennen.

 

 

Dies ist nur eine wirklich winzige Auswahl an besonderen Fruchtformen, viel Spaß beim Selberforschen und Entdecken. Ein offenes Auge, eine Kamera und los geht es.

Wer neugierig ist, wie clever die verschiedenen Früchte dazu beitragen, dass die Samen auch wirklich irgendwo Fuß fassen können und neue Pflanzen hervorbringen, der mag hier weiter schmökern:

 

Quellen

Neben vielen Artikeln und Zeitschriften zur Botanik vorwiegend diese Fachbücher

  • Kleines Repetitorium der BOTANIK, Ernst F. Welle; Nikol; Hamburg 2006
  • Pflanzenkunde, Schmeil-Pfitschen; 1966 Heidelberg
  • Hagebutte & Co, Angelika Lüttig, Juliane Kasten; FAUNA Verlag, 2003 Nottuln
  • Die deutschen Pflanzen- und Tiernamen, Helmut Carl; Quelle & Meyer, Wiesbaden 1995
Adele_Sansone, vor 21 Tagen
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Bildquelle:
https://pagewizz.com/users/Adele_Sansone (Warum haben Rosen keine Dornen?)

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